D-RR News 23.06.21 – Auf & Zu / Gefahren / Welterbetitel futsch?

Ende der Epidemie – Fortsetzung der Reisebeschränkungen?

Auch die begonnene und vor allem beschworene große Reisefreiheit wird auch künftig nicht ohne Einschränkungen auskommen. Corona-Mutationsgebiete müssten, so die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD, auch nach einem Ende der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ (derzeit 1. September) verfügt werden können. Dafür müssten aber Teile des Infektionsschutzgesetzes geändert werden. Reiserückkehrer aus Mutationsgebieten dürften die gegenwärtigen Erfolge nicht gefährden. Entsprechende Beschränkungen und Einreisemaßnahmen. Wesentliche Eingriffe in die Grundrechte von Bürgern sehe man dabei nicht, erklärte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner in einem Interview mit „Welt am Sonntag“. – Selbstredend könnte die derzeitige Frist vom 1. September auch verlängert werden. Dies will man offensichtlich aber vermeiden, auch wenn das Schreckgespenst „Delta-Mutation“ schon am Horizont steht.

Weitere Grenzöffnungen

Israel

Wie schon angekündigt hat Israel ernst gemacht und ermöglicht die Einreise jetzt auch für Individualreisende und Touristen zum 1. Juli. Voraussetzung dafür ist eine komplette Covid-18-Impfung. Auch die neue Regierung hält offensichtlich am Öffnungskurs fest. Gleichzeitig ist die Infektionssituation noch nicht völlig unter Kontrolle. Immer wieder gibt es lokal begrenzte Ansteckungsherde, insbesondere auch in Schulen. Dort wird dann u.a. die kürzlich aufgehobene Maskenpflicht reaktiviert.

Tschechien

In Tschechien geht wieder was

Nach ersten Sonderregelungen z.B. für Einreisende aus Deutschland, hat Tschechien am vergangenen Montag die Einreise für alle EU-Staaten wieder möglich gemacht. Auch Bürger aus Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz dürfen wieder ins Land. Die Regeln dafür gleichen sich quer durch Europa: Online-Registrierung vor Einreise, negativer Corona-Test oder komplette Impfung bzw. Genesung. Sonderregelungen gibt es im kleinen Grenzverkehr mit den Nachbarländern.  Zum Einkaufen, bzw. Aufenthalt bis maximal 24 Stunden, gibt es keine Auflagen mehr. Der Inzidenzwert (Neuinfektionen innerhalb 7 Tagen pro 100 Tausend Einwohner) in Tschechien lag in den letzten Tagen unter der Marke von 10.

Norwegen

Norwegen: Öffnung mit Regeln

Ab Morgen geht wieder was in Richtung Norwegen. Ab 24. Juni 2021 wird die Einreise aus EU-Staaten unter Vorlage des QR-Codes des Digitalen COVID-Zertifikats der EU ohne Quarantänepflicht grundsätzlich möglich sein, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Website. Allerdings kann für Einreisende ohne dieses Zertifikat weiterhin eine Quarantänepflicht im Hotel oder zu Hause verfügt werden.

Außerdem wurden neue Regeln ab dem 5. Juli beschlossen. Dann will Norwegen die Kategorisierung europäischer Länder anpassen. Diese Kategorisierung geschieht nach Inzidenzzahlen der einzelnen Länder und mündet jeweils in einem vergebenen Farbcode für das Land. Alle Einreisenden, die sich vor der Ankunft in einem Land mit „grünem Code“ aufgehalten haben, sollen dann unabhängig von der Staatsangehörigkeit ins Land dürfen. Eine Quarantäne ist dann nicht mehr erforderlich. Eine Online-Registrierung und ein negatives Testergebnis bleiben obligatorisch.

