Reise News 15.09.26 – Schwitzen, Fliegen, Feiern & Erleben

Overtourism - Foto: GOB

„Unmenschlicher Sommer“ – Mallorca blickt zurück

Bleibt die Insel unser Sonnenparadies oder wird sich das in der Zukunft ändern. Die Mallorquiner reden offensichtlich aber vom „unmenschlichen Sommer“ und meinen damit sicher nicht die hohe Gästezahl. Insbesondere die Insel-Hoteliers fordern eine Anpassung an den Klimawandel. Der Sommer 2026 sei einfach zu heiß gewesen, um zu ignorieren.

Die deutschsprachige Mallorca-Zeitung zitiert Miguel Antigues, den Präsidenten des balearischen Verbands für Agrotourismus mit dem Satz:

Wenn ich im August auf Mallorca Urlaub machen würde, käme ich nie wieder 

Überall zu warm

Mallorca – Foto: alltours

Die Folgen der Hitze sind insbesondere im Meer problematisch. Die Wassertemperaturen lagen an extremen Hitzetagen rund um Mallorca bei rund 33 Grad.  Dies sei dem Ökosystem auf keinen Fall zuträglich, sagen Meeresbiologen und auch der Spanische Wetterdienst.Spanien erlebte des heißesten Sommer seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Noch letzte Woche gab es, auf dem Festland in Andalusien, einen Tages-Höchstwert von 45 Grad.

Die Hotels waren in der Hauptsaison aufgrund der Hitze gezwungen, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden zeitlich anzupassen, um den Job erträglich zu erhalten. Und auch an einer Anpassung der touristischen Infrastruktur an den Klimawandel führe kein Weg vorbei, heißt es.

Die Einzigen, die das offensichtlich (noch) nicht juckt, sind derzeit die Urlauber.

Germany Top: Tourismus aus dem Ausland wächst

Schloss Neuschwanstein – Foto: DZT / Christoph Jorda

Es sind eindeutig positive Zahlen. Zu Beginn der Haupturlaubszeit im Juli stieg die Zahl der Ausländerübernachtungen im Deutschlandtourismus nach den noch vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,2 Prozent auf 10,8 Millionen. Im Umfeld einer schwierigem Marktsituation ist dies eine Spitzenleistung.

Insgesamt wurden von Januar bis Juli 47,1 Millionen Übernachtungen internationaler Gäste registriert – ein Plus von einem Prozent gegenüber 2025. In der zweiten Jahreshälfte ist, nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), weiteres Wachstum möglich.

Deutschlandtourismus gegen Trend erfolgreich

Ummanz, Rügen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erklärt dazu:

Der deutsche Incoming-Tourismus behauptet sich trotz geopolitischer Konflikte und wirtschaftlicher Unsicherheiten mit einer wachsenden Nachfrage. Die aktuelle Entwicklung spiegelt die Strahlkraft der Marke Reiseland Deutschland und die solide Positionierung im internationalen Wettbewerb wider. Die Wahrnehmung als serviceorientiertes sicheres Qualitätsreiseziel, das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis und die breite Aufstellung und Präsenz in unseren Quellmärkten tragen dazu bei, den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Deutschland zählt auch in diesem Sommer wieder zu den Top-Urlaubsdestinationen in Europa.

Emirates: Streit um Verkehrsrechte

Emirates A380 – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Berliner haben sich vielleicht gefreut. Das Bedürfnis der VAE-Fluggesellschaft Emirates künftig auch BER anzufliegen, traf auf offene Ohren bei der Bundesregierung. Man bewilligte Verkehrsrechte für einen fünften Airport. Das soll der Hauptstadtflughafen werden. Die Zahl der Verbindungen soll noch abgestimmt werden.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und die dort organisierten Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo, Eurowings, Condor und TUIfly sprechen von einem „schweren Fehler in der Verkehrspolitik“. Die Interessen der deutschen Airline-Branche werde vernachlässigt. Begründung: Emirates werde sicher keine eigenen Intercontinental-Flüge ab Berlin anbieten, sondern versuchen, Fluggäste über Ihr Drehkreuz in Dubai weiter zu transportieren. Damit werde sich das internationale Fernflugangebot ab Berlin nicht erhöhen.

BER – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Bedenkenswert ist allerdings auch die Frage, warum ein eigenes Angebot von Lufthansa und ihren Gruppenmitgliedern seit Jahren versäumt wird.

Air Baltic & das „Chapter 11“

Die größte Fluggesellschaft der baltischen Staaten, Lettland, Litauen und Estland, ist seit geraumer Zeit wirtschaftlich angeschlagen. Jetzt hat die Airline eine mögliche Notbremse gezogen. Air Baltic hat bei einem US-Amerikanischen Gericht eine Insolvenz in Eigenverwaltung nach „Chapter 11“ angemeldet.

Foto: Air Baltic

Unter dem Schutz dieses Gesetzes bekommt die Airline die Möglichkeit ihre Finanzen bei fortlaufendem Geschäftsbetrieb zu sanieren. Dies geschieht unter Aufsicht des Gerichts. Danach muss die Gesellschaft beweisen, dass sie ihre Schulden erfolgreich reduziert und gleichzeitig ein finanziell wieder tragfähiges Konzept entwickelt. Vielen Fluggesellschaften ist das so schon gelungen.

Andrejs Martinovs, Aufsichtsratsvorsitzender von Air Baltic wird mit diesen Sätzen in der Fachpresse zitiert:

Dieser Prozess erfordert natürlich strenge finanzielle Disziplin, und das Unternehmen muss eine Reihe wichtiger Bedingungen erfüllen. Unser Ziel ist es, den Prozess mit einer finanziell stärkeren Air Baltic und einem deutlich reduzierten Pflichtniveau abzuschließen.

