DRR98 ITB-Talk (2) – USA: Presidents and Bicentennials, Keys and Kisses, Miami and More, Holes and Wolfes

US Touristiker kämpfen gegen das neue Image an, das der Präsident dem Land verpasst hat. Den Reisen ins frühere Traumland hat es geschadet. Dazu kamen im letzten Jahr die verheerenden Hurricanes, eine Gewalt- und Waffendiskussion mit schlimmem und zweifelhaftem Ausgang. Immerhin der Protest geht weiter.

Unterm Strich, reichlich Faktoren, die die Arbeit der Touristiker nicht gerade erleichtert hat. Trotzdem: Das Land ist nach wie vor bereisenswert. Vieles hat sich  verbessert, Manches wurde wiederhergestellt und einige Regionen sind glücklicherweise ziemlich weit weg vom Politzirkus in Washington. – Deshalb gibt es diesmal einige Schlaglichtern, die so gar nicht zum schlechten Image passen und gerade deshalb erwähnt werden sollen.

200 Jahre Illinois, 4 Präsidenten und ein Jubiläum

Meeting Abraham Lincoln – Foto: Illinois Tourism

Unselige Präsidenten gab es schon immer mal. Neu im historischen Gefühl ist, dass man sich immer öfter auf die Menschen besinnt, die gut waren für das große Land. Dementsprechend besinnt man sich im US-Bundesstaat Illinois auch ganz besonders auf zwei Menschen, die aus Springfield und Chicago stammen. Der Grund dafür ist simpel und heimattreu. Illinois als Staat wird in diesem Jahr 200. Marla Cichowski gibt Tipps für „ihren“ Bundesstaat im Interview:

In der Hauptstadt Springfield wird es in diesem Jahr auch im „Präsident Lincoln Museum und Bibiliothek“ eine ausgefallene Ausstellung geben. Sie heißt „Von Illinois ins Weiße Haus“ und erzählt die Geschichte unserer vier Präsidenten und vor allem auch die ihrer Frauen – Das große finale Fest wird zum Jahresende im United-Center in Chicago stattfinden. Eine Riesenparty zum exakten Geburtstag am 3. Dezember.

Sie empfiehlt aber auch den Trip vom Einfallstor Chicago durchs Land: Auf der Route 66 nach Springfield und weiter oder über die landschaftlich wunderschöne „Great River Road“ am Mississippi und der Westgrenze von Illinois entlang. Klar, dass auch sie, wie alle Einheimischen, meint, Chicago sei mit Abstand die schönste Stadt der USA.

Key West is back

Florida und insbesondere die Inselkette der Keys atmet durch, nach den Hurricanes des letzten Jahres und betont seine, für amerikanische Verhältnisse, eher ausgefallene touristische Stärke. Wir haben Markus Elter von der deutschen Vertretung der Keys gefragt, ob denn wirklich wieder Alles steht, nach den massiven Schäden im letzten Jahr. Er hat dies voll bestätigt. Hier und da müssten noch ein paar Bäume neu gepflanzt werden, das sei aber das einzige Defizit. Die Freizeitwelt der Florida Keys ist wieder intakt. Die Korallenriffe und damit auch die Tauchreviere hätten glücklicherweise keine Schäden davon getragen. Der offene Geist und die Toleranz der Menschen habe ohnehin nie zur Diskussion gestanden.

Key West: Das Paradies ist intakt

Deshalb sei auch klar, dass der Spitzenplatz von Key West, als LGBT-Ziel nie gefährdet war. Die Menschen auf den Keys, seien besonders, besonders tolerant und besonders offen. Alle Gäste sind willkommen, gleich ob schwul, lesbisch, hetero. Der Geist der „Conch-Republic“ überstehe auch die schlimmsten Stürme.

Coffee, Tea and Conch Republic: Key West

Zur Zeit wartet man gespannt auf die Lizenzen für die seit geraumer Zeit geplante Fährverbindung nach Cuba. Immerhin sind es nur 90 Meilen zur Karibikinsel vom südlichsten Punkt der USA in Key West. Diskutiert wird schon lange. Alle, in Key West, sind einig über die Notwendigkeit. Leider ist nicht klar, ob es überraschend doch noch zu politischem Gegenwind aus dem „Weißen Haus“ kommen könnte.