Türkei startet Aufholjagd

Türkei kämpft um Buchungen – Foto: TUI AG

Dort hofft man auf einen großen Besucherandrang mit dem Ende der allgemeinen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts am 1. Juli. Veranstalter und Fluggesellschaften erhöhen Kapazitäten. Die realen Erwartungen werden von den türkischen Touristikern aber unterschiedlich eingeschätzt. Die Spanne reicht von einer erhofften Besucherzahl, die 70 Prozent der Zahlen des Jahres 2019 erreichen könnte, bis zur lapidaren Feststellung, dass bereits zwei Drittel des Jahresgeschäfts verloren seien. Einige Anbieter wollen die Sommersaison bis Ende November verlängern um jetzt schon längerfristige Buchungen für den Herbst zu generieren.

Griechenland lockert Einreise

Griechenland. Immer weiter offen

Das Land will noch mehr Touristen und erleichtert die Einreise. Jetzt sollen auch ausländische Besucher ohne Impfung oder Covid-Genesung nach Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests einreisen. Für Kinder unter 12 entfällt die Testverpflichtung komplett.

Angekündigt hatte das Tourismusminister Harry Theoharis schon letzte Woche. Jetzt ist die neue Regel in Kraft. Der Schnelltest darf vor dem Flug nicht älter als 48 Stunden sein. Das negative Testergebnis kann auch in deutscher Sprache vorgelegt werden (Neben Englisch wird auch Spanisch, Russisch und Italienisch akzeptiert). Für vollständig Geimpfte ist kein Test mehr erforderlich. Der Impfnachweis kann durch Vorlage des Impfpasses oder der digitalen Bestätigung per App erbracht werden. Die notwendige digitale Online-Anmeldung vor Einreise bleibt verpflichtend.

Der Griechenland-Trend soll damit noch einmal verstärkt werden. Klares Signal dafür ist der Start einer neuen Flugverbindung durch eine griechische Airline, die bisher hauptsächlich vom Inlandsgeschäft lebte. „Sky Express“ hatte gestern den Erstflug der Strecke Heraklion – Hamburg – Heraklion. Die Route wird mit einer Airbusmaschine des Typs A 320neo geflogen und ist jeden Dienstag und Sonntag geplant.

Italien und Spanien beenden Maskenpflicht im Freien

Ende der Maskenpflicht im Freien in Spanien…

Am kommenden Wochenende soll in Spanien die Pflicht zur Maske in der Öffentlichkeit und im Freien enden. Was sicher hauptsächlich alle Spanier erfreuen dürfte gilt aber auch für die Spanienurlauber. Eine entsprechende Forderung aus der Reisebranche in diese Richtung gibt es schon seit einigen Wochen. Die Maskenpflicht im Freien gibt es seit Mai des letzten Jahres. Möglich machen es die weiter fallenden Inzidenzzahlen. Sie liegen landesweit zwar immer noch bei etwa 50. Touristische Hauptziele, wie die Balearen, haben allerdings inzwischen den Wert von 20 unterschritten. Die offizielle Entscheidung ist noch nicht gefallen, wird aber Morgen erwartet.

…und Italien

Italien hat das Ende der Maskenpflicht für den kommenden Montag angekündigt. In allen „weißen Zonen“ des Landes entfällt dann die Pflicht im Freien Maske zu tragen. Diese weiße Zone gilt, bis auf das Aosta-Tal, derzeit im ganzen Land. Die bekannten Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bleiben bestehen.

Venedig droht Verlust des Welterbetitels

Schiffe in Venedig: Welterbetitel auf der Kippe – Foto: MSC Cruises

Wie der Nachrichtensender ntv gestern, mit Bezug auf die italienische Nachrichtenagentur ANSA, berichtete, droht Venedig die Aufnahme in die Liste der gefährdeten Welterbetitel.

Die UNESCO fordert eine verbindliche Lösung, wie man das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen in der Lagune von Venedig künftig verhindern will. Die italienische Regierung müsse schnellstens einen Plan vorlegen, dessen Maßnahmen bis spätestens Februar 2022 umsetzt werden.

Jetzt ist Eile geboten, da die UNESCO, diesen Plan bereits Mitte Juli erwartet und dann einer entsprechenden Prüfung unterziehen will. Es gab zwar schon Anfang April einen entsprechenden Regierungsbeschluss diesen Plan zu liefern. Konkretes zum eigentlichen Schutz der Lagune wurde aber bisher nicht vorgelegt.

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