DRR News 08.10.20 – Beherbergungsverbot / Ratlosigkeit / Risikogebiete / Herbsturlaub

Streit und Ratlosigkeit bei Beherbergungsverbot

Der Versuch eine einheitliche Regelung für Reisen von Menschen aus deutschen Risikogebieten zu schaffen ist gescheitert. Ein Großteil der Bundesländer hat das vorgeschlagene Beherbergungsverbot akzeptiert und wird es umsetzen. Einige Bundesländer werden der Regelung aber nicht folgen. In Bayern gilt sie schon ab heute, in Schleswig-Holstein wird sie morgen in Kraft treten.

Das Beherbergungsverbot soll gelten für Menschen aus ausgewiesenen deutschen Risikogebieten (mehr als 50 Neuinfektionen auf hunderttausend Einwohner innerhalb von 7 Tagen). Es gilt nicht, wenn Reisende aus Risikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen!

Widerspruch gibt es derzeit aus Thüringen. Dort will man das Beherbergungsverbot nicht umsetzen.

Berlin, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen prüfen derzeit noch. Mecklenburg-Vorpommern will seine schärferen Reisebedingungen, die an eine Quarantäne gebunden sind beibehalten.

Neue Herausforderungen leistbar? – Foto: Best Western Hotels

Hauptproblem der Beherbergungsbetriebe wird jetzt die Überprüfung der genauen Adresse von Anreisenden sein. Hotelbesitzer, die mit Busunternehmen zusammenarbeiten, fragen zurecht, wie sie das Problem lösen sollen, wenn ein Bus aus Berlin kommt, in dem sich Gäste aus unterschiedlichen Bezirken befinden. Dazu kommt das Problem der Überprüfbarkeit von Zwischenstationen während der Anreise, der vorherigen Aufenthalte, potentieller zweiter Wohnsitze etc. Ratlosigkeit ist damit vorprogrammiert.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Zahl der Risikogebiete noch überschaubar. Falls deren Zahl steigt, bzw. sich permanent ändert, dürfte eine Überprüfung nahezu unmöglich werden. Droht dann ein generelles Beherbergungsverbot, was einem erneuten Hotel-Lockdown gleichkäme? Wird man eventuell nur noch mit Vorlage eines negativen Tests eine Unterkunft finden? Werden damit unter Umständen Testkapazitäten verbraucht, die man an anderer Stelle wesentlich dringender braucht? – Es bleiben viele offene Fragen, die beantwortet werden müssen.

Corona – aktuelle Kurzmeldungen

Risikogebiete innerhalb Deutschlands

Berlin: Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf (Neu), Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg

Bremen-Stadt

Niedersachsen: Landkreis Vechta,

Nordrhein-Westfalen: Hagen, Hamm, Remscheid

Hessen: Stadt Offenbach

Baden-Württemberg: Landkreis Esslingen

Neue Reisewarnungen

Vier komplette Länder wurden neu oder wieder in die Warnungsliste aufgenommen:

Rumänien (EU)

Georgien

Jordanien

Tunesien.

Neue Risikogebiete innerhalb Europas

Bulgarien: (Oblast Targowischte)

Kroatien: Gespanschaften Vukovarsko-srijemska, Sisačko-moslavačka, Krapinsko-zagorska županija

Litauen: die Region Kaunas

Niederlande: die Region Limburg und damit das ganze Land außer des Bezirks Zeeland plus in der Karibik die Insel Curacao

Slowakei: die Regionen Zilina, Prešov, Bratislava, Nitra und Trnava

Slowenien: die Regionen Zasavska, Gorenjska, Osrednjeslovenska, und Savinjska

Ungarn: die Komitate Nógrád, Baranya, Hajdú-Bihar, Jász-Nagykun-Szolnok, Borsod-Abaúj-Zemplén, Komárom-Esztergom und Szabolcs-Szatmár-Bereg

Zurückgenommene Reisewarnungen

Frankreich: Insel Korsika

Kroatien: Gespanschaft Brodsko-Posavska

Das ist der Stand des Robert-Koch-Instituts von Heute, 00.00 Uhr. Aktuelle Änderungen sind nachlesbar auf der Website des RKI

Herbsturlaub und Reiseziele

Nur noch wenige Urlaubs-Länder ohne Reisebeschränkungen. Hier: Griechenland, Ost-Kreta, Palekastro

Bei den Auslandszielen innerhalb Europas gibt es nur noch wenige Länder, für die keine Reisewarnungen existieren. Dazu gehören Griechenland, Italien, Malta und Zypern. Aber auch dies kann sich schnell ändern. Italien hat (wir berichteten über die Diskussion) aktuell eine flächendeckende Maskenpflicht im öffentlichen Raum in Kraft gesetzt.

„Bentour“-Klage gegen Coronatests von Gericht abgelehnt

Klage abgewiesen: Quarantäne trotz Negativ-Test bei Rückkehr aus Türkei? Foto: TUI AG

Der Spezialveranstalter für die Türkei hatte gegen die Testpflicht und gegen die derzeitige Quarantäneverordnung geklagt. Es ging dabei um den gesetzlichen Zwang einer Quarantäne trotz der Vorlage eines negativen Corona-Tests. Der Veranstalter hatte stellvertretend für Kunden aus Schleswig-Holstein geklagt, die von der dortigen Gesetzgebung betroffen sind.

Das Oberverwaltungsgericht des Bundeslands hatte die Klage, bzw. den Eilantrag des Reiseveranstalters abgewiesen. Eine Begründung dieser Entscheidung steht noch aus.

Hurrikan „Delta“

Hurrikan – Symbolbild Screenshot: National Hurricane Center

Ein weiterer Wirbelsturm befindet sich im Anzug auf die Küste der US-Südstaaten. Hurrikan „Delta“ hat die mexikanischen Halbinsel Yucatan überquert und als „Kategorie2-Sturm“ vergleichsweise wenig Schaden angerichtet. Es wurden keine Todesopfer gemeldet, rund 40.000 Menschen wurden vorher evakuiert. Jetzt befindet sich der Sturm wieder über offenem Wasser im Golf von Mexiko. Wetterexperten gehen davon aus, dass sich der Sturm aufgrund der hohen Wassertemperaturen wieder verstärkt. Amerikanisches Gebiet wird „Delta“ vermutlich am Freitagmorgen (Ortszeit) erreichen. Der sogenannte „Landfall“ lässt sich noch nicht vorhersehen, könnte aber irgendwo zwischen Texas und Louisiana liegen. Die Hurrikan-Saison fällt in diesem Jahr besonders heftig aus und liegt bereits über 20.

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