DRR News 17.09.20 – Warnungen / Hoffnung / Forderung / Zahlen / Hurrikan „Sally“

Reisewarnungen nehmen zu

Auch wenn für Oktober differenzierte Reisewarnungen versprochen sind, heißt das nicht, dass die Warnmeldungen und die Zahl der Risikogebiete weniger wird. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass gerade durch die detaillierteren Einstufungen die Übersichtlichkeit schwindet. Verbraucher sind vermutlich verunsichert, wenn sie sich den täglichen wechselnden und aktuell steigenden Zahlen in Sachen Risikogebiete und Reisewarnungen gegenübersehen.

Seit gestern gibt es eine Vielzahl von neuen Meldungen für das europäische Ausland. Für alle Regionen gilt eine Testpflicht für Reiserückkehrer und eine Isolierung bis zur Vorlage des Ergebnisses. Ab 1. Oktober ist eine fünftägige Quarantäne vorgeschrieben. Danach kann ein Test gemacht werden, der die Quarantäne nach Vorlage eines negativen PCR-Tests beendet. Alternativ besteht die Chance, sich einer Quarantäne von 14 Tagen zu unterziehen. Das ist der tagesaktuelle (17.09.) Stand:

Österreich: Wien – Testpflicht für Reiserückkehrer nur aus Wien (Stadt wie Bundesland)

Schweiz: Kantone Genf und Waadt und Fribourg (Neu)

Frankreich: Île-de-France (inkl. Paris), Provence-Alpes-Côte-d’Azur, Auvergne-Rhône-Alpes, Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Hauts-de-France, Korsika. Gewarnt wird auch vor französischen Staatsgebieten in Übersee: Französisch-Guyana, St. Martin, Guadeloupe und La Réunion.

Ungarn: Budapest – Ungarn hat die Grenzen bereits am 1. September für Urlauber geschlossen.

Niederlande: Die Provinzen Zuid- und Noord-Holland inklusive der Städte Amsterdam, Den Haag und Rotterdam

Tschechien: Region Mittelböhmen inklusive der Hauptstadt Prag

Kroatien: Die Gespanschaften Zadar, Šibenik-Knin, Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Brod-Posavina und Virovitica-Podravina inklusive der Städte Slavonski-Brod und Virovitica. Rumänien: Die Hauptstadt Bukarest sowie die Regionen Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Caraș-Severin, Iaşi, Ilfov, Neamt, Prahova, Vâlcea und Vaslui.

Für alle Regionen gilt eine Testpflicht für Reiserückkehrer und eine Isolierung bis zur Vorlage des Ergebnisses. Ab 1. Oktober ist eine fünftägige Quarantäne vorgeschrieben. Danach kann ein Test gemacht werden, der die Quarantäne nach Vorlage eines negativen PCR-Tests beendet. Alternativ besteht die Chance, sich einer Quarantäne von 14 Tagen zu unterziehen.

Darüber hinaus besteht die Reisewarnung für 130 weitere Länder noch bis Ende September. Zum Oktober soll diese pauschale Reisewarnung ebenfalls durch detailliertere Reisewarnungen ersetzt werden.

Südafrika will sich wieder öffnen

Die Republik Südafrika reduziert die Corona-Schutzmaßnahmen, nach dem Rückgang der Infektionszahlen. Ab 1. Oktober sollen wieder internationale Flüge ins Land möglich sein. Voraussetzung für die Einreise sei die Vorlage eines negativen Corona-Tests, der unmittelbar vor der Abreise im Heimatland durchgeführt wurde. Damit öffnet sich das Land wieder nach etwas über sechs Monaten. Die durch die Sperrung der internationalen Kontakte ausgelösten Wirtschaftsprobleme und die humanitäre Situation eines Großteils der Bevölkerung ist damit allerdings noch nicht gelöst.

AIDA: Jetzt soll es wirklich losgehen

Nach unterschiedlichen und in den letzten Wochen widersprüchlichen Meldungen will Aida Cruises im Oktober den Betrieb wiederaufnehmen. In einer Information des Mutterkonzerns „Carnival“ heißt es, die „Aida Blu“ solle ab 17. Oktober mit siebentägigen Kreuzfahrten in Italien durchstarten.

Foto: Aida-Cruises

Hurtigruten verschiebt Antarktis

Die norwegische Reederei hat alle für den Rest des Jahres geplanten Expeditionstouren in Richtung Antarktis abgesagt. Das Infektionsrisiko an Bord sei zu groß, betonte Hurtigruten. Den Neustart plant man im Januar. Dann müssen Passagiere zwingend einen negativen Corona-Test bei der Einschiffung vorweisen.

