Reise News 24.03.26 – Reisewarnung, Kerosinmangel, Ostern

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reiseradio-Kommentar: Mal „in die Tüte“ gesprochen

Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue

Die Reisewelt steht mal wieder Kopf und sie muss wohl oder übel zur Kenntnis nehmen, dass es kaum möglich ist, vor politischen Tatsachen und Problemen die Augen zu verschließen. Geht einfach nicht, denn politische Entscheidungen haben damit wieder einmal zu wirtschaftlichen, zu kriegerischen, zu menschlichen und damit auch zu umweltbedingten Krisen geführt.

Zu hoffen, das, was da gerade auf Seele und Geldbeutel drückt, werde sich demnächst schon irgendwie erledigen, ist ein Kardinalfehler.

Krisen“management“ 

Immer wenn es um Krisen geht, beginnt man über Auswirkungen, Gründe, Gefahren und Auswege zu diskutieren. Immer wenn es um Krisen geht, stellt sich heraus, dass dies mit Leidenschaft beginnt und ganz schnell auf die Seite geschoben wird, wenn ein Quäntchen Hoffnung und Zuversicht am Horizont erscheinen: Na, vielleicht sind wir wieder mal mit dem blauen Auge davon gekommen? Wird schon. Neue Ideen sind gut und schön, aber jetzt müssen wir erst mal wieder Geld reinkriegen, wirtschaftlich überleben.

Das mag nachvollziehbar sein, löst aber die wirklichen Probleme nicht mal im Mindesten. Beim nächsten Mal geht’s wieder von vorne los.

Hoffnung allein bewirkt nix

Warum ich das schreibe? Weil wir gerade wieder dabei sind, uns in die Situation zu begeben, auf Besserung von irgendwoher zu hoffen. Gleich ob es die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen in Nah-Ost sind, die irrationale Politik und soziale Situation in den USA, die deutsche Demokratiekrise oder die weltweiten Klimaprobleme sind. Es wird nicht besser, wenn mann und frau auf Zeit setzen und hoffen, dass die finanzielle Rücklage zum Überleben reicht. 

Vielleicht lässt sich durch Nachdenken und anschließendes Handeln doch etwas verändern? Müsste man halt zusammen machen, auch wenn die Welt einem knappen Hundert von Menschen gehört. Die könnten das ändern, haben aber kein (finanzielles) Interesse daran.


Reise- und Tourismus News vom 24.03.26

Reisewarnung für Golfregion 

Das Auswärtige Amt hat in der letzten Woche eine erweiterte und aktualisierte Reisewarnung für die Nah-Ost Region und den persischen Golf veröffentlicht. Besonders wichtig dabei ist der Hinweis, dass diese Warnung nicht nur für den Aufenthalt in im Gebiet, sondern auch für Transitflüge über die dortigen Flughäfen, wie Dubai, Doha, Abu Dhabi etc.

Auswärtiges Ant, Berlin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Im Einzelnen heißt es in der Warnung des Außenministeriums:

Vor allen Reisen in die folgenden Staaten bzw. Gebiete wird weiterhin gewarnt: 

Israel/Palästinensische Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, Irak, Iran, Bahrain, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Katar, Jemen.

Diese Reisewarnung gilt auch für Transitaufenthalte zum Weiterflug in andere Staaten.

Seit Ende Februar 2026 führen Israel und die USA Luftschläge gegen Ziele in Iran durch. In Reaktion darauf erfolgen seither Luftangriffe aus Iran auf verschiedene Ziele in der Region, u.a. auch auf zivile Einrichtungen wie Hotels, Flughäfen und Büro- und Wohngebäude. Es besteht eine erhöhte abstrakte Gefährdung für terroristische Anschläge.

Zahlreiche Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb in die Region aufgrund von Luftraumsperrungen und Sicherheitsbedenken eingestellt oder stark eingeschränkt. Hiervon sind auch internationale Drehkreuze wie bspw. die Flughäfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar betroffen. Auch wenn einige Staaten ihre Lufträume inzwischen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen für ein eingeschränktes Flugangebot wieder geöffnet haben, kann eine zusätzliche Verschärfung der Sicherheitslage in der Region nicht ausgeschlossen werden.   

