Kühe am Alpenpfad bei Kassel - Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Rüdiger Edelmann – Foto: Holger Leue
Editorial: Letzte Outdoor-Chancen vor dem Winter
Ich weiß sehr wohl, dass auch der Winter zum Outdoor-Erlebnis werden kann. Die Wanderer werden aber vermutlich trotzdem zwischen Ende Oktober und dem ersten Schnee (?) ein kleines Päuschen machen. Deshalb gibt es heute u.a. ein letztes Mal Outdoor-Tipps zum Wandern, Spazierengehen und im Vorfeld auch zur Auswahl auf Wintererlebnisse: „I’m walking…“
Darüber hinaus wird gefahren bzw. nicht mehr gefahren, denn der LEO macht Pause. Und auch das Fliegen wird nicht einfacher. Dies ab und nach Airport Bremen. Der Billigflieger aus Irland hat mit Forderungen überrascht, die nicht erfüllbar waren, zumal wenn es dem Flughafen finanziell richtig schlecht geht, wie dem Airport der Hansestadt.
Ryanair: Schlussstrich Bremen
Im April des nächsten Jahres soll Schluss sein. Ryanair wird seine Verbindungen ab und nach Bremen einstellen.
Foto: Ryanair
Für den ohnehin unter Finanzstress stehende Airport „BRE“ ist es ein weiterer Rückschlag. Wie das Radio-Bremen Magazin „Buten und Binnen“ berichtet, kam die Entscheidung überraschend. Damit dürften sich weitere 20 Prozent der Fluggäste am Flughafen, quasi in Luft auflösen.
Massive Forderungen von Ryanair
Hintergrund ist wohl einmal mehr die extrem aggressive Verhandlungstaktik des irischen Billigfliegers. Ryanair habe nicht erfüllbare Forderungen gestellt, heißt es von Staatsrat Kai Stührenberg aus dem Bremer Wirtschaftsressort. Ryanair habe eine massive Gebührensenkung verlangt. Dies sei sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich nicht zu vertreten, sagte er im Radio Bremen Fernsehinterview. Mit einem Satz brachte er die Geschäftspolitik der Iren auf den Punkt:
Da wird mit der Marktmacht gespielt – und das kann keine Perspektive sein.
Man könne Ryanair nicht dergestalt entgegenkommen, dass der Flughafen jedes Passagierticket mit 3 bis 4 Euro subventioniere.
Bremen unter Druck
Der Flughafen der Hansestadt ist finanziell ohnehin unter Druck. 23 Millionen Euro Verlust lastet auf dem Etat. Erst 4 Millionen konnten eingespart werden. Es sei klar, so Stührenberg, dass man die Strukturen erneuern müsse. Zunächst einmal gelte es wirtschaftlich eine „schwarze Null“ anzupeilen.
LEO-Express verabschiedet sich wieder
Fernzug nach Osten ist schon wieder Geschichte – Foto: Leo-Express
Es war eine durchaus sinnvolle Zugverbindung, die eine tschechischer Bahn-Privatanbieter da vor gut drei Monaten gestartet hatte. Jetzt ist erst mal wieder Schluss mit der Verbindung zwischen Frankfurt, Prag, Krakau und Przemysl im Osten Polens. Seit Montag fahren keine LEO-Züge mehr. Kunden, die bereits gebucht hatten, sollen eine Entschädigung erhalten.
Als Grund für die Einstellung der Verbindung nennt LEO Express die vielen Baustellen im deutschen Schienennetz:
Laufende Bauarbeiten und weitere geplante Gleissperrungen auf dem deutschen Eisenbahnkorridor beeinträchtigen die Fahrplanstabilität und den Betrieb unserer Verbindungen erheblich.
Festhalten will man an der Idee trotzdem. Bis mindestens Ende des Jahres fährt aber kein Leo-Express mehr auf dieser Route. Es soll aber wohl ab Mitte Dezember eine Verbindung zwischen München und Prag an den Start gehen.
Pfalz: Wandern, Felsen, Buntsandstein
Es wartet große Stein- und Felsenhistorie, denn über Millionen Jahre hinweg haben Wind und Wasser im Pfälzerwald eine Felsenlandschaft aus Türmen, Plateaus und Toren geschaffen, die von Orange über Rot bis hin zu Dunkelgrau in verschiedenen Farben leuchten. Damit wurde das „Dahner Felsenland“ zum Kunstwerk der Natur. Auf dem „Dahner Felsenpfad” lässt es sich entdecken und ist ideal zum wandern.
Sonnenaufgang am Büttelfels – Foto: Dominik Ketz / Pfalz-Touristik e.V.