Reisewirtschaft

Es sind schlechte Nachrichten, die die Branche derzeit beschäftigen. Die UNO-Welttourismusorganistion (UNWTO)spricht von einem Einnahmeausfall von 390 Milliarden Euro. Der weltweite Tourismus sei, so UNWTO, im Juni um 93 Prozent zurückgegangen.

DER-Touristik Chef Ingo Burmeester sieht etwa die Hälfte aller Reiseunternehmen von einer Insolvenz bedroht. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, das gestern in der „Zeit“ veröffentlicht wurde, sagte er:

Eine durchgreifende Erholung der Nachfrage wird es erst geben, wenn ein Corona-Impfstoff da ist. Bis dahin müssen wir die Branche stabilisieren, damit eine massive Welle von Insolvenzen vermieden wird.

In dem Artikel kommen weitere Touristiker zu Wort, die ebenfalls ein düsteres Bild zeichnen.

Lufthansa: Düstere Perspektive?

Lufthansa CEO Carsten Spohr kündigte in einer Online-Fragestunde für Mitarbeiter weitere harte Einschnitte an. Er gehe davon aus, dass mindestens 30 zusätzliche Maschinen stillgelegt werden müssten. Dies erhöhe zwangsläufig die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze. Es könnten damit statt der kalkulierten 22.000 Stellen jetzt bis zu 26.000 Arbeitsplätze zur Disposition stehen. Lufthansa verliere derzeit immer noch rund 500 Millionen Euro pro Monat, sagte Spohr.

TUI ist offensichtlich knapp bei Kasse und plant eine Kapitalerhöhung um wieder flüssiger zu werden. Das berichtete das Handelsblatt gestern. 700 Millionen bis eine Milliarde Euro will man so in die Kasse holen. Der TUI-Aktienkurs schwächte sich nach dem Auftauchen der Gerüchte stark ab. Von TUI selber gab es gestern dazu keine Stellungnahme.

Foto: TUI Group

Europäische Luftfahrtorganisationen fordern Koordination

Mit Nachdruck fordern gestern die Vertreter von mehr als zehn nationalen Airline-Verbänden in Europa von der Politik eine schnelle, kooperierte Entwicklung und Verwirklichung einer internationalen, digitalen Lösung für Flugreisende. Dabei betonten sie, dass angesichts der COVID-19-Pandemie eine solche länderübergreifende, digitale Lösung ebenso effizient wie unbürokratisch zur allgemeinen Gesundheit beitragen könne, da sie die zügige Rückverfolgung etwaiger Infektionsketten erleichtere. Erste erfolgsversprechende Lösungsansätze gäbe es bereits in Spanien, Großbritannien oder Griechenland. Jetzt sei eine koordinierende Politik gefragt, um eine leistungsstarke Plattform zu entwickeln, die nicht an Ländergrenzen haltmache und die ein einheitliches Reiseerlebnis ermögliche. Den Appell richteten die Organisationen an die jeweiligen Regierungen der Länder und an die Europäische Kommission.

Hurrikan Sally trifft US-Golfküste

Der Kategorie 2-Wirbelsturm hatte seinen „Landfall“ im Bereich zwischen Pensacola (Florida) im Osten und Gulf Shores (Alabama) im Westen.  Glücklicherweise schwächte sich der Sturm an Land relativ schnell ab. Das Hauptproblem der betroffenen Region besteht zurzeit in starken Überschwemmungen. Regen und hereingedrücktes Meerwasser sorgten insbesondere in Pensacola, dem westlichsten Ort in Florida, für massive Schäden. Das Wasser stand dort teilweise bis zu einer Höhe von 1 Meter 50 in der Innenstadt.

Der Weg von „Sally“ hatte sich kurzfristig noch einmal verändert. Ursprünglich ging das „National Hurricane Center“ von einem „Landfall“ im östlichen Louisiana aus. Die Metropolregion New Orleans blieb damit weitgehend verschont. Trotzdem haben, wie fast immer in solchen Fällen, hunderttausende Haushalte derzeit keinen Strom. Die Bahn von Sally soll jetzt in Richtung Nordosten zeigen. Dann wären auch die Bundestaaten Georgia und South Carolina von Sturm und starken Regenfällen betroffen.

Sally ist bereits der achte Hurrikan dieser Saison, der auf das Gebiet der USA traf.

Symbolbild – Screenshot: National Hurricane Center

 

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