Kerosin immer teurer

Inzwischen ist die Fassgröße von 159 Litern bei rund 200 US-Dollar angelangt und das ist das Doppelte vom Vorkriegspreis.

Foto: Fraport AG

Airlines haben ein, inzwischen weltweites, Problem. Das kann man, kennt der Kunde, mit Kerosinzuschlägen ausgleichen. Alternativ werden Flugpreise erhöht oder auch Flüge gestrichen. Gleichzeitig werden wirtschaftliche Gewinnprognosen für das laufende Jahr kassiert.

Hauptproblem: Derzeit ist kein Ende abzusehen. Perspektivisch fehlt ein Fünftel der notwendigen Öllieferungen.

Sonder-Problem mancher US-Airlines: Man hatte versucht, den Flugverkehr und damit auch den Tourismus in Richtung USA mit Dumping-Preisen zu aktivieren. Dies passt nun nicht mehr zusammen. Die Energiekrise zieht damit folgerichtig weitere Kreise.

Flugstreichungen bei Lufthansa Gruppe

Foto: LH-Group

LH, Discover, Austrian, Swiss, Edelweiss, Brussels Airlines, ITA und auch Lufthansa Cargo haben alle Flüge in die Kriegsregion Nahost ausgesetzt. Die Verbindungen nach Dubai und Tel Aviv wurden bis mindestens Ende Mai, Flüge nach Abu Dhabi, Amman, Beirut, Dammam, Riad, Erbil, Maskat und Teheran bis Ende Oktober gestrichen.

Eurowings hat die Verbindungen nach Erbil und Beirut bis Ende April gecancelt. LH Cargo wird Tel Aviv ebenfalls bis Ende April nicht anfliegen.

Ägypten schränkt ein 

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Das Reiseziel Ägypten hat aktuell gleich zwei Probleme. Nummer 1 ist das politische Problem. Strände in der unmittelbaren Nähe eines Kriegsgebiets verkaufen sich schlecht.

Nummer 2 bedeutet selbst hier eine Einschränkung des Energiemarkts. Die Folge ist ein Erlass, der mit Wirkung vom 28. März alle Geschäfte, Restaurants und Einkaufszentren zwingt, bereits um 21 Uhr zu schließen. Engpässe bei der Gasversorgung werden als Grund angegeben.

Inland läuft: MV hoffnungsfroh

Der aktuellen Branchenumfrage der MV Tourismus GmbH zufolge sind die Quartiere in Mecklenburg-Vorpommern an den Osterfeiertagen rund zur Hälfte gebucht (48 Prozent), die erwartete Auslastung liegt bei rund 66 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt die erwartete Auslastung auf gleichem Niveau.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Der Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, Peter Kranz freut sich:

Die Nachfrage nach Urlaub im Nordosten bleibt stabil; allerdings sind die Rahmenbedingungen weiter herausfordernd. Insbesondere die gestiegenen Kraftstoffpreise verschärfen in einem Urlaubsland, in dem 84 Prozent der Gäste mit dem PKW oder Wohnmobil anreisen, die Situation. 

Ein deutliches Bild zeichnet sich in der Branche zum Thema Kraftstoffpreise im Zusammenhang mit dem Buchungsverhalten ab. Laut Umfrage spürt rund die Hälfte der Befragten (48 Prozent) bereits Auswirkungen der gestiegenen Kraftstoffpreise, und auch für die nahe Zukunft und die Saison sehen die Befragten diesbezüglich Veränderungen.

Leichter Preisanstieg

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Laut Umfrage steigen die Preise für touristische Leistungen zum Osterfest im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 3,9 Prozent. Fast jedes dritte Unternehmen (63 Prozent) vermeldete Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. 17 Prozent haben die Preise weder erhöht noch gesenkt. 19 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Preise sogar gesenkt.

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