DRR News 18.09.20 – Reiseampel / Israel-Lockdown / Medicane / Waldbrände

Die deutsche Reiseampel

Die Bundesregierung hat mit dem Auslaufen der generellen Reisewarnung eine detaillierte Informationsregelung versprochen. Inzwischen liegen die ersten Informationen vor. Die bisher sehr pauschalen Warnungen und die Nennung von Risikogebieten sollen übersichtlicher werden und gleichzeitig detaillierter.

In Sachen Übersichtlichkeit soll es eine Art „Reiseampel“ geben. Rot, Gelb und Grün stehen zur Verfügung. Die Lösung soll folgendermaßen aussehen:

ROT: Länder und Regionen, die vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen sind.

GELB: Länder und Regionen, die niedrige Infektionszahlen haben, aber aus eigener Initiative für deutsche Urlauber Einreisebeschränkungen (von Einreiseverbot bis Quarantäneverpflichtungen) festgelegt haben. GELB bedeutet künftig nur noch Reisehinweis statt Reisewarnung.

GRÜN: Reisen in Länder und Regionen sind möglich und unproblematisch.

Die klingt auf den ersten Blick gut und informativ. Allerdings fehlt bisher die Information darüber,

  • …ob künftig bei Reiseländern statt einer pauschalen Reisewarnung detaillierter nach Regionen unterschieden wird
  • …ob es auch Detailwarnungen für innerdeutsche Gebiete geben kann oder wird.
  • …ob die Rücknahme einer Reisewarnung für Länder und Gebiete, die Gelb gekennzeichnet sind, auch den Verlust eines Stornierungsrechts für Kunden beinhaltet. – Dies wäre aus Verbrauchersicht kontraproduktiv. In der Praxis freilich wird kein Reiseanbieter Urlaub in Regionen anbieten können, die deutschen Staatsbürgern eine Einreise verweigern oder sie zu langen Quarantänemaßnahmen zwingen.

Reaktionen aus dem Tourismus

Achtung Ampel – Reisewarnungen ab Oktober

Für die Reisebranche bleiben weitere Details offen. Ganz wichtig ist den Reiseanbietern die Frage nach der Vorlaufzeit für Reisewarnungen. Hier prallen dann Geschäftsinteresse und Kundenbetreuung auf rasche Gesundheitsvorsorge der Behörden. Die Zwischenstufe GELB könnte hier, praktisch gesehen, auch als Vorwarnstufe dienen. Allerdings muss es dafür dann auch objektive Kriterien geben.

Gleichzeitig bleibt natürlich die Unsicherheit der meisten potentiellen Urlauber. Die Ampellösung kann vermutlich nicht zu dem in der Tourismusbranche erhofften Stimmungswandel führen. Denn wie im Straßenverkehr gilt: Gelb = Vorsicht, Rot = Stopp! – Niemand wird eine Reise in Regionen buchen, wenn das Risiko nicht absehbar ist.

 

Europäische Tourismusverbände verlangen Einheitlichkeit

Verbände fordern einheitliche Regelungen für Europa

Mehr als 20 Verkehrs- und Reiseverbände in Europa haben EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen aufgefordert für ein koordiniertes und einheitliches Vorgehen bei den Reisebeschränkungen zu sorgen. Der Grund dafür ist offensichtlich, dass die geplanten EU-Vorschläge nur wenig Akzeptanz in den Mitgliedsstaaten finden. 5.000 Unternehmen und rund 27 Millionen Arbeitsplätze hingen am befürchteten Einzelstaaten-Chaos, deshalb dürfe der Vorschlag der EU-Kommission nicht scheitern. Jede Chance auf wirtschaftliche Erholung drohe zunichte gemacht zu werden.

