Reise News 12.05.26 – Bahn, Boom, Boeing & Blues

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Hanta Virus

Die Odyssee des niederländischen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ hat am Sonntag ein Ende auf Teneriffa gefunden. Auch dort gab es wenig Bedürfnis, das Schiff anlegen zu lassen. Eine Regierungsorder aus Madrid sorgte dann dafür. Die Passagiere wurden isoliert ausgeflogen. Gäste aus Europa sind inzwischen in der Heimat.

Die deutschen Gäste an Bord, wurden nach Frankfurt gebracht und sind eingehend untersucht worden. Danach durften die vier Betroffenen nach Hause. Dort steht jetzt allerdings noch eine mehrwöchige Quarantäne an.

Mediziner gehen davon aus, dass die Lange jetzt im Griff ist und keine weitere Ausbreitung mehr möglich. Mit der Quarantäne geht eine ständige Kontrolle nach Symptomen einher.

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Back to Roots – Die DB will sich konzentrieren

Wirtschaftlich gesehen weiß man, dass Konzentration nicht immer gut ist. In diesem Fall aber macht es vermutlich jede Menge Sinn.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der DB – Foto: Deutsche Bahn AG / dpa – Christoph Soeder

Bahnchefin Evelyn Palla will weg vom Multikonzern und sich lieber wieder auf das Eisenbahnfahren konzentrieren. Denn da gibt es nicht nur internationales Engagement, sondern auch Dinge im eigenen Land, die gut gemeint waren, aber offensichtlich nicht in die eigene Kasse einzahlen.

Von der europäischen Personenverkehrstochter „Arriva“ hat man sich schon getrennt und auch der Logistiker „DB Schenker“ muss inzwischen ohne „DB“ auskommen.

Was modern klingt, wie zum Beispiel der Radverleih „Call-A-Bike“ oder der Autovermieter „Flinkster“, soll abgestoßen werden. Motto: Bringt nix ein, sollen sich andere drum kümmern.

Bessere Aussichten? – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Treppenwitz aus Uruguay?

Was zuhause nur sehr schleppend läuft, wird im Ausland sehr geschätzt. Eine DB-Tochterfirma baut Bahnstrecken in vielen, teils sogar exotischen Ecken der Welt, wie Indien oder auch Uruguay. Auch dieses Projekt will Bahnchefin Palla mittelfristig beerdigen.

Damit wurde zwar zweifelsfrei Geld verdient, aber vielleicht ist es ja sinnvoller, die erfolgreichen Auslandsplaner jetzt mal das Inlandsnetz restaurieren zu lassen.

Hellas: Erwachen nach dem Boom

Strand unterhalb von Lindos / Rhodos – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Jahrzehnte stand es mittelprächtig bis schlecht um den Griechenland-Tourismus. Die wirtschaftlichen Probleme nach der Finanzkrise des Lands forderte ihren Tribut. Davon konnte man sich erholen und es wurde, mit Erfolg bei den Gästezahlen, wieder kräftig investiert. Neue Regionen wurden erschlossen. Selbst über bisher ruhige und kleine Inseln ergoss sich ein Touristenstrom. Im letzten Jahr zählte Griechenland knapp 38 Millionen Touristen. Zuviel?

Jedenfalls sorgte der Erfolg nicht überall für Begeisterung, denn Wassermangel und eine überlastete Infrastruktur waren die Folge. Außerdem konnte man so manche Sünde in Sachen nachhaltiges Bauen entdecken.

Boote in Kato Zakros im Osten Kretas – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Gefahr erkannt und jetzt?

Mit neuen Regeln und Gesetzen will die Athener Regierung jetzt kontrollierend eingreifen. Ein neues Tourismuskonzept soll es richten. Ziel: Ein nachhaltigeres Tourismusmodell mit weniger Belastung für Umwelt, Strände und Infrastruktur. So will es die Tourismusministerin Olga Kefalogianni.

Die Auswirkungen dürften einschneidend werden: In belasteten Destinationen, wie zum Beispiel auf den Inseln Santorin, Rhodos oder Mykonos käme dann eine Regelung zum Tragen, bei der neue Hotelanlagen nur noch maximal 100 Betten bieten dürfen.

Auch das Meer soll geschützt werden. Gebäude, die näher als 25 Meter am Wasser stehen, sollen nicht mehr genehmigt werden.

