DRR89 – Rollstuhlurlaub pauschal – Das Modell „Runa-Reisen“

Foto: Runa-Reisen

Diesmal gibt es auf den ersten Blick ein etwas sperriges Thema. Allerdings nur auf den ersten Blick! Es geht um Reisen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, komplett gebucht bei einem Pauschalreiseveranstalter.

Vielfältigkeit für Jeden – Foto: Runa-Reisen

Zwangsläufige Überforderung des „normalen“ Reiseanbieters

Die „Großen“ auf dem Markt sind da außen vor und bis vor ein paar Jahren musste der Urlaub für Menschen mit körperlichen Einschränkungen entweder individuell zusammengestellt werden, oder man und frau war unterwegs mit Diakonie, Caritas oder Arbeiterwohlfahrt in der sogenannten „Behindertenfreizeit“. – Aber: Einen Reisekatalog aufschlagen und mal schauen, was denn so in aller Welt im Angebot ist, das gab es für diese Kunden fast nicht.

Es geht mehr als man gemeinhin denkt – Foto: Runa-Reisen

Alternative: Spezialveranstalter

Was ich bis vor ein paar Wochen nicht kannte, ist die Geschäftsidee von zwei Tourismus-Studenten, die im Jahr 2006, nach dem Studienabschluss, die Firma „Runa-Reisen“ gründeten. Nils Wend und Karl B. Bock hatten eine Idee und realisierten sie einfach mal. Sie klingt so einfach und ist doch mitunter so kompliziert: Nach dem Motto „Geht nicht, gibt’s nicht!“, bietet runa reisen barrierefreie, individuelle Pauschalreisen zu mehr als 200 Destinationen in 30 Ländern weltweit. Neben Rollstuhl-Urlaub, Pflegehotels und betreuten (Gruppen-) Reisen, beinhalten die alljährlichen Kataloge auch eine kleine Auswahl an Angeboten für Gäste mit Seh- und Hörbehinderungen sowie Allergiker. Selbst außergewöhnliche Destinationen, wie rollstuhlgerechte Vietnam- oder USA-Rundreisen, Kreuzfahrten oder Hausbootcharter werden realisiert. Grenzen scheint es kaum zu geben. Auf Anfrage werden auch individuellste Wünsche realisiert. – Heute ist „Runa-Reisen“ Deutschlands größter Veranstalter von Reisen für Menschen mit Handicap. Der Weg dorthin war nicht einfach, denn man kann als „Normalo“ viel verkehrt machen oder denkt nicht an Dinge, die einem Menschen mit körperlicher Einschränkung den Urlaub vermiesen oder ihn im schlimmsten Fall unmöglich machen. Lehrgeld zahlten auch die Spezialisten, als sie noch auf dem Weg zu diesem Attribut waren.

Fernreisen sind ein „Klacks“ wenn die Infrastruktur stimmt – Foto: Runa-Reisen

Die Motivation zur Nachfrage

Berechtigte Frage: Warum kannte ich die nicht? Vielleicht lag es daran, dass ich nie danach suchen musste. Eventuell ist aber dieses Spezialprodukt so unbekannt, dass es sogar Menschen, die suchen, es noch nicht gefunden haben. Jedenfalls lohnt sich das genauere Hinsehen und Nachfragen. – Dementsprechend machte ich einen Termin mit Geschäftsführer Karl B. Bock und fuhr ins westfälische Steinhagen. Motivation: Ich will mehr wissen.

Das Interview…

Gesprächspartner Karl B. Bock – Foto: Runa-Reisen

…mit Geschäftsführer Karl B. Bock gibt es im Podcast. Er berichtet vom Aufbau, der Namensgebung und vom Aufbau einer Marke. Selbstverständlich haben wir über die unterschiedlichsten Zielgebiete gesprochen, über die angebotenen Urlaubsreisen und deren Klassifizierung. Selbstredend wollte ich wissen, wie Runa-Reisen seine Urlaubshotels findet, seine Rundreisen plant, die Zimmer kategorisiert um unterm Strich einen garantiert sorgenfreien Urlaub für Menschen mit körperlichen Einschränkungen anbieten zu können. – Da gibt es viel zu beachten! – Letztlich ging es in unserem Gespräch aber auch um die Frage, wie man auf die Geschäftsidee kommt und was seine Motivation über fast 12 Jahre aufrecht gehalten hat. Über Preise und den unerlässlichen Erwerb von Vertrauen bei der Kundschaft haben wir auch geredet.

Die Fragen…

…die wir beantwortet bekamen waren, im Überblick, folgende:

  • Gibt es Unterschiede bei den Reisebedürfnissen und Zielen im Vergleich zu den Normalangeboten?
  • Welche Reisen für welche Kunden werden angeboten?
  • Wie finde ich das Richtige für mich im Katalog oder online?
  • Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit eine Unterkunft den Weg ins Angebot findet? – Wie läuft die Kategorisierung und Überprüfung der Zimmer, des Hotels und selbstverständlich der Umgebung?
  • Was ist bei der Planung von Flugreisen zu beachten und wie kompliziert ist diese Planung?
  • Überhaupt Anreise und Mobilität am Urlaubsort. Was geht, was geht (noch) nicht?
  • Was geht in Sachen Strandzugang, Poolnutzung, Ausflüge, Mietwagen?
  • Im Angebot sind auch, auf den ersten Blick, überraschende Ziele, Welche sind das? Was geht und was geht nicht?
  • Sind Fernreisen komplizierte als der Trip ans heimische Meer an Nord- oder Ostsee?
  • Kreuzfahrten und Hausboot mieten. Es gibt überraschend viel, was man nicht für möglich gehalten hätte. Gibt es dabei auch Schwierigkeiten und Enttäuschungen?
  • Die besondere Betreuung durch den Veranstalter wird versprochen. Wie sieht das aus?
  • Kann man im Rollstuhl auch alleine verreisen?
  • Kann ich mich auch individuell beraten lassen und bekomme dann ein maßgeschneidertes Angebot von der Abenteuerreise, über Badeurlaub, Pflegehotel bis zur individuell geplanten Reise für Wachkoma-Patienten?
  • Kann ich mir eine solche Reise überhaupt leisten oder ist das unbezahlbar?
  • Welche Entwicklungen stellt der Spezialist fest in Sachen Reisen mit dem Rollstuhl? – Gab und gibt es Fortschritte?

Die Fragen waren zahlreich, die Antworten vielfältig und für den „Normalo“ (wie Karl Bock gerne sagt) teilweise sehr überraschend. Aufschlussreich ist das Gespräch um ein spannendes Thema allemal.

Mee(h)r sehen – Foto: Runa-Reisen

Information:

Runa Reisen, Woerdener Straße 5a, 33803 Steinhagen

Telefonhotline: 05204 – 922 78 0

www.runa-reisen.de

Für den gedruckten Katalog zahlt man eine Schutzgebühr von 5 €uro.

 

 

 

1 Kommentar

  1. Hallo,danke,dass wir runa-reisen gefunden haben. Wir hoffen,wir schaffen es eines Tages mal eine Reise mitzumachen.

    Mit freundlichen Grüssen D.Isserstedt

1 Trackback / Pingback

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