D-RR News 28.06.21 – Auf und Zu / Delta-Angst / Urlaubslust & Regelfrust

Rüdiger Edelmann

Reiseradio-News gibt es heute zwar auch, allerdings nur in einer abgespeckten Ausgabe am frühen Morgen. Als „One Man Show“ im Reisejournalismus ist jetzt die Zeit da, in der mann oder frau wieder unterwegs ist. Heute ist es nur ein kurzer Termin in meiner Nachbarschaft: Das Tourismustreffen der „Grimmheimat Nordhessen“ mit gleichzeitiger Verleihung des Tourismuspreises 2021. Ich werde berichten und bitte um Verständnis, dass die heutigen News etwas kürzer sind.

 

Wieder Virusvariantengebiet: Portugal und Russland

Der neue Beschluss bringt zahlreiche Änderungen mit sich. Ist das schon die Welle Nummer 4, die Portugal heimsucht? Die Delta-Variante des „indischen“ Corona-Virus verbreitet sich immer stärker. Die Abriegelung der Hauptstadt Lissabon hat keine wirklichen Erfolge gebracht. Bereits am Freitagabend stufte das Robert Koch Institut das Land als Virusvariantengebiet ein. Die daraus erwachsenden Folgen treten allerdings erst Morgen 0 Uhr, in Kraft. Dann tritt das Beförderungsverbot zwischen Portugal und Deutschland in Kraft. Deutsche (Urlaubs-)Rückkehrer müssen in eine vierzehntägige Quarantäne. Diese Regelung gilt auch für geimpfte und genesene Personen. Aus der Quarantäne kann man sich nicht vorab „frei“-testen. Reiseanmeldung und negativer Test sind zum Antritt der Flugreise ohnehin erforderlich.

Ab Morgen 0.00 Uhr nur noch Flüge mit deutschen Heimkehrern – Foto: TAP Air Portugal

Dieselbe Regelung gilt ab Morgen 0 Uhr auch für Reiserückkehrer aus Russland. Insbesondere aus Moskau und St. Petersburg werden hohe Infektionszahlen gemeldet. Dabei handelt es sich zu fast 90 Prozent um Infektionen mit der „Delta-Variante“.

Auch Großbritannien droht dieses Szenario. Dort hatte man am Samstag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Februar registriert. Dass es in beiden Ländern EM-Austragungsorte gibt, löst Alarm innerhalb Europas aus. Von mehreren Seiten wurde die Forderung laut zum Beispiel im Wembley-Stadion in London die Zuschauerzahl zu reduzieren. Die Einstufung als Virusvariantengebiet gilt zunächst für zwei Wochen.

Schnellflucht aus Portugal

Wegen drohender Quarantäne ab Dienstag hat der Portugal-Spezialist „Olimar-Reisen“ seinen Gästen angeboten, sie vor Ablauf des Urlaubs zurück zu transportieren, wenn sie das möchten. Geschäftsführer Pascal Zahn bestätigte das der Nachrichtenagentur dpa. Rund 270 Urlauber hat der Veranstalter seit Samstag schon nach Hause geflogen. Heute sollen weitere Heimflüge starten. Es gäbe, so Zahn, aber auch Gäste, die ihren Urlaub nicht vorzeitig beenden wollen. Die Zahl deutscher Urlauber in Portugal ist derzeit noch sehr gering. Der Deutsche Reiseverband beziffert sie auf etwa 1.000 Gäste.

Portugal: Veranstalter fliegt deutsche Urlauber vorzeitig nach Hause

Neue Risikogebiete

Ein Infektionsanstieg hat dafür gesorgt, dass das RKI auch in anderen Teilen der Welt neue Risikogebiete benennt. Dazu zählen seit gestern Fidschi, Ruanda sowie die kroatische Gespanschaft Zadar.  

Auch gute Nachrichten gibt es. Dies im Übrigen durchgehend innerhalb Europas. Gestern wurden diverse Reisewarnungen zurückgenommen.

Folgende Länder und Regionen gelten nicht mehr als Risikogebiet: Dänemark, Lettland, Luxemburg, Niederlande (mit Ausnahme der Überseegebiete Aruba und Sint Maarten), Schweden (ausgenommen bleiben die Provinzen Värmland, Norrbotten und Kronoberg), Slowenien und die Gespanschaft Varaždin in Kroatien.

„Delta“ – Angst: Mehr Kontrolle gefordert

Flächendeckende Corona Test-Kontrolle bei der Wiedereinreise? – Foto: Bundespolizei

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek, gleichzeitig auch aktueller Vorsitzender der Konferenz der Länder-Gesundheitsminister, hat mehr und genauere Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland gefordert. Impfausweise und Negativtests müssten „engmaschig“ an den Grenzen kontrolliert werden um eine größere Ausbreitung der „Delta“-Variante zu verhindern. Vor der Einreise in die Heimat müsse getestet werden. Das große Netz an Teststationen mache das möglich. Holetschek erklärte dies in einem Interview mit „Bild am Sonntag“. Er steht mit der Forderung nach mehr Kontrolle nicht allein da. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verlangen, dass sich Urlaubsrückkehrer künftig zweimal einem Test unterziehen sollten. Manuela Schwesig sagte in einem Interview mit der „Rheinischen Post“:

Internationale Reisen dürfen nicht dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen infizieren und das Virus nach Hause tragen.

Die geforderte „Doppeltest-Strategie“ würde bedeuten, dass Urlaubsheimkehrer künftig einen Test bei Einreise vorlegen müssten und einen zweiten Test nach fünf Tagen. Wer aus einem Risiko- oder Hochinzidenzgebiet kommt, müsste in den Tagen zwischen den Tests in Quarantäne. Die Forderung nach Tests und deren Kontrolle auch bei Einreise per Auto, Bahn oder Schiff kommt von allen drei Politikern.

Am frühen Morgen gab es Meldungen, dass sich auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, als aktueller Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, diesen Forderungen annähert. Ob dies praktische Folgen hat, steht derzeit noch nicht fest.

Urlaubslust – Regelfrust

Unterschiedliche Regeln je nach Bundesland von Sachsen…

Auch Inlandsurlauber sollten sich vor der Abreise noch einmal über die grundsätzlichen Corona-Regeln des Bundeslands informieren in dem sie ihre Ferien verbringen. Es gibt nämlich immer noch einige große Unterschiede in Sachen Öffnungen, Freiheiten und Pflichten. Insbesondere in Sachen regelmäßiges Testen unterscheiden sich die Regeln der einzelnen Bundesländer erheblich.

…bis Schleswig-Holstein

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