Podcast 310 – ITB-Talk & Buchtipp: Kuriose Orte in Berlin

Berlin tickt anders - Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Vierzig Mal auf der ITB, das klingt nach viel Berlin Erfahrung.

Auf dem Messegelände kenne ich mich wirklich gut aus. Nur im Rest von Berlin? Das wird jetzt anders.

Berlin – Pariser Platz und Brandenburger Tor – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Berlin, ganz anders

Auch nach 40 Jahren bin ich noch Laie, was Berlin-Touren betrifft. Logisch, das Brandenburger Tor, den Reichstag, den Gendarmenmarkt, natürlich „Kudamm“ und  Alexanderplatz und diverse Ecken in Charlottenburg, Wilmersdorf oder Moabit kenne ich.

Und da berichtet Kollegin Grit Schwarzenburg beim Treffen in Berlin so ganz nebenbei, sie habe ein Buch geschrieben über sehr viele kuriose Orte in und um Berlin. Das war die Geburtsstunde dieses Podcasts.

Selfie: Podcast-Produktion in Berlin zur ITB – Foto: Grit Schwarzenburg

Bin ick eine Berliner:in?

Wenn das für John F. Kennedy galt, müsste es auch für Grit gelten. Aber sie ist ehrlich und sagt auch ganz offen, dass sie keine Berlinerin ist. Es bleibt ungeklärt, ab wann man Berlinerin sein darf. Immerhin lebt sie schon 22 Jahre hier. Ich würde das ja durchgehen lassen, aber manch Berliner sieht das eventuell anders.

Immerhin, sie kennt sich inzwischen ziemlich gut aus. Sie sagt: mann und frau müsse sich erst an Berlin gewöhnen. Der Schlusssatz ihres Vorworts sticht mir ins Auge:

Berlin ist widersprüchlich, unpraktisch, wunderbar.

 Es ist der ideale Einstieg. Natürlich will ich wissen, welcher vorgestellte Ort denn am widersprüchlichsten, welcher am unpraktischsten und welcher am wunderbarsten sei. Und schon sind wir mitten im Buch.

Große Sehenswürdigkeiten kann jeder – Berlin mal ganz kurios und ganz eigen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Ein Buch für Fortgeschrittene?

Wer zum ersten Mal „inne Hauptstadt“ ist, braucht neben diesem Buch auf jeden Fall noch einen Guide für die großen Sehenswürdigkeiten. Die kommen nämlich nur am Rande vor und das auch nur mit ausgefallenen Storys am Rande.

Klar, wir reden darüber, wie ist denn Idee zum Buch entstanden und gewachsen ist und wie ihre Auswahl der kuriosen Orte zustande kam.

Ich habe bewusste Kontraste entdeckt. Zum Beispiel: Karlshorst als KGB-Zentrale und eine Seite weiter der Teufelsberg im Grunewald als NSA Abhörstation. Beide Orte haben zudem eine Nazivergangenheit.

Rohre, Park Inn und Alexanderplatz – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Aber da ist auch der Alexanderplatz mit dem „Hotel Park Inn“, dem ehemaligen „Hotel Stadt Berlin“, mit 37 Etagen ein Paradebau aus der DDR-Zeit. Was oben auf dem Dach wartet, ist ein typisches Beispiel für kuriose Orte. Grit erzählt im Podcast, welches Abenteuer in wahrhaft luftiger Höhe erlebte und was jeder Tourist nachvollziehen kann, wenn er denn schwindelfrei ist. Wer sich da nicht so sicher ist, schaut sich am besten die berühmte „Weltzeituhr“ an, die auch heute noch gerne als Treffpunkt auf dem Alexanderplatz dient.

Alexanderplatz mit Weltzeituhr – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Unbekanntes, Verstecktes und Attraktives

Erlebt mit Autorin Grit Schwarzenburg das etwas andere Berlin. Wie wäre es mit einer Kirche, deren Fenster aus Gin-Flaschen entstanden sind?

Es gibt Tipps für den Besuch von Wandlitz, der ehemaligen Wohnsiedlung der DDR-Elite.

Es wartet das Gegenstück der Britzer Gärten, die mal Bundesgartenschaugelände waren. Die „Gärten der Welt“ sind ein einmalig schöner Garten, Park, Spielplatz am Rande von Marzahn.

Echte DDR-Attraktion: Gärten der Welt – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Und offensichtlich gibt es auch Einiges zum Thema „Treppenwitz der Weltgeschichte“. Stichwort: Neue Nationalgalerie und die Baupläne des berühmten Bauhausarchitekten Mies van der Rohe. Fast niemand kann erklären, was dieser Bau mit Kuba und der einstigen Rumproduktion von Bacardi auf der Zuckerrohrinsel zu tun hat. Grit weiß es und folglich steht es im Buch.

Große Sehenswürdigkeit: Gendarmenmarkt, Berlin-Mitte – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen:

Ein Denkmal für Erwin Litfaß und seine Werbesäulen.

Schöne Ecken wie den Victoriapark in Kreuzberg (Wasserfall inklusive)

Eine Düne mitten in Wedding

Diverse Lost Places in und um Berlin herum. Und auch von pinken Rohren überall in der Stadt und von ganz besonderen Müllkörben in der Stadt ist die Rede.

Im Hotel übernachten kann jeder

Auch Übernachtungstipps gibt es, von museal über „früher nass“, Weltraumkapseln, Baumhäuser, Weinfässer, ein Hotel „erotisch mehr als nur angehaucht“ oder schlicht ganz besondere und auch typische Pensionen.

Kurioses wartet, selbst wenn es ums Bett für die Nacht geht.

Netzwerk für lange Strecken: Berliner S-BAhn – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Mein Tipp:

Wer selber liest, ist eindeutig im Vorteil.

Natürlich haben wir nicht über alle Inhalte geredet, aber ich weiß jetzt, dass ich, diverse dieser kuriosen Orte besuchen muss. Zeit mitbringen muss man dafür auch, denn die Wege können lang sein in der Riesenmetropole.

Berlin ganz anders, aber subjektiv, wie ich’s erwartet hätte. Klare Empfehlung: Das Buch und natürlich unser Podcast. Letzteren gibt’s ja sogar kostenfrei.

Information

Grit Schwarzenburg

Das Buch der kuriosen Orte in Berlin

Bruckmann-Verlag, München

€ 22,99

 

ISBN: 978-3-7343-3180-0

 

Boulevard mit “Gold Else” – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

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