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Klingt nach straffer Regelung. Allerdings kennt man auch die Kunst der Griechen, amtliche Regelungen geschickt zu ignorieren oder zu unterlaufen. Das wird sich dann aber erst in einigen Jahren weisen. Hier haben aber auch Reiseveranstalter eine Bring-Pflicht. Wenn neue Hotels mit Bausünden nicht mehr ins Pauschalprogramm aufgenommen würden, hätte das bestimmt eine Wirkung.

Frankfurt: Hauptversammlung bei Lufthansa AG

Neuer Markenauftritt – Foto: LH Group

Die findet heute statt und wird sicher einigen Wirbel erzeugen. Gibt es doch Verschiebungen bei Aktienanteilen (Großaktionär Klaus-Michael Kühne lässt grüßen) und muss auch ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender bestimmt werden. Gleichzeitig dürfte es um Strategie, Rentabilität und die zurückliegenden heftigen Tarifkonflikte im Konzern gehen.

Botschaften vorab

LH-Airbus A 350-900 – Foto: Lufthansa

Gleichzeitig hat man in der Chefetage gestern noch einige Weichen gestellt. Zum einen heißt es, man sterbe eine Mehrheitsbeteiligung der der italienischen Tochtergesellschaft „ITA Airways“ an.

Weiterhin hat man gestern noch mal schnell eine Investition in Höhe von knapp 8 Milliarden Dollar platziert. Es geht um zwanzig neue Langstreckenmaschinen. Bestellt werden sollen 10 Airbus A350-900 sowie 10 Boeing Dreamliner 787-9. Wohin im Konzern die neuen Fluggeräte gehen sollen, will man später beschließen.

Lufthansa 787-9 – Foto: Lufthansa

Ground Zero: Bluesclub feiert

Stamm-Hörende des Reiseradio-Podcasts und Websiteleser:innen sollten es längst bemerkt haben. Die USA spielen bewusst in der aktuellen Zeit keine Rolle mehr. Dies trotz der Tatsache, dass das Land bisher eines meiner Top-Themen war.

Ground Zero Bluesclub, Clarksdale – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Gelegentlich aber muss man Ausnahmen machen. Denn das Jubiläum, das hier ansteht, hat ganz wenig mit MAGA und sehr viel mit Bürgerrechten schwarzer Menschen in den USA zu tun. Bei meiner vor Jahren gemachten Recherchereise durch den Süden der USA, hat es in Gesprächen und Interviews selten länger als zehn Minuten gedauert, bis zum ersten Mal das Wort „Rassismus“ fiel. Ein Grund mehr den US-Bluesclub Nummer 1 entsprechend zu feiern.

„Ground Zero“ in Clarksdale, Mississippi

Hollywoodschauspieler Morgan Freeman investierte in seine Heimat – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Der Ground Zero Blues Club wurde von Schauspieler Morgan Freeman und Freunden in Clarksdale vor ziemlich genau 25 Jahren gegründet und wurde sehr schnell zur Legende.

In den frühen 1990ern kamen die ersten Musik-Touristen nach Clarksdale. In dieser Kleinstadt des Bundesstaats Mississippi fanden sie Clubs wie Red’s, wo vor allem Einheimische den Blues feierten, der im flachen Baumwollland des Mississippi Delta entstanden war und bis heute dort lebendig ist.

Das wachsende Interesse ließ drei Freunde in Clarksdale einen Plan fassen. Der bekannteste des Trios war Hollywood-Schauspieler Morgan Freeman, der in Clarksdale wohnt. Freeman wird zitiert mit dem Satz, der auf einer Autofahrt durch die Stadt gefallen sein soll. Zu seinen Freunden Bill Lucket und Howard Stovell soll er gesagt haben, man müsse hier dringend einen neuen Blues-Club gründen und einen Ort schaffen, wo alle Menschen ganz gleich welcher Herkunft und Hautfarbe an mehr als nur wenigen Abenden im Monat den Blues erfahren könnten.

Ground Zero Bluesclub – die Bar – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Am 10. Mai 2001 eröffnete der Club in einem fast unverändert gebliebenen Lagerhaus aus dem Jahr 1905. Heute, nach 25 Jahren ist Clarksdale der einzige Ort im Bluesstaat Mississippi, an dem so gut wie jeden Abend irgendwo der Blues live spielt, davon allein viermal die Woche im Ground Zero Blues Club.

Ground Zero Bluesclub – Die Bühne – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

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