Kommentar: 65 Jahre Mauerbau und Wiederentdeckung alter Tugenden
Rüdiger Edelmann – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD
Man glaubt es nicht. Die Mauer, die totale Abgrenzung und die Untermauerung eines Überwachungsstaats könnte heute bald in Rente gehen. Glücklicherweise hat sich das mit dem 09. November 1989 (ist auch schon fast 37 Jahre her) erledigt. Das damalige Glücksgefühl mit Hoffnung auf eine Vereinigung zweier Staaten ist der rätselhaften Frage gewichen, ob das etwa ein Fehler war oder ob es den Menschen in der DDR heute besser gehen würde, wenn „der Osten“ heute noch selbständig wäre; oft auch Ostalgie genannt. Jede und Jeder weiß die Antwort, trotzdem rumort es gerade dort, wo blühende Landschaften versprochen wurden, selbst wenn es eigentlich blüht.
Alte Naive
Unzufriedenheit verwächst sich mit neuen nationalen Ideen und diese sind inzwischen zusehends auch im Ex-Westen angekommen. Das ist fatal. Umbrüche gab es schon immer, gibt es und wird es in Zukunft geben. Darüber kann und muss man streiten, aber ein „rückwärts immer – vorwärts nimmer“ darf es nicht geben. Demokratie ist ein schwieriges Geschäft, denn alle dürfen mitreden. Umso wichtiger ist es gerade diese Demokratie zu schützen und die Kräfte in den Hintergrund zu drängen, die wirkliche Demokratie abschaffen wollen. Insbesondere, wenn die meisten Wähler angeblicher „Alternativen“ nicht einmal das Wahlprogramm gelesen haben. Wer hier sein Kreuzchen macht, wird sich bald wieder in sehr alten, sehr totalitären Lebensumständen wiederfinden. Strukturen, die das Leben eventuell noch komplizierter machen.
Rettung für die Reiche(n)
Der Strukturwandel hat uns eingeholt und sie ist so ungeliebt wie die Klimakrise. Beide haben viel miteinander zu tun. Und auch hier ist das „Rückwärts“ versperrt, wenn man weiter gut leben möchte. Wandel hat schon immer auch zu Problemen geführt, von der Industrialisierung bis zum heute nötigen Wandel der Wirtschaft. Wenn wir diesen Wandel verpassen wird’s schnell ungemütlich: In Sachen Klima und in Sachen Wohlstand. Manches wird nicht mehr gehen, zumindest nicht so wie wir es gewohnt sind. Aber neue Strukturen, Konzentration auf neue wirtschaftliche Ideen können uns retten. Die Solartechnik in Deutschland war ganz groß, sie wurde politisch kaputtgemacht. Verantwortlich war die Staatssekretärin, die heute Wirtschaftsministerin ist. Jetzt ist „Katharina die Fossile“ wieder dabei, die Wende zur fossilfreien Energiegewinnung zu zerstören. Sie findet viel Applaus von Gestrigen, aber selbst der Autoindustrie dämmert langsam, dass sie dabei ist ihren weltweiten guten Ruf zu verlieren, weil sie die Zeichen der Zeit verpennt hat. Dämmert es uns wieder einmal zu spät? Ich meine Politik wie Strukturwandel und Klimakrise.
„Kraft durch Hitze“ bei 50 Grad im Schatten?
Ähnliches gilt für Urlaub und die Reisefreiheit, die gerade die ehemaligen DDR-Bürgerinnen und Bürger so vehement forderten. Keiner käme heute auf die Idee, wahlweise FDGB-Ferienangebote oder gar Nazis „Kraft durch Freude wiederhaben zu wollen. Also wird es auch Aufgabe einer Reiseindustrie sein, sich zu engagieren, nachhaltiger und klimafreundlicher zu werden. Viel zu groß dürfte die Gefahr sein, dass in 10 bis 15 Jahren niemand mehr ans Mittelmeer will, weil 50 Grad am Strand niemand aushält. Man kann nur hoffen, dass die Reiseindustrie nicht die gleichen Fehler begeht, wir die Kollegen der Autobranche.
Es gibt viel zu tun: wirtschaftlich, ökologisch und in Sachen Urlaub. Und auch da hilft das Wahlprogramm einer „Alternative“ für Deutschland (AfD) nicht weiter. Bitte denkt daran, insbesondere demnächst an der Wahlurne!