Steinerne Bögen am Dahner Felsenpfad
Die knapp 13 Kilometer lange Runde führt vorbei an Felstürmen und anderen markanten Formationen aus Buntsandstein, die aus dem Blättermeer des Pfälzerwaldes ragen. Wanderer sollten für den Weg trittsicher sein und etwas Kondition für die rund 350 Meter Aufstieg mitbringen. Insgesamt 15 Stationen liegen auf der abwechslungsreichen Strecke, die über schmale Pfade miteinander verbunden sind. Dazu gehören zwei dicht beieinanderstehende Felssäulen mit Namen „Braut und Bräutigam“ oder der „Schillerfelsen“, der wie ein steinernes Tor in der Landschaft steht. Eine Leiter führt in den „Büttelfelsen“ und eröffnet den Blick auf den Pfälzerwald und weitere Felsformationen.
Nach dem Wandern: Einkehr mit Pfälzer Spezialitäten
Pfälzer Saumagen mit Keschde aus der Pfalz – Foto: TIZIE Photographie / Pfalz-Touristik
Die Belohnung für körperliche Anstrengung wartet unterwegs, mit der Möglichkeit einzukehren und sich zu stärken. Die Pfälzerwald-Hütte „Im SchneiderfeldPfälzerwald-Hütte „Im Schneiderfeld“ bietet Spezialitäten der Region vom Eintopf über Leberknödel bis zum Saumagen, sowie Kaffee und Kuchen. Weitere Einkehrmöglichkeiten in Restaurants gibt es außerdem in Dahn selbst.
Alpenfeeling in Nordhessen
Die Wanderung oder wahlweise auch nur der Spaziergang von gut zwei Stunden führt von den optischen Reizen eher in die Alpen, als ins nordhessische Mittelgebirge. Immerhin, der Wanderweg am Dörnberg trägt nicht umsonst den Name Alpenpfad.
Wandern auf dem Alpenpfad am Dörnberg bei Kassel – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Weite Blicke und Weidekühe
Der Alpenpfad ist ein wunderbarer Wanderweg, der ohne große Steigungen zu bewältigen ist und der auf seinen etwa fünf Kilometern Länge manche Überraschung bereithält. Sein Reiz liegt sicher auch an der Tatsache, dass der Wanderweg ohne große Steigungen auskommt. Mit dem Einstieg hat man den größten Teil der Höhe schon erklommen. Der Weg führt um den “Kleinen Dörnberg” herum. Ich vermute, dass der Name „Alpenpfad“ der Tatsache geschuldet ist, dass in geschützten Lagen Enzian und sogar Orchideen wachsen. Bis weit in den Herbst weiden Rinder auf den Wiesen unterhalb der Felsformation Helfensteine und im Sommer starten dort auch die Segelflieger des FSV Kassel-Zierenberg.
Helfensteine am Dörnberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Geschichte und Sagen
Die Großregion Habichtswald ist geschichtsträchtig. Hier gibt es alte Hünengräber, Ringwälle und Reste früher Besiedelung wie die Helfensteine, vor allem aber warten wunderbare Aussichten.
Wichtelkirche am Dörnberg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Der Abstecher zur Wichtelkirche ist besonders interessant. Der Name beruht allerdings auf einer Sage. Ein Wichtelkönig soll hier gewohnt haben. Er verliebte sich in eine junge Frau, die seinen Heiratsantrag allerdings ablehnte, wenn er nicht Christ würde. Gesagt – getan. Für die Vermählung ließ der Wichtel in Menschengestalt eine Kirche aus Bergkristall bauen. Am Tag der Trauung packte die junge Frau die Angst und sie verweigerte das Ja-Wort. Da wurde es dunkel, es donnerte und die Kirche verwandelte sich in den nackten Felsen, der heute noch aus der Landschaft herausragt. Kletterfreunde begeistern sich dafür und der Spaziergänger erfreut sich an Anblick und dazugehöriger Geschichte.
Mit E-Power Winterwandern
Mit Exoskelett Winterwandern – Foto: Region Villach-Tourismus GmbH / Martin Hoffmann
Seit 2026 gibt es im Wander- und Skigebiet am Dreiländereck in der Region Villach das erste Hypershell-Test-Center. Es bietet E-Exoskelette an, die Menschen das Wandern erleichtern. Das tragbare Gerät unterstützt die Bewegung und reduziert die körperliche Belastung. Erstmals in der Wintersaison 2026/27 können sich Interessierte diese Hilfe auch fürs Winterwandern, Schneeschuhwandern und Skitourengehen ausleihen.
Wie es funktioniert haben wir in einem Talk-Podcast von der ITB in Berlin beschrieben. Es hat durchaus seine Berechtigung und funktioniert offensichtlich auch in der Praxis ganz prima.
Gruselnächte und Kultur in Nordhessen und an der Nordsee – Deutscher Tourismuspreis: Das Voting – Kapitän außerhalb der Badewanne – Ahrtal als Genuss […]
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