Nur 90 Meilen nach Cuba – Auch DRR-Macher Rüdiger Edelmann will das Foto an der Boje nicht missen

Vital wie nie – Miami Downtown in neuem Glanz

Was die Verbindung nach Cuba betrifft, bleibt der offene Faktor Trump, der ja schon einige Reiseerleichterungen während seiner Amtszeit wieder zurückgedreht hat. Das betrifft auch einen Großteil der Ex-Cubaner in Miami. Allerdings sieht hier das Meinungsbild teilweise sehr viel anders aus und ist bei den Hardcore Exilanten teilweise auf Trump-Kurs. Nichtsdestotrotz hat sich auch in der größten karibischen Metropole der USA viel verändert. Wenn man ein paar Jahre zurückschaut, war klar, dass Touristen in der Regel am Flughafen ankamen und sich direkt in Richtung Miami Beach bewegten. Das hat sich verändert, erzählte uns Suzie Sponder, von „Greater Miami and the Beaches“. Downtown Miami sei nicht wiederzuerkennen:

Downtown Miami hat die intensivste Revitalisierung hinter sich gebracht. Die Zahl der Menschen, die in Downtown wohnen hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Früher haben die Leute dort nur gearbeitet und nach Feierabend war alles leer. Die neue Infrastruktur steht für sich selbst. Neue Museen warten, neueEinkaufsmöglichkeiten und noch mehr Restaurants als ohnehin schon. Neuester Trend in der Gastronomie sind die „Food-Halls“. Es gibt auch jede Menge neue Hotels dort und Kriminalität ist auch kein Thema mehr. Es hat sich komplett verändert, wenn man es mit der Zeit vergleicht, die viele in Erinnerung haben.

Die Details gibt es natürlich zum Nachhören in unserem Podcast. Glückwunsch, auf dass es weiter bergauf geht. Mitten in Miami.

Lebendiger denn je: Downtown Miami

The Great Outdoors – Jackson Hole, Wyoming

Wofür stehen die USA noch? Für den Mythos vom Wilden Westen, für unendliche Natur. Auch die Nationalparks haben im letzten Jahr einen erheblichen Gegenwind aus Washington bekommen. Präsident Trump gab ein uneinheitliches Bild ab. Auf der einen Seite redete er von Privatisierung und von Etatkürzungen, auf der anderen Seite spendete er für die Nationalparks. Nur 2 Milliarden Dollar Etatkürzung können nicht durch seine private Spende von 78 Tausend Dollar ausgeglichen werden. Drei Viertel der Nationalpark-Boardmitglieder legten im Lauf des Jahres das Amt nieder.

Die Natur ist geblieben und ihre Pflege müsste sich in großen Teilen selbst finanzieren, was natürlich nicht funktioniert. Denn wenn Eintrittspreise in die Parks kostendeckend sein sollen, dann sperren sie zwangsläufig viele Besucher aus, die sich das nicht mehr leisten können oder wollen.  Ein Beispiel ist das Gebiet um Jackson Hole in Wyoming. Der „Grand Teton National Park“ liegt in unmittelbarer Nähe der Stadt Jackson. Der „Yellowstone-Park“ ist in Tagesausflugs-Entfernung. Darüberhinaus hat Jackson Hole auch so eine faszinierende Natur, im Sommer wie im Winter. Im DRR-Interview berichten Kent Elliott und Jody Tibbitts von ihrer Heimatregion, von einzigartigen Naturerlebnissen und von der Begebnung mit Rentieren, Bisons, Elchen und Wölfen. Gerade das Thema „Wolf“ bewegt ja aktuell auch die Diskussion in Deutschland. Jody meint dazu ganz lapidar:

Die Wölfe folgen den Rentierherden. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Ökosystems. Sie sorgen dafür, dass es keine Überpopulation und Krankheiten gibt. Das ist auch einer der Gründe, warum man zum Beispiel 1995 im Yellowstone-Park wieder Wölfe angesiedelt hat. Dort gibt es ein Jagdverbot und die Wölfe halten die Balance aufrecht, was die Menge an Rentieren oder Bisons betrifft. – In der jüngeren Gegenwart gab es nur zwei Angriffe von Wölfen auf Menschen und diese Tiere waren krank. Wölfe werden sich immer fernab von Menschen aufhalten. Die Population ist gemessen an der Fläche auch immer noch gering. Bei unseren Safaris machen wir die Erfahrung, dass sich Wölfe nicht nähern. Sie halten mindestens 300 Meter Abstand. Und wir beobachten Sie dann per Fernglas. Sie sind keine Gefahr für Menschen.

Nun mag man zugestehen, dass dort auch mehr freie Natur pro Wolf zur Verfügung steht als bei uns.  – Gleich ob Winter oder Sommer, Jackson Hole sei eine Reise wert, sagte uns Kent Elliott vom „Chamber of Commerce“. Da die Region im Winter gut und im Sommer fast schon zu gut besucht sei, empfiehlt Kent übrigens, das Frühjahr und den Herbst. Da sei es nicht nur leerer, sondern auch günstiger. Egal zu welcher Jahreszeit, ganz billig ist eine Reise dorthin nicht. Aber sie bietet, in perfekter Ferien-Infrastruktur, ein unglaublich großes Naturerlebnis Umso wichtiger ist es, dass man Natur und Nationalparks unter staatlicher Kontrolle und Finanzierung behält.

Information:

www.visittheusa.com

www.enjoyillinois.com

www.fla-keys.de/

www.miamiandbeaches.de

www.jacksonholechamber.com

www.nps.gov

 

 

 

 

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