Das Verfahren soll bis Mitte 2027 abgeschlossen werden. Ob das gelingt, muss sich zeigen. Die Finanzmärkte reagieren aktuell recht nervös, was als schlechtes Zeichen gewertet werden kann. 

Salzburg: Jazz & the Citysounds

Salzburg-Panorama – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Unter dem Motto „true moments“ will „Jazz&TheCitysounds vom 15. bis 18. Oktober 2026 erneut ein starkes Zeichen für echte Musik-Erlebnisse voller Vielfalt setzen.

Das Festival schafft an 20 außergewöhnlichen Spielorten unmittelbare Begegnungen von rund 140 Künstler:innen und dem Publikum. Die Salzburger Altstadt wird Salzburg wird wieder vier Tage lang zur Bühne für Formationen aus internationalen Metropolen, die bei rund 60 Acts zwischen Jazz, Folk, Weltmusik und Wienerlied mit Elektronik, Klassik und spannenden Genre-Crossovers für besondere Konzertmomente sorgen – und das bei freiem Eintritt.

Vielfalt

Jazz and the City 2025: Mozarteum Marching Band in der Salzburger Altstadt – Foto: Henry Schulz

Die „Citysounds – Klangvielfalt“  ist seit über 25 Jahren im Herbst ein Fixtermin im Veranstaltungskalender der Salzbuger Altstadt. Das Festival, das jährlich zehntausende Besucher:innen anzieht, präsentiert sich auch in diesem Jahr so international wie irgend möglich. Künstler aus den USA, Italien, Frankreich, Spanien, Kolumbien, Iran, Mauretanien, Niederlande, Marokko, Yemen, Israel und der Türkei stehen namhafte Größen der österreichischen Musikszene gegenüber. Im Mittelpunkt steht das, was sich nicht simulieren lässt: das echte, unmittelbare Musik-Erleben.

Saarland: Industrie und Kultur

Industriekultur wird immer stärker zu einem bedeutenden Faktor des Deutschlandtourismus. Im letzten Podcast berichteten wir über die Industriekultur in der Lausitz. Hier geht es um Kunstausstellungen und Kultur-Festivals im Herbst und im Saarland?

Dort sind u.a. die ikonischen Werke von Andy Warhol, die renommierte Künstlerin Monira Al Qadiri und die Urban Art Biennale inmitten des UNESCO-Weltkulturerbes Völklinger Hütte zu sehen. Das ist eine von vielen Chancen um sich im Saarland ganz entspannt auf einmalige Industriekultur, internationale Kunst und die regionale Kreativszene einzulassen.

Rundgang durch das Weltkulturerbe Völklinger Hütte – Foto: TZS/Eike Dubois

Herzstück ist das UNESCO-Welterbe Völklinger Hütte. Das Denkmal aus der Blütezeit der Industrialisierung ist weltweit das einzige Eisenwerk dieser Epoche, das vollständig erhalten ist Inzwischen ist sie ein einmaliger Schauplatz internationaler Ausstellungen, Festivals und Konzerte.

Festivalherbst

In diesem Jahr sind u.a. die URBAN ART BIENNALE und das FREISTIL_FESTIVAL zu Gast. Aber auch in der Landeshauptstadt Saarbrücken hat die Kunst einen Ort: In der „Modernen Galerie“ sind aktuell noch die Werke von Andy Warhol und Monira Al Qadiri zu sehen.

Das [ tra’vers ] festival ergänzt das kulturelle Herbst-Programm im Saarland. So kann aus einem Wochenendtrip eine abwechslungsreiche Reise zwischen Pop-Art und Industriekultur, zwischen internationalen Künstlern und regionaler Identität werden. Dabei bleiben die Wege im überschaubaren Saarland stets kurz.

Ab zwei Übernachtungen profitieren Urlauber außerdem von der Saarland Card, die freien Eintritt in über 100 Sehenswürdigkeiten ermöglicht. Die Gästekarte dient zudem als Ticket für Busse und Bahnen.

Schneewittchen und der Apfel

Lohr: Schloss und Spessatmuseum – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Deutschlandtourismus ohne Märchen? Das ist undenkbar. An zwei Herbstnachmittagen lädt jetzt die Schneewittchen-Stadt Lohr am Main im Spessart-Mainland zu Familienausflügen ein. Beim „Schneewittchenfest“ am kommenden Sonntag, 20. September, verwandelt sich die Städtische Parkanlage von 14 bis 18 Uhr in eine Erlebniswelt mit Hüpfburg, Kinder-Bungee-Jumping, Kletterberg und Planwagenfahrten. Alle Attraktionen sind kostenfrei. Für musikalische Unterhaltung und eine kulinarische Stärkung zwischendurch ist ebenfalls gesorgt.

Rambourfest

Genussvoll soll es am 25. Oktober werden. Beim traditionellen „Rambourfest“ dreht sich alles um ganz besondere Äpfel. Auf dem Schlossplatz findet ein Apfelmarkt mit zahlreichen Ständen rund um den Apfel, selbstgemachten Likören und spannenden Informationen statt. Zusätzlich laden die geöffneten Geschäfte zum Bummel durch die Altstadt ein. Auftritte lokaler Künstler:innen, Spielangebote bis hin zur Riesenrutsche und kulinarische Köstlichkeiten ergänzen das Programm.

Das Schneewittchen (alias Luisa Damm) und der Spiegel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das Lohrer Schneewittchen ist mit dabei und verteilt aus seinem Korb passend zum Thema Äpfel an die Gäste.

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