D-RR News 04.11.20 – US-Wahl & Tourismus / Quarantäne bei NL-Einreise / Umweltstreit / Test vor Flug

Der Tag ist kein guter für die Demokratie in dieser Welt. US-Präsident Trump erklärt sich zum Wahlsieger, vor Abschluss der Stimmenauszählung. Die Aufforderung – „Wir sollten jetzt mit dem Zählen aufhören“ – widerspricht jeder Form eines demokratischen Verhaltens und ist zudem gefährlich, was die mögliche Eskalation zu Gewalt im Land betrifft.

Die Auszählungen gehen derzeit weiter. Der Präsident kann seine Forderung nicht per Gesetz umsetzen, dafür sind die Gesetze der Bundesstaaten zuständig. Fest steht aber jetzt schon: Das Land steuert in ein Chaos. Die vorhandenen Gräben wurden durch die Wahl bestätigt, um nicht zu sagen vertieft. Niederschlagen wird sich das auch auf die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der ganzen Welt. Für eine freie Demokratie sind diese Wahl und das Trumpsche Geplänkel ein Armutszeugnis.

Die Zahl der Tagesinfektionen liegt, laut Robert-Koch-Institut, gestern bei rund 17.000. Neben der Virusbekämpfung und der Auswirkungen geraten zunehmend auch touristische Folgeentwicklungen in die Diskussion.

Der neue Präsident und der USA Tourismus

Hoffnung vs. Wirtschaftsprobleme im US-Tourismus

Das US-Magazin „Forbes“ beschäftigt sich mit der Frage, ob ein neuer Präsident gewillt sei, sich mit den Wirtschaftsproblemen in der Reiseindustrie auseinanderzusetzen und vor allem auch in der Lage sei sie zu lösen. Redakteur Michael Goldstein kommt zum Schluss, dass von den Millionen Amerikanern, die arbeitslos geworden seien, die Tourismusindustrie besonders betroffen sei. Bei einem wirtschaftlichen Comeback sei der Tourismus ein integraler Bestandteil für einen Erfolg. Man könne nur hoffen, dass der nächste Präsident, wer immer das auch werde, darauf seinen Fokus richte und Energie in die Realisierung investiere.

Quarantäne für Einreisende in die Niederlande

Pompplein – Egmond aan Zee (D-RR-Archivbild)

Deutsche, die in die Niederlande einreisen, sind ab heute verpflichtet sich zunächst in eine zehntägige Quarantäne zu begeben. Diese Regelung galt bisher nur für Menschen aus einer Reihe von deutschen Großstädten. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die Niederlande gilt schon länger. Trotz dieser Vorschriften bleiben die Grenzen offen, es finden keine Kontrollen statt. Die Quarantänevorschrift gilt nicht für Transitreisende.

Flusskreuzfahrtschiff liegt fest

Die „Frederic Chopin“, Flusskreuzfahrtschiff von Nicko-Cruises, liegt in Potsdam und ist unter Quarantäne. Unter den Besatzungsmitgliedern sind 28 Personen positiv auf Covid-19 getestet und dürfen das Schiff frühestens am 10. November verlassen. Die „Frederic Chopin“ liegt dort schon seit Freitag vor Anker. Die negativ getesteten Crewmitglieder und die Passagiere durften das Schiff am Montag verlassen.

Stopp bis Jahresende

Abendstimmung in Fort Lauderdale Beach
Kreuzfahrten: Warten auf bessere Zeiten

Die Reederei „Norwegian Cruise Line“ hat den Schiffsbetrieb bis zum Jahresende ausgesetzt und alle für diesen Zeitraum geplanten Reisen abgesagt. „Carnival Cruises“ und „Royal Caribbean Cruises“ gehen genauso vor. Der Grund dafür liegt in den neuen Gesundheitsauflagen der amerikanischen Gesundheitsbehörde. (siehe Reiseradio-News von gestern)

Meer und Naturschutz

Der geplante Fehmarnbelt-Tunnel nach Dänemark ist umstritten. Das Bundesverwaltungsgericht hat gestern dazu aber ein weitreichendes Urteil gesprochen. Die vorhandenen Klagen gegen das Bauprojekt wurden abgewiesen.

Naturschützer im Bereich Nationalpark-Wattenmeer sorgen sich inzwischen um die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die in die Bereiche einfahren, bzw. solche Strecken planen. Viele der angestrebten Zielhäfen sind nicht groß genug, um die Schiffe aufzunehmen. Dorthin müsste man mit Booten tendern. Dies bringe eine hohe Gefahr für das Ökosystem mit sich, sagen die Mitarbeiter des Nationalparks Wattenmeer. Die Zeitschrift „Stern“ zitiert den Stationsleiter der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt, Dennis Schaper mit den Worten:

„Wir sollten auf den Inseln im Nationalpark Wattenmeer ein Zeichen setzen und den großen Kreuzfahrtunternehmen signalisieren, dass sie hier unerwünscht sind“

Test vor Flug

Test vor Flug – Pilotprojekt bei United Airlines – Foto: United Airlines

Als erste Fluggesellschaft wird United Airlines den Passagieren einen kostenlosen COVID-19-Schnelltests auf Transatlantikflügen anbieten. Dies soll zunächst auf Flügen zwischen Newark und London getestet werden. Das Angebot soll allen Gästen dieser Flüge ab einem Alter von 2 Jahren zur Verfügung gestellt werden. Wer sich nicht testen lassen möchte, muss einen anderen Flug nehmen, bzw. wird von der Fluggesellschaft umgebucht. Damit will man sicherstellen, dass auf den betreffenden Flügen die Crew und alle Passagiere einen negativen COVID-19-Test vorweisen können. Bei Erfolg des Pilotprojekts soll die Testpflicht ausgedehnt werden.

Österreich – Sicherheitswarnung für Wien

Nach den Anschlägen vom Montagabend hat das Auswärtige Amt alle Besucher der Stadt aufgefordert, belebte und öffentliche Plätze möglichst zu meiden. Für Österreich gibt es derzeit ohnehin eine Reisewarnung.

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