DRR Corona-News 21.04.20 – Feste, Parks und Insolvenzen

Jetzt haben wir die Lockerungen in Betrieb und in der Folge jede Menge Forderung nach weiteren Öffnungen. Ganz ehrlich, mir ist Bange, dass wir gerade dabei sind, die Fortschritte aus vier Wochen Einschränkung in Windeseile zunichtezumachen. Noch ist nichts überstanden, noch ist kein Grund für totale Entspannung und Sorglosigkeit. Der föderale Wiedereröffnungswahnsinn ärgert mich. Lasst es langsam angehen und macht nicht alle Fortschritte wieder kaputt!

„Koane Wiesn“ – Oktoberfest fällt aus

Es war absehbar, jetzt steht es fest. München muss in diesem Jahr ohne Wiesn leben, das Oktoberfest ist abgesagt. Auch diese Entscheidung wird wieder große Auswirkung auf das Thema Reisen, Tourismus und Hospitality haben. Ungeliebt aber vernünftig ist die Entscheidung. Noch wissen wir nicht, wo und wie wir im September stehen. Aus dieser Kenntnis heraus einen potentiellen Corona-Hotspot in eine deutsche Metropole zu holen wäre unverantwortlich.

München 2020 ohne Wiesn

Insolvenzwelle & Probleme

Im Bereich der Spezialveranstalter ist jetzt ein erstes Opfer zu beklagen. Der Nordamerika-Spezialist „CRD International“ hat Insolvenz anmelden müssen.

Die Pleite von South African Airways ist inzwischen bestätigt. Die Airline beendet die Arbeitsverträge mit fast 5.000 Mitarbeitern Ende April. Ein Abfindungspaket ist geschnürt.

South African ist pleite – Foto: SAA

Virgin Australia hat sich, als zweitgrößte Airline des Landes, in die freiwillige Insolvenzverwaltung begeben.

Bei Low-Cost Airline Norwegian stehen die Zeichen schon länger auf Sturm und verschärfen sich zusehends. Heute wurde bekannt, dass die Personalgesellschaften für Flugbegleiter und Piloten in Dänemark und Schweden Insolvenz angemeldet haben.

Gute Nachrichten gibt es für Ferienflieger Condor. Der bereits letzte Woche fällige KfW Kredit über 380 Millionen Euro wurde inzwischen verlängert. Zusätzlich gibt es 200 Millionen Euro um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten. Condor schien schon gerettet. Der polnische Investor PGL ist aber kurzfristig vom Verkauf zurückgetreten, da die zur Investitionsgesellschaft gehörende polnische LOT aktuell ihre gesamte Flotte gegroundet hat und selbst auf Staatshilfe angewiesen ist.

Die ebenfalls gegroundete Austrian Airlines kann eventuell auf Hilfe durch teilweise Verstaatlichung hoffen. Die österreichische Regierung hat diese Chance eingeräumt, will von Eigentümerin Lufthansa-Group aber qualifiziertes Zahlenmaterial haben. Dies ruft selbstredend die Konkurrenz von Lauda Air auf den Plan. Die Airline, die inzwischen zu Ryanair gehört, möchte im Fall einer Austrian-Unterstützung ebenfalls angeblich mindestens Zwei Drittel der Unterstützungssumme, die Austrian bekommen könnte.

Foto: Austrian Airlines

Die irische Wetlease-Fluggesellschaft City Jet ist zahlungsunfähig und flüchtet in den irischen Gläubigerschutz. Damit hat die Firma jetzt 70 Tage Zeit, die Finanzen zu regeln und Vorschläge für eine Sanierung zu machen. City Jet hatte bereits vor Wochen einen Leasing-Vertrag mit Brussels Airlines verloren. Jetzt stehen Verträge mit Aer Lingus und SAS auf der Kippe.

Disney – Freizeitparks

Wegen der weltweiten Schließung der Parks hat der weltgrößte Freizeitkonzern Disney seine Gehaltszahlungen für rund 100 Tausend Mitarbeiter*innen eingestellt. Kurzarbeitsgeld und vergleichbare Leistungen sind in den USA unbekannt. Disney entlässt die Mitarbeiter quasi in die Arbeitslosigkeit. Hoffnung besteht für etwa 17.000 Disney’s in Frankreich, die staatliche Arbeitslosen-Unterstützung bekommen können. Der Konzern will mit dieser Maßnahme 460 Millionen Euro im Monat einsparen. Der Konzern hatte mit seinen Parks im letzten Jahr mehr als 11 Milliarden Dollar verdient. Disney kämpft aktuell gegen den massiven Verfall seiner Aktie.

Trouble bei Disney

 

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