Reise News 16.04.26 – LH-Geburtstag, Konflikte und D-News

Die 100er Flotte der Lufthansa - Foto: Lufthansa

Reiseradio-Kommentar: Einfach weitermachen?

Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue

Man könnte heute einfach zur Tagesordnung übergehen. Geburtstagsparty gecrasht. Sei’s drum. Ich glaube der Imageschaden, den der Lufthansa-Konzern gestern erlitten hat, ist größer.

Waren früher Sicherheit, Qualität und Fortschritt vollautomatische LH-Synonyme, so ist diese glanzvolle Zeit seit gestern offiziell beendet. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass es schon etwas länger am Image bröckelte. Der Sparkurs des Konzerns kam nicht von ungefähr. Der verstörten Reaktionen der Belegschaft, die sonst als Lufthanseaten immer so glanzvoll auftraten, sind auch ein Zeichen, dass man mindestens vergessen hat, die Angestellten eines immer größer werdenden Flugkonzerns auf der Reise in den Wandel mitzunehmen. 

Hintergründe verstehen

Der meist nicht sehr hintergründig informierten Kundschaft war es in den letzten Jahren kaum zu erklären, warum aus der einst so stolzen Lufthansa (heute fast schon das Synonym für die Langstrecke) ein Konglomerat, aus Gesellschaften für die Kurzstrecke (Cityline & City), Europaverbindungen (Eurowings aber auch LH), Ferien (Discover) und meist auch billigeren Airlines wurde. Ein Kunde, der einfach gewohnt gut fliegen will, versteht auch nicht, warum eine Regionaltochter (LH Cityline) abgewickelt werden soll und stattdessen eine neue Tochter (LH City) perspektivisch mit demselben Fluggerät an den Start geht.

Sparkurs seit Jahren

Das macht man, um billiger und damit konkurrenzfähiger zu werden. Was ist, neben dem Fluggerät, am teuersten? Richtig, das Personal. Also durften die einst exzellent verdienenden Mitarbeiter:innen zur Kenntnis nehmen, dass an Ihnen gespart werden soll um die AG weiter verdienen zu lassen. Damit ist in aller Kürze und Oberflächlichkeit auch erklärt, warum es im LH-Konzern fast permanente Tarifkonflikte gibt. Angestellte wehren sich gegen Gehaltskürzungen in den neuen Gesellschaften, bei gleichzeitigem Abbau sozialer Leistungen. Nun mag man den arrivierten LH-Piloten durchaus zurecht unterstellen, dass das Wehklagen auf extrem hohem Niveau stattfindet. Neue Kolleg:innen und solche, die vom großen Kranich zu einer der neuen Gesellschaften wechseln oder gewechselt werden, stehen da relativ sehr viel schlechter da.

Foto: LH Group

Und jetzt?

Das Management wiederum will, kann, darf darauf keine Rücksicht nehmen. Es ist eingekauft worden, um für Rendite zu sorgen. Das ist in Zeiten von Klimakrise, kriegerischen Auseinandersetzungen, weltweitem Energiemangel sicher kein leichtes Unterfangen.  Unterm Strich ist das letztlich aber nichts Außergewöhnliches. Das passiert in Zeiten des industriellen Wandels derzeit überall. Im Dienstleistungsbereich (und dazu gehört auch die Lufthansa) kriegt die Öffentlichkeit die Streiks nur „lauter“ mit. Nach harter Hand zu schreien oder von Faulenzern zu reden ist in allen betroffenen Bereichen kontraproduktiv.

Um die eigenen Interessen (und dazu gehören auch Streiks) zu kämpfen, ist ein demokratisches Recht. Die Arbeitnehmerseite ist da zu verstehen.

Arbeitgebende wiederum stehen unter dem Druck, den Laden am Laufen zu halten. Ob dies nur möglich ist, wenn die jährliche Dividende wächst, steht auf einem anderen Blatt. Konzerne sollen verdienen, ob dies immer nur zu Lasten der Mitarbeitenden geschehen muss, bleibt die große Frage, die wir auf beiden Seiten lösen müssen. Nicht nur bei Lufthansa.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

LH-Tarifkonflikt – News

Ungeachtet von 100. Geburtstag und echter Nöte im Fluggeschäft geht der Tarifstreit zwischen Lufthansa und Vereinigung Cockpit weiter.