TUI Quartalszahlen
Foto: TUI / (c) Christian Wyrwa
Noch verdient die Branche, aber politische, genauso wie andere Veränderungen machen das Leben schwer. Bei Branchenmulti TUI geht dies aus den Zahlen des dritten Quartals ihres Geschäftsjahrs hervor. Ein Nettogewinn von 124 Millionen Euro mag gut klingen. Prozentual ist es aber auch ein Einbruch um 45 Prozent. Sebastian Ebel, TUI CEO nennt Gründe:
2026 ist kein normales Jahr. TUI hat sich gut behauptet in einem schwierigen Marktumfeld. Unser Geschäftsmodell erweist sich als resilient. Reisen bleibt für das Leben der Menschen sehr relevant, aber der Zeitpunkt der Reise-Entscheidung hat sich verschoben. Kriege und Geopolitik, Konsumzurückhaltung, wirtschaftliche Schwäche, gestiegene Inflation in Kernmärkten Europas – das hatte Einfluss auf die Kauflaune und den Zeitpunkt der Kaufentscheidung.
Sizilien: Airport Catania geschlossen
Nach heftigen Eruptionen und einem Ausbruch des Ätna, der dicht an Airport und Einflugschneise des Flughafens Catania liegt, musste dort der Flugbetrieb eingestellt werden. Es wird, bis mindestens 16 Uhr heute, keinerlei Starts oder Landungen geben, teilt die Website des Airports auf der Startseite mit. Eine Verlängerung der Schließung kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Einige Flüge sind inzwischen nach Palermo umgeleitet worden. Starts und Landungen von Flügen nach Catania bleiben derzeit aber die Ausnahme. Die meisten Verbindungen wurden abgesagt. Es sind einige Tausend Reisende aus und nach Sizilien betroffen.
Der Flugbetrieb ist wegen der Ätna-Ausbrüche seit Tagen stark behindert. Experten berichten zwar, dass die Aktivität etwas zurückgegangen sei. Dies bedeute aber nichts. Gewissheit über eine Beruhigung des Vulkans könne es nicht geben.
Übernachtungszahlen: Deutschland nimmt zu
Schloss Neuschwanstein – Foto: DZT / Christoph Jorda
Im Juni 2026 verbuchten deutsche Beherbergungsbetriebe insgesamt 48,9 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Trotzdem ist die Halbjahresbilanz durchgehend sehr gut.
Im 1. Halbjahr 2026 gab es insgesamt 223,8 Millionen Übernachtungen. Diese Übernachtungszahl ist 0,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 um 0,3 Prozent auf 187,4 Millionen. Bei den Gästen aus dem Ausland war es eine Steigerung um 0,5 Prozent auf 36,4 Millionen. Die DZT dürfte sich freuen, dass wieder mehr Gäste aus dem Ausland kommen.
Holiday Check-Studie: Bleibt alles anders?
Gewiss die Schlagzeile ist provozierend. Allerding will eine vom Portal „Holiday-Check“ in Auftrag gegebene Studie belegen, dass Urlaub durchaus Änderungen auslösen könne: Zuerst in der Gedankenwelt, dann in der Realität.
Gerade der Jahresurlaub bietet Zeit. Zeit bietet die Chance auch über sich selber nachzudenken. Und dieses Nachdenken wiederum sorge dafür, dass 75% aller Deutschen beschließen würden, in ihrem Leben etwas zu ändern. Im Vordergrund stehe das Bedürfnis nach mehr Zeit für sich selbst, mehr Erholungsphasen und mehr Ruhe bei Stress im Beruf. Da ist es wieder das Bedürfnis einer besseren „Work-Life-Balance“.
Herausgekommen ist aber wohl auch, dass nur 12 Prozent, dieses Vorhaben tatsächlich in Angriff nehmen. Wenn der Alltag wieder hereinbricht gehe es oft in der vertrauten Routine weiter. Trotzdem sagt die Studie: Selbstreflexion schadet nie und manche Veränderung beginnt mit sehr kleinen Schritten.
Was passiert, wenn sich Reisejournalisten treffen? Sie klönen über Reiseziele. – Das passiert diesmal, in englischer Sprache und mit amerikanischen Kollegen. […]
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