DRR79 „Summer of Love“ – We’re going to San Francisco

Im Mai 1967 wurde der Song des Liebessommers von San Francisco veröffentlicht. Der Hitmaker war Scott McKenzie. Eigentlich hieß er Philip Wallach Blondheim und stammte aus Florida. Aber wie viele Andere in dieser Zeit zog auch er in den Sixties irgendwann nach Kalifornien. Er war eng mit John Philips, dem Gründer der „Mamas & Papas“ befreundet und schrieb viele Songs mit ihm zusammen. Sein „San Francisco“ – Song wurde zur Hymne der Hippie-Bewegung und des Summer of Love. Das ist jetzt 50 Jahre her und San Francisco zehrt nicht nur heute noch davon, sondern feiert den Sommer der Liebe in diesem Jahr. Aber was wissen wir eigentlich wirklich darüber? Wir haben alle wichtigen Infos zu „50 Years – Summer of Love“ zusammengetragen und liefern quasi das „Lust-Paket“ zur Reise an die US-Westküste.

Rüdiger Edelmann vor der tollen Kulisse von San Francisco

Der Auslöser der Bewegung

Da war die verstaubte Bürgerlichkeit, da war der Vietnam-Krieg und da war die tiefe Sehnsucht auf friedliche Art die Gesellschaft zu verändern. Daraus wuchs die Sehnsucht nach freien Gedanken, freier Liebe, freier Musik. Freiheit eben. Da war der Traum der Hippies von einem besseren Leben, mit heiler Umwelt, heiler Natur, liebevollem Umgang aller Menschen. Letztlich waren sie eine aktionistische Bewegung. Im Gegensatz zu vielen gewalttätigen Aktionisten stand hier aber die friedliche Aktion, Peace, im Vordergrund und im Zentrum der Interessen. Ein Teil der amerikanischen Jugend machte sich also auf nach San Francisco um dabei zu sein. Dass das nicht klappen könnte, hätte im Frühjahr 67 niemand der Beteiligten gedacht. Der Rausch war einfach so groß. Es war die Berauschung am anderen Leben, an der Liebe aber leider auch an den Drogen.

Janis Joplin, Ikone des „Summer of Love“ – Foto: Elaine Mayes / sftravel

Sommer der Liebe

Er begann im San Francisco von 1967 gewissermaßen schon im Januar mit dem „Human BE-IN“ im Golden Gate Park. Ein Festival der Liebe, mit typischer Musik von Zeit und Ort. Freie Liebe und andere Musik standen im Vordergrund. Die Stars der Bewegung waren „Big Brother and the Holding Company“, Janis Joplin, „Jefferson Airplane“, „Quicksilver Messenger Service“, „Grateful Dead“.  Es sind Bandnamen, die für die Zeit Programm waren. Das sprach sich rum und Tausende machten sich auf den Weg nach California und ins Zentrum der Hippie-Bewegung in Height-Ashbury. Das Bürgertum war geschockt und der Chef der Polizei Station im Golden Gate Park wurde zitiert mit der Aussage:

„Alle Hippies sind friedlich. Manchmal ist der Umgang mit ihnen aber ärgerlich, weil sie komplette Freiheit wollen.“

Diese Freiheitsbedürfnis äußerte sich in anderen Klamotten, anderer Musik, anderen Bilder und Postern. Der Fachbegriff von der Psychedelische Kunst kam auf. Geprägt auch, durch den einen oder anderen LSD-Trip. Poster und besondere Literatur gab es in den Buchläden rund um die Ashbury und Hyde – Street zu kaufen. Die Mode war genauso schreiend bunt wie die Poster. Versehen mit indianischen, asiatischen und afrikanischen Motiven in Gold, Gelb, Orange, Rot prägten die Optik. Wallende Gewänder und Jeans wurden zum Modetrend. Das, was vorher reine Arbeitskleidung war, wurde hip. 1967 war das Paar Levi‘s-Jeans allerdings auch noch unglaublich billig. Amerikanische Modeschöpfer an der Westküste sagten damals auch:

„Rockmusiker einzukleiden macht Riesenspaß. Sie haben reichliche Einnahmen und können es sich zusätzlich erlauben, unmögliche Klamotten anzuziehen.“

Irgendwie wurde Vieles Eins: Liebe, Kunst, Mode – Rock’n-Roll.

