Reiseradio-Kommentar: Kleine und große Schlagzeilen
Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue
Wie sagte mir vor Jahren einmal ein DRV-Präsident ins Mikrofon, vor der Fertigstellung des Regional-Airports Kassel (KSF) und reichlich vor der tatsächlichen Eröffnung des Hauptstadt-Flughafens BER?
„Es gibt Flughäfen, die braucht man und sie werden einfach nicht fertig und es gibt welche, die sind fertig, werden aber nicht gebraucht.“
Über KSF zu sinnieren macht keinen Sinn. Der Airport Berlin-Brandenburg ist ja dann Jahre später doch noch eröffnet worden. Und dann wurde da am letzten Wochenende ein neues Terminal in Betrieb genommen, dass so gar keine Schlagzeilen gemacht hat. Warum auch, mag man denken, ist doch eigentlich normal. Diese Einstellung hatte ich spätestens aufgegeben, nachdem ich die Chance hatte vor zwei Jahren die Baustelle des Terminal 3 am Rhein-Main Flughafen in Frankfurt zu besichtigen. Das heilt von der Vorstellung, so ne Baustelle könne man „ruck-zuck“ mal schnell abwickeln. Details dazu gibt’s in einem Reiseradio-Podcast zu hören. „Damals“ sagte man uns, Eröffnung sei nach Ostern 2026 und so geschieht es jetzt einfach mal: Probebetrieb erfolgreich. Zulassungen alle erteilt. Am letzten Wochenende wurde schon mal mit Gästen gefeiert und am 23. April soll’s dann losgehen.
Vermutlich werden dann die Headlines doch noch kommen. Ich wollte aber die Chance nutzen, zu sagen, dass in deutschen Landen nicht Alles dem Chaos ausgeliefert ist. Es sollten halt nur die richtigen Leute sagen, wo es lang gehen soll. So passiert vermutlich nächste Woche Unaufgeregtes.
Aufregung bleibt
Für Aufregung sorgt eher ratlose oder seltsame Politik, von USA bis Deutschland, von Öl Sucht bis Transportbehinderung unterschiedlichster Art. Wie irrational ist doch die gestern verhängte Blockierung der „Straße von Hormus“ durch US-Streitkräfte: Das durchziehen, was man vorher verurteilt hat. Aber die Ölreserven der USA machen es möglich.
Unnötige Gewalt, Kriege und Machtspiele. Man müsste sie den „Spielenden“ beider Seiten um die Ohren hauen und zwar so richtig und schmerzhaft. Letztlich geht es eben doch nur um Macht und Reichtum „einzelner Bekloppter“.
Derzeit geht trotzdem wenig in Sachen Fliegen in Germany. Der nicht enden wollende Tarifkonflikt zwischen LH-Management auf der einen, sowie Piloten und Flugbegleitenden auf der anderen Seite hat schon was von Kalkül.
Gewerkschaften sehen das als legitim an. Diese Woche kommt es aber ganz schön dicke. Gestern und Heute ist Ausstand bei Lufthansa und Eurowings, initiiert durch die Vereinigung Cockpit (VC). Morgen geht es dann locker weiter, denn die Flugbegleiter der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo). Dies nachdem sich Lufthansa gerade letzten Freitag mit der Gewerkschaft „verdi“ geeinigt hatte.
Streik zur Jubelfeier
“Jubi”maschinen vorletzte Woche in Berlin: Boeing 787-9 & Airbus A350-900 – Foto: Lufthansa / Jee Hae Youm
Schmerzhaft sind die Streiks ganz besonders dadurch, dass die große Feier zum 100jährigen der Lufthansa am morgigen Mittwoch mitten in den Streik fällt. Das Jubiläumsfest wird vom Arbeitskampf überschattet.
Desperate Seeking Solution
Die Gewerkschaftsseite spricht genauso natürlich von der Schuld der Konzernleitung, wie diese umgekehrt von einem „Erzwingungsstreik“ redet.
Es zeigt sich damit aber auch, dass die Diskussion völlig festgefahren ist. Das Management urteilt, dass den Mitarbeitenden das Schicksal der Fluggäste und die Zukunft der Airline völlig egal sei.