Die Gewerkschaft berichtet, dass sie ein Angebot zur Schlichtung gemacht habe. Dies sei vom Airline-Management abgelehnt worden, bzw. man habe dafür Vorbedingungen gestellt. Man wolle in einer Schlichtung dann nicht nur die aktuellen Tarifkonflikte diskutieren, sondern auch verabschiedete Vertragspakete wieder aufmachen.

Foto: Fraport AG

Aktueller Sparkurs

Die Geschäftsleitung geht inzwischen die aktuell aufgetretenen Probleme an. Alleine für Kerosin, stünden, trotz der preislich gesicherten, vorhandenen Vorräte, Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro ins Haus, heißt es.

Diese Kosten seien perspektivisch kaum kalkulierbar, solange die Sperrung der „Straße von Hormus“ noch andauere. In der Tat droht eine massiver Kerosin-Engpass, wenn die Sperrung der Meerenge zwischen Iran und Oman noch länger als drei Wochen andauert.

Gespart werden soll im Großen wie im Kleinen. Es gibt einen quasi Einstellungsstopp im Konzern. Ausnahmen müssen jeweils, im Detail, vom LH-Vorstand genehmigt werden. Neue Stellen sollen derzeit nicht geschaffen werden. Freiwerdende Stellen sollen, bis auf wenige Ausnahmen, nicht nachbesetzt werden. Gekürzt werden soll auch bei Dienstreisen und nicht zwingend nötiger Weiterbildung. Bemerkenswert: Neue Verträge für aushäusige Beratungsfirmen dürfen nicht mehr geschlossen werden.

D-News

Angesichts von weltweiten Krisen, Kriegen, wirtschaftlicher Probleme und Verunsicherung gerät auch der „heilige“ Jahresurlaub für viele Menschen unter Druck. Wir berichteten bereits über die Unsicherheiten.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Fast wie zu Corona-Zeiten steigt der ohnehin beliebte Deutschlandurlaub wie ein Phoenix aus der Asche. Allerdings sind auch Inlandsziele von Problemen betroffen. Steigende Preise lassen sich nicht ohne Weiteres legalisieren. Trotzdem hofft der Deutschland-Urlaub auf ein gewisses Wachstum. Das Angebot kann sich durchaus sehen lassen. Aber es gibt auch Faktoren, die nicht ganz weg zu diskutieren sind. Da sind Vorbehalte gegen den Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern angesichts von starken Zahlen in der Parteienstatistik. Es gibt Urlauber, die nicht in AfD-Hochburgen ihre Ferien verbringen möchten. Noch ist eine Stornierungswelle fern jeder Realität.

Nichtsdestotrotz zeigt sich der Deutsche Tourismusverband in „Hab Acht Stellung“ und fordert Weltoffenheit und Vielfältigkeit in deutschen Reisezielen.

Chiemgau – Kultur

Oberbayern gehört traditionsgemäß zu den beliebten Deutschlandzielen. Insbesondere im Chiemgau und damit in unmittelbarer Nähe von Bergen und Chiemsee warten im Sommer mehrere Festivals auf kulturinteressierte Urlauber.

Chiemgau Alm Festival  

Alm-Festival – Foto: Chiemgau-Tourismus

Hochkarätige Konzerte auf den schönsten Almen erwarten die Gäste beim Chiemgauer Alm Festival vom 27. Juni bis 12. Juli 2026. Die beliebten Veranstaltungen bieten traditionelle Volksmusik ebenso wie Klassik, Jazz und Rock. Viele Konzerte lassen sich mit einer Almwanderung verbinden.

Herrenchiemsee Festspiele

Schloss Herrenchiemsee – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

In der zweiten Julihälfte wird der große Spiegelsaal auf Schloss Herrenchiemsee zum Konzertsaal. Von 14.-26. Juli stehen die Konzerte unter dem Motto „Der Welt entrückt“. Die Festspiele beginnen mit Johann Sebastian Bach, dazwischen gibt es große Werke von Mozart, Vivaldi und enden mit Ludwig van Beethoven.  

