D-RR News 09.06.21 – Impf-APP / Airports / Bahnstreik / USA-Flüge / Reiseziele

Impfpass-APP kurz vorm Start

Bis zum 1. Juli sollte die App am Start sein und damit der digitale Nachweis über, wahlweise, Impfungen, Genesung und auch Tests. Es scheint aber tatsächlich schneller zu gehen. Die App des Bundesgesundheitsministeriums, mit Namen „CovPass“, ist fertig und die APPlication soll zeitnah zum Download angeboten werden.

APP soll beim Reisen entlasten. Aber sind Impf-APP und Inpf-PASS fälschungssicher?

Der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände teilte zudem mit, dass man hoffe, ab nächster Woche in vielen Apotheken den digitalen Nachweis, bei Vorlage des Impfpasses auch nachträglich ausstellen zu können.

Nach der europäischen Einigung auf Details soll es das Zertifikat ermöglichen, ab Juli wieder frei innerhalb der EU zu reisen. Unklar ist bisher die Frage der Fälschungssicherheit. Der Chaos Computer Club (CCC) wies, gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ auf das Fälschungsrisiko hin: Weder das Chargenetikett der Corona-Impfung noch Arztstempel und Unterschrift im herkömmlichen Impfbuch wiesen besondere Sicherheitsmerkmale auf. Es ist zu befürchten, dass nach Masken- und Testskandal als Nächstes ein Fälschungsskandal von Impfbestätigungen auf uns zukommen könnte.

Bahnstreiks im Sommer?

Foto: Barteld Redaktion / Deutsche Bahn

Die Gefahr von Warnstreiks und längerfristigen Streiks nach Urabstimmungen steigt. Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft GDL sind von Gewerkschaftsseite für gescheitert erklärt worden. Arbeitskampfmaßnahmen wären demnach der nächste Schritt. Termine für erste Warnstreiks wurden noch nicht genannt. Auch eine Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen wurde bisher nicht terminiert.

GDL-Chef Claus Weselsky wirft der Bahn insbesondere vor, Arbeitsbedingungen des Zugpersonals verschlechtern zu wollen. Die Bahn wiederum bangt jetzt um das gerade wieder anlaufende Geschäft insbesondere auf den Fernstrecken. Bahn und GDL verhandeln seit Februar über einen neuen Tarifvertrag.

Reisestart öffnet Airports

Nach Frankfurt und Hamburg öffnet jetzt auch das Terminal 1 am Münchner Flughafen wieder. Der Restart wurde für Mittwoch den 23. Juni angekündigt. Angesichts der steigenden Zahl von Flugabfertigungen erscheint das angesagt. Fast alle Airlines wollen zur Öffnung auch an ihre alten Plätze im Terminal 1 zurückkehren. Lediglich Eurowings wird im Terminal 2 bleiben.

Innerhalb der Terminals bleibt es bei der Maskenpflicht. Dank der Lockerungen haben inzwischen aber einige Restaurants und Läden am Flughafen wieder geöffnet.

Mehr USA ab MUC

LH 747-8 am LAX-Airport (DRR-Archivbild)

In Planung ab München sind auch wieder eine verstärkte Zahl an Nordatlantik-Flügen. Dies könnte auch ein Anzeichnen sein, dass der „Corona-Travel-Ban“ für Bürger aus Europa in Richtung USA zeitnah zu Ende gehen könnte. Die Flugangebote kommen verstärkt von Lufthansa, aber auch United Airlines will seinen ausgedünnten Streckenplan nach USA ab Juli erweitern. Alle LH-Langstreckenziele (derzeit 5) werden von LH mit Airbus A350 abgewickelt. Aktuell gibt es von München aus Verbindungen nach Newark, Chicago, Los Angeles, Denver (LH) und San Francisco (UA). Washington- und Chicago-Flüge soll es noch im Juni bei United geben, im Juli soll Newark folgen. Lufthansa will die Verbindung nach Washington-Dulles im August wiederaufnehmen.

Flughafen Los Angeles (LAX)

Endlich wieder USA-Reisen?

Gute Chancen hat dabei Großbritannien, dessen Bevölkerung eine hohe Impfquote hat. Die Fluglobby will insbesondere am kommenden Wochenende, während des G7-Gipfels in St. Ives in Cornwall (GB), alle Drähte ziehen, die eine Öffnung möglich machen. Die Airline-Vertreter wünschen sich einen Reisekorridor zwischen Großbritannien und den USA. Dieser würde dann aber ausschließlich vollständig geimpften Personen der beiden Staaten zur Verfügung stehen.  Auch die US Travel Association hat sich dieser Forderung angeschlossen. CEO Roger Dow fordert eine Öffnung für britische Staatsbürger mit Impfung. Schließlich sei Großbritannien eines der wichtigsten Länder für den sogenannten „Inbound-Tourismus“.

Roger Dow, President & CEO, US Travel Association im Reiseradio-Interview

Da am G7-Gipfel auch drei EU-Staaten beteiligt sind, wird sicher auch über eine Öffnung für EU-Bürger diskutiert werden. Die Erfolgsaussichten sind aber erheblich geringer, als für Reisende aus Großbritannien. Die US-Reisebranche fordert auch hier eine Öffnung für vollständig geimpfte Personen.

Urlaubsziele

Marokko öffnet sich ab 15. Juni wieder für den Tourismus. Dies soll allerdings eher zaghaft geschehen. Unterschieden wird in Sachen Einreise nach A & B-Ländern. Für alle Staaten, die auf der B-Liste stehen geht nach wie vor nichts. Reisende aus A-Ländern (wie z.B. Deutschland) dürfen einreisen, wenn sie vollständig geimpft sind oder alternativ einen negativen PCR-Test vorlegen, der maximal 48 Stunden alt sein darf. Marokko gilt in der Einschätzung von RKI und Auswärtigem Amt als Risikogebiet. Eine Quarantäne ist bei Reiserückkehr nicht vorgeschrieben.

Portugal-Urlaubern winken ab 14. Juni weitere Erleichterungen. Restaurants und Cafés in Gebieten mit niedriger Inzidenzrate dürfen jetzt bis 1 Uhr nachts öffnen. Bisher war um 22 Uhr 30 Sperrstunde. Auch der öffentliche Personenverkehr soll wieder in den Normalbetrieb zurückkehren. Die traurige Ausnahme macht die Hauptstadt Lissabon. Hier bleiben Bars und Nachtleben voraussichtlich bis in den August geschlossen.

Portugal: Entspannung und trotzdem Sorgen

Portugal kämpft derzeit um den Tourismus aus Großbritannien. Das Land ist offen, die britische Regierung hat Portugal als Reiseziel aber wieder mit Beschränkungen belegt. So ist jetzt bei Rückkehr aus Portugal in Großbritannien wieder eine zehntägige Pflichtquarantäne vorgeschrieben. Am letzten Wochenende hatten deshalb zehntausende britische Urlauber Portugal vorzeitig verlassen, um der seit gestern geltenden Quarantänepflicht zu entgehen.

Lufthansa impft Personal

Lufthansa hat gestern mit der Impfung der ersten Mitarbeiter*innen in Deutschland begonnen. In dieser Woche stehen 2.000 Impfdosen zur Verfügung. Sie werden durch den Medizinischen Dienst des Konzerns in München, Frankfurt und Hamburg „verimpft“. Vorrang haben dabei Flugzeugbesatzungen und Mitarbeitende an den Stationen. LH empfiehlt allen Mitarbeitenden, die Möglichkeit zur Impfung zu nutzen.

LH-Impfzentrum – Foto: Lufthansa

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