DRR Corona-News 08.04.20 – LH-Germanwings/Sommerferienverschiebung?

Aus für Germanwings – Lufthansas Schrumpfungsprozess

Es ist ein erheblicher Schrumpfungsprozess, den die Lufthansa-Gruppe hier durchführt. Die Entscheidung mit den meisten Schlagzeilen ist dabei das Ende des Flugbetriebs der Tochter Germanwings. Die Airline flog in den letzten Jahren hauptsächlich im Wetlease für die weitere Lufthansa-Tochter Eurowings. Die Entscheidung von LH wird von den Gewerkschaften als Angriff auf die Solidarität der Mitarbeiter, gerade in den letzten Wochen gesehen. Germanwings beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter.

Die schlagzeilenträchtige Entscheidung geht mit weiteren Einschränkungen im Lufthansa-Konzern einher.

Bei der Lufthansa werden sechs Flugzeuge vom Typ Airbus A380, sieben Flugzeuge vom Typ A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Auf der Kurzstrecke trennt man sich von elf Maschinen des Typs Airbus A320.

Lufthansa Cityline soll drei Flugzeuge vom Typ Airbus A340-300 aus dem Betrieb nehmen, die bisher unter dem internen Arbeitsnahmen „Jump“ touristische Langstreckenflüge durchführte. Eurowings soll sich von 10 Maschinen des Typs Airbus A 320 trennen. Langstreckenverbindungen von Eurowings werden reduziert.

Boeing 747-400 in Frankfurt

Die Auslandstöchter Brussels Airlines, Austrian Airlines und Swiss sollen ebenfalls verkleinert werden. Swiss soll die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge prüfen.

Die Passagierairlines der Lufthansa Group haben darüber hinaus bereits nahezu alle Wetlease Vereinbarungen mit anderen Fluggesellschaften gekündigt.

Alle daraus resultierenden Optionen sollen jetzt mit den Sozialpartnern besprochen werden. Dies wird mit Gewerkschaften sicher nicht reibungslos über die Bühne gehen. Lufthansa verspricht in einer Pressemitteilung

Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von dem Restrukturierungspaket betroffen sind, gilt weiter das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Lufthansa Group zu bieten. Dafür sollen mit den Sozialpartnern zügig Gespräche vereinbart werden, um unter anderem über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung von möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sprechen.

Sommerferienverschiebung in Deutschland gefordert

Der durch die Corona-Krise besonders betroffene Tourismus nach Mecklenburg-Vorpommern soll wieder auf die Füße kommen. Der Tourismusverband fordert jetzt die einmalige Verlegung der deutschen Sommerferien auf August und September. So könne zumindest ein Teil des ausgefallenen Geschäfts wieder „reingeholt“ werden. In Mecklenburg-Vorpommern, wie über Ostern auch in Schleswig-Holstein gilt ein komplettes Einreiseverbot für Touristen. Über Ostern verweigert das nördlichste Bundesland sogar den Besitzern von Zweitimmobilien die Anreise.

Rettung des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern: Strand in Bansin / Usedom

Finanzgeschäfte und Beteiligungen

In schwierigen Zeiten und Liquiditätsmangel tauchen schnell Investoren aus dem Ausland auf, um günstig ins Geschäft großer Konzerne einzusteigen.

Der ägyptische Milliardär Samih Sawiris, dem bereits ein Drittel des Reisekonzerns FTI gehört, hat nach Information aus Finanzkreisen, die Mehrheitsübernahme eingeleitet. Diese müsste vom Bundeskartellamt bestätigt werden um wahr zu werden.

Der saudi-arabische Staatfond PIF hat für etwa 340 Millionen Euro rund acht Prozent der Firmenanteile von Carnival Cruises gekauft. Zum weltgrößten Kreuzfahrtkonzern gehören u.a. auch die Kreuzfahrtlinien Costa und Aida.

Foto: Aida-Cruises

Weitere Kapazitätsreduzierung bei Airports

Der weltweit als einer der besten Flughäfen gerühmte „Changi-Airport“ in Singapur schließt sein Terminal 2. Terminal Nummer 4 könnte ebenfalls bald geschlossen werden. Das spektakuläre Terminal 1 soll auf jeden Fall geöffnet bleiben.

Gutschein – Rückzahlung

Nachdem Alltours gestern die Erstattung von bereits bezahlten Buchungen angekündigt hat, zieht jetzt Wikinger-Reisen nach. Der mittelständische Veranstalter aus Hagen bietet seinen Kunden die freie Wahl zwischen Gutschein und Erstattung des bezahlten Reisepreises.

Flugplanausdünung bei United Airlines

Ab kommenden Sonntag (12. April) reduziert United Airlines noch einmal seine Kapazitäten an der US-Westküste. Die Verbindungen ab Los Angeles (LAX) werden von 33 Flügen zu 19 Zielen auf 13 Flüge zu 6 Zielen reduziert. Am United-Drehkreuz San Francisco (SFO) wird die gegenwärtige Verbindungszahl von 65 Flügen zu 40 Zielen ebenfalls stark ausgedünnt. Ab SFO bedient United ab Sonntag dann täglich nur noch 37 Ziele mit 50 täglichen Flügen. Bereits in der letzten Woche wurden die Flüge an den Drehkreuzen Newark (EWR) und New York – La Guardia (LGA) erheblich reduziert.

United Airlines reduziert weitere Flüge: LAX-Aiport

Wirtschaftliche Auswirkungen im Tourismus

Spanien ist stark von der Corona-Krise betroffen. Deshalb fordern die einschneidenden Maßnahmen wirtschaftliche Opfer. Auf den Kanarischen Inseln seien inzwischen 50.000 Jobs im Tourismus gestrichen. Hochgerechnet auf ganz Spanien rechnet man mit dem Verlust von etwa 1 Million Arbeitsplätze im Tourismus.

1 Million Tourismus-Arbeitsplätze in Spanien gefährdet

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