 

Israel verordnet zweiten Lockdown

Die Regelungen sind weitgreifend. Hotels, Einkaufszentren und Strände werden geschlossen. Restaurants dürfen Mahlzeiten nur noch außer Haus verkaufen. Man darf sich nur in Ausnahmefällen weiter als 1 Kilometer von seiner Wohnung entfernen. Die verschärften Regeln gelten seit heute 14 Uhr (Ortszeit) und haben im Vorfeld einen heftigen politischen Streit zwischen Regierung und Opposition ausgelöst.

Corona – Kurzmeldungen

Die französische Regierung hat die Städte Nizza und Lyon aufgefordert, weitere Corona-Schutzmaßnahmen einzuleiten. Die Städte haben jetzt öffentliche Veranstaltungen auf maximal 1.000 Teilnehmer beschränkt. „Versammlungen“ auf öffentlichem Gelände und an Stränden wurden auf maximal 10 Personen beschränkt.

Das Tschechische Gesundheitsministerium hat für gestern 3.130 neue Infektionsfälle registriert. Damit hat sich die Zahl der Neuinfektionen im Verlauf der letzten drei Wochen verdoppelt.

Der Nordosten von England ist ebenfalls von einem hohen Infektionsanstieg betroffen. Die Einschränkungen wurden deshalb wieder verschärft. Bars und Pubs müssen ab sofort wieder um 23 Uhr schließen. Betroffen ist der Großraum um Newcastle upon Tyne, sowie die Grafschaften Durham und Northumberland.

Wirbelsturm im Ionischen Meer

Idylle bis der Sturm kam

Der sogenannte „Medicane“ (eine Wortmischung aus Hurrikan und Mittelmeer) tobt zurzeit im Ionischen Meer zwischen Italien und Griechenland. Der Sturm brachte Windgeschwindigkeiten bis 200 km/h, heftige Regenfälle und hohe Wellenberge in die Region. Besonders betroffen waren zunächst die westgriechischen Inseln Zakynthos und Kefalonia. Der Schiffsverkehr musste eingestellt werden. Im Hafen von Efimia auf Kefalonia seien zahlreiche Yachten gesunken. In einer Sturmwarnung empfahl der Griechische Zivilschutz die Häuser nicht mehr zu verlassen und sich in Meernähe in höher liegenden Stockwerken aufzuhalten. Der Sturm ist inzwischen weitergezogen und könnte, je nach Richtung die Halbinsel Peloponnes, Mittelgriechenland oder auch den westlichen Teil Kretas erreichen. Griechische Meteorologen haben dem Sturm den Namen Ianos gegeben.

„Wildfire“ – Kalifornien schließt beliebte Nationalparks

Natur und Naturschönheit in Gefahr

Die Waldbrände im Westen der USA sind nur schwer unter Kontrolle zu kriegen. Feuerwehrleute gehen davon aus, dass ein Ende der Brände erst in einigen Wochen absehbar ist. Die Brandherde liegen teilweise in schwer zugänglichen Gebieten. Der aufsteigende Brandqualm behindert zudem die Löscharbeiten per Hubschrauber. Inzwischen hat die Nationalparkverwaltung einige Parks aus Sicherheitsgründen geschlossen. Begründung: Zu schlechte Sicht und zu schlechte Luft durch die Rauchentwicklung. Betroffen sind der „Kings Canyon Nationalpark“, der „Sequoia Nationalpark“ und der „Yosemite Nationalpark“, Star unter den kalifornischen Parks mit großem Besucherzuspruch. Die Sperrung der Parks gilt zunächst bis 21. September.

Die Ranger des Sequoia Nationalparks haben, nach Berichten der amerikanischen Tageszeitung „USA Today“, inzwischen mit der Evakuierung begonnen. Fahrzeuge würden aus dem Park gefahren und Wertgegenstände aus Museen abtransportiert.

Alleine in Kalifornien brennt eine Fläche von über 12 Tausend Quadratkilometern. Von den Waldbränden sind auch die nördlicher liegenden Bundesstaaten Oregon und Washington stark betroffen.

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