Kultsommer in Traunstein

Vom 30. Juni bis 8. September sorgen jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag verschiedene Musikgruppen und Bands am frühen Abend auf dem Stadtplatz für beste Stimmung. Der Eintritt ist frei.

Nicht überlaufene Natur auf dem “Schmugglerweg” im Chiemgau – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

„Skillcation“ in Mecklenburg – Vorpommern

Hausboot auf der Binnenmüritz – Foto: TMV/Witzel

Diese Wortschöpfung aus „Skill“ für Fähigkeiten und „Vacation“ für Urlaub, soll ein Reisetrend für das Jahr 2026 werden. Dahinter steckt das Ziel, die freien Tage zu nutzen, um Neues zu erlernen. Den nötigen Freiraum samt passender Angebote bietet das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern.

Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, beschreibt:

Wir greifen gern die aktuellen Reisetrends auf, die wir im Urlaubsland bestens bedienen können. Dazu gehört neben der Coolcation auch Skillcation. Wer im Urlaub offen für Neues ist, der wird in Mecklenburg-Vorpommern fündig. Urlaub als Erholungszeit und Entdeckungszeit – das ist die Idee. 

Laut Reiseanalyse der Forschungsgruppe Urlaub und Reisen ist „Etwas für Kultur und Bildung tun“ für mehr als jeden vierten Bundesbürger ein besonders wichtiges Reisemotiv. Für Menschen, die Mecklenburg-Vorpommern bereits bereist haben, liegt dieser Anteil noch etwas höher, nämlich bei rund 32 Prozent.

Ummanz / Rügen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Angebote reichen vom Bau eines eigenen Boots auf Usedom, über Golfkurse n der Hauptstadt Schwerin, bis zu Angeboten für eine persönliche Weiterentwicklung beim „for us Festival“ in Rostock. Auch Küstenwanderungen auf Deutschlands größter Insel Rügen gehören zum Portfolio.

Direkte Reiseimpulse aus Franken

Fränkische Vielfalt aufs Smartphone – Foto: Frankenwald-Tourismus / Marco Felgenhauer

FrankenTourismus erweitert seine Kommunikationswege und bietet mit einem eigenen WhatsApp-Kanal neue Impulse für die Reiseplanung.

Das Angebot richtet sich direkt an Gäste und ergänzt bestehende Informationswege wie Website, Social Media und Kampagnen um einen zusätzlichen, niedrigschwelligen Zugang. Ein- bis zweimal pro Woche informiert der Kanal kompakt über Ausflugstipps, Veranstaltungen, saisonale Highlights und besondere Orte in den fränkischen Urlaubslandschaften und Städten. Die Inhalte orientieren sich an der Jahreszeit und greifen sowohl klassische Themen wie Wandern, Radfahren und Kultur als auch aktuelle Ereignisse auf. Die bewusst kurz gehaltenen Beiträge bieten konkreten Nutzwert und verlinken bei Bedarf auf weiterführende Informationen.

Garmisch-Partenkirchen: Vegetarische Jugendherberge

Die Jugendherberge moun10 in Garmisch-Partenkirchen setzt ab sofort auf rein vegetarische Produkte in der Verpflegung ihrer Gäste. Insbesondere das Angebot auf dem Frühstücksbuffet* besteht künftig ausschließlich aus fleischlosen Speisen. Damit ist das Haus einer der bundesweiten Vorreiter und erste Jugendherberge im Landesverband Bayern, die vollständig auf ein vegetarisches Ernährungskonzept umstellt.

Veggie Frühstück in Garmisch-Partenkirchen – Foto: DJH Bayern

In einem mehrmonatigen Prozess hatte das Küchenteam Testdurchläufe mit verschiedenen Gästegruppen durchgeführt. Ergebnis: Nur ein verschwindend kleiner Teil der Gäste hatte Fleisch und Fleischprodukte vermisst – die kreativen Rezepturen, die ab sofort umgesetzt werden, hatten sowohl Schulklassen als auch Familien und Freizeitgruppen überzeugt, so dass einer Einführung einer vegetarischen Verpflegung im Haus nichts im Wege steht. Die Jugendherberge „moun10“ bietet im Verpflegungsbereich lediglich ein Frühstücksbuffet und serviert keine Mahlzeiten am Mittag oder Abend.

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