Ufo kontert, dass man mit dem Streik niemandem „eins auswischen wolle“. Es gehe um „Arbeitsbedingungen gegen Politik der harten Hand“. Freiwillig höre man den Gewerkschaften, seit geraumer Zeit ohnehin nicht mehr zu.
Die Aufmerksamkeit ist Ufo garantiert, wie es um den politischen Gegenwind steht, der vermutlich auch von Kanzler Friedrich Merz angefacht wird, muss sich weisen.
Kerosinmangel
Foto: Fraport
Der weltweit immer größer werdende Mangel an Rohstoffen (Öl und in der Folge Benzin und Kerosin) lässt, nach den jüngsten Entscheidungen, die Bedrohung der Weltwirtschaft wachsen.
Der Ölpreis stieg gestern wieder beängstigend in die Höhe. Fluglinien geraten zusehends in Schwierigkeiten. Die Aussicht, dass die Situation noch Monate dauern könnte, macht dies noch problematischer. Kommt doch der überwiegende Teil des Flugbenzins in Europa aus Raffinerien der Golfregion, die logistisch abgehängt wurde.
Sommerflugplan ade?
Selbst wenn unsere Wirtschaftsministerin versucht zu entwarnen, greift Angst um sich angesichts der sich immer deutlicher zeigenden Abhängigkeit vom Import fossiler Energie.
Die Reiseindustrie will in den nächsten Monaten zigtausende Touristen in den Urlaub fliegen. Was aber passiert, wenn der Treibstoff ausgeht? Die Versorgung ist ein grenzübergreifendes Problem. Was passiert, wenn an den Airports der Zielorte kein Treibstoff mehr zur Verfügung steht?
Auch Lufthansa hat schon einen Notplan vorgestellt. Danach könnten bei Andauern der Versorgungskrise schon in naher Zukunft bis zu 40 Maschinen am Boden bleiben. Deutschland dürfte nicht allein mit einem wachsenden Problem da stehen.
Play Loreley
Die Loreley verzauberte schon „immer“ mit ihrem legendären Gesang, üppig blonder Haarpracht und unwiderstehlichem Charme.
Nun nimmt die Schönheit aus dem UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal als PLAYMOBIL-Sonderfigur eine neue und aufregende Art Gestalt an.
Drei Mal Loreley – Foto: Martin Kubat / Loreley Touristik
Mit ihrem berühmten goldenen Kamm in der Hand, in ein blau funkelndes Kleid gehüllt und mit einem geheimnisvollen Lächeln auf den Lippen hat sich die 7,5cm große und rund 20 Gramm leichte Mini-Loreley eines ganz fest vorgenommen: Die Herzen von Groß und Klein zu erobern.
Sagenhafte Rhein-Schönheit in Klein auch für Groß
Ulrike Dallmann, Geschäftsführerin der Loreley Touristik GmbH betont dabei den Wert der neuen Playmobil-Figur als Sammlerstück. Sie sei wundervoll zum Nachspielen legendärer Geschichten, zum Ausstellen oder ein ideales Geschenk für alle, die Geschichten, Legenden und den Rhein lieben.
Bis die Figur tatsächlich greifbar wird, dauert es allerdings noch etwas, denn die PLAYMOBIL-Sonderfigur braucht eine bestimmte Bestellmenge, um produziert werden zu können. Ulrike Dallmann hofft aber auf einen durchschlagenden Erfolg:
Nach Erreichen unserer Mindestbestellmenge von 20.000 Stück erfolgt die Lieferung der PLAYMOBIL-Sonderfigur Loreley rund vier bis sechs Monate später – also pünktlich zum nächsten Weihnachtsgeschäft.
Der Loreley-Felsen im Mittelrheintal – oto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Da heißt es jetzt für Fans wie Gewerbetreibende: Mitmachen und bestellen, was das Zeug hält. Der Einkaufspreis beträgt pro Stück 4,15 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
LÄUFT! – Der ITB-Talk mit „Fairkehr“-Redakteurin Kristina Kühne vermittelt Idee und herausragende Beispiele für einen nachhaltigen und kurzweiligen Urlaub. […]
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