 

Summer of Love – Feeling

Den „Summer of Love 2017“ erleben

Wer nach San Francisco fährt sollte auf jeden Fall eine „Summer of Love“-Tour machen. Da gibt es die speziell für diesen Sommer kreierten Angebote. Man ist unterwegs mit den berühmten alten VW-Bussen in entsprechend bunter Bemalung. Sun Francisco Love Tours macht es möglich. Man kann Standardtouren auswählen. Wer in einer größeren Gruppe unterwegs ist, kann sich auch eine spezielle Tour zusammenstellen lassen. Wer Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen möchte, bucht eine Rundfahrt mit dem Magic Bus. Die Tour wird durchgeführt mit einem alten Schulbus, der nicht nur umweltschonend fährt, sondern auch mit jeder Menge Technik im Innern ausgestattet ist. So bekommt man, historische Filme und Bilder in einer Videoproduktion präsentiert. Genau getaktet hebt sich nach den Videoteilen die Leinwand an den Fenstern und man schaut auf die Originalschauplätze von heute. Zweieinhalb Stunden dauert die Tour. Sie findet montags, donnerstags, Freitags und samstags jeweils um 10 Uhr 30 und 13 Uhr 30 statt. Der Bus fährt am Union Square ab.

Wir haben die Tour schon vor einigen Jahren mitgemacht, aber CHECK: Es hat sich nichts verändert. Am Ende der historisch geprägten Tour ist schon vom Ende des 67er Sommers und vom Beginn des Niedergangs die Rede. Alles richtig. Allerdings will und soll man zum Jubiläum den „Summer of Love“ in San Francisco feiern und genießen.

Magicbus: Keine Tour, sondern ein Trip

Den Hintergrund gibts im Museum

Die Hippies hätten uns vermutlich ausgelacht, aber ein guter Weg zum Verständnis ist nach 50 Jahren der Besuch im Museum. Das „DeYoung Museum“ im Golden Gate Park präsentiert aktuell eine Ausstellung zum Sommer der Liebe. Sie beantwortet all die Fragen nach Kunst, Musik, Politik, Lebenseinstellung, Mode und natürlich nach den Blumen im Haar. Helena Nordstrom, Pressesprecherin des Museums, hat uns in der Reiseradioshoe erklärt, was es zu sehen gibt:

„Jeder hat ja vom Summer of Love gehört, meist aber nur sehr vage. Hier erfährst Du was in Height-Ashbury geschah, warum es ausgestellte Jeans gab. Alles Teil der Ausstellung. Genauso wie Musik und Musiker: Jefferson Airplane, Janis Joplin. Mode: Handtaschen und auch die Adaption durch Modeschöpfer wie Yves Saint-Laurent, die etwas später Mode kreiert haben, die von dieser Zeit beeinflusst wurde. Aber wir feiern nicht nur alte Zeiten. Denn Vieles ist heute wieder relevant geworden. Die Hippies hofften auf besseres Umweltbewusstsein, Frauenrechte, Ende des Rassismus. Heute Alles wieder da. Und diesen Zusammenhang präsentiert die besuchenswerte Ausstellung“.

Wer die Ausstellung noch sehen will, muss sich allerdings sputen. Sie ist nur noch bis zum 20. August zu sehen. Interessant für Frankfurter: Der ehemalige Kulturschirn und Städelchef Max Hollein ist jetzt unter anderem Direktor des „DeYoung-Museums“. Wer Hollein-Fan in Frankfurt war, wird es sicher auch in San Francisco werden.

Helena Nordstrom beim DRR-Interview

Die Verbindung zur Gegenwart

So färben die Hippies auf die politische Szene von heute ab. Eigentlich völlig logisch, meinte Helena Nordstrom vom DeYoung Museum im Reiseradio-Gespräch. Unkonventioneller Wagemut sei in San Francisco eine historische Dimension. Das habe begonnen mit dem Goldrausch und den Pionieren des 19. Jahrhunderts und setze sich bis heute fort. So ist doch eine ganze Menge übrig geblieben vom Sommer der Liebe, der in San Francisco gefeiert wird. Und die Akzeptanz des „Anders-Seins“, ist nirgendwo größer als dort. Das schlägt sich 2017 nieder im Protest gegen Donald Trump, im Eintreten der Gerichte in San Francisco gegen das Einreiseverbot und auch immer ein wenig in der Hoffnung auf bessere Zeiten.

Information: www.sftravel.com

Weitere Tipps für einen San Francisco-Besuch findet Ihr übrigens beim Blogger-Kollegen Ingo Busch auf Reise-Wahnsinn.de

Golden Gate Brücke

 

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