D-RR News 26.05.21 – MV-Öffnung / USA & Canada / Bahn / Malta

Rüdiger Edelmann

Es ist eine seltsame, widersprüchliche Stimmung im Land: Öffnen und indische Mutation. Freie Einreise nach Spanien und Einreisesperre für Briten nach Deutschland. Die freie Einreise nach Spanien gilt auch für die urlaubshungrigen Briten. Indische Mutante durch die Hintertür, oder was? Denkt eigentlich auch mal jemand über die Konsequenz von Entscheidungen nach oder sind wir schon wieder beim „Hey, was geht“ angelangt?

Parallel gibt es aktuell kaum Erstimpfungen, da der Impfstoff wieder mal knapp ist und erst mal die Zweitimpfungen durchgezogen werden müssen. Habe ich gerade mal die Kurve gekriegt. Letzte Woche mein erster „Moderna-Shot“, der zweite soll am 1. Juli folgen. Hausärzte fühlen sich überlastet und schimpfen gleichzeitig darüber, dass sie oft nur rund 35 – 50 Impfdosen pro Woche erhalten. Impfstoff ist knapp und gleichzeitig wird verkündet, dass jetzt auch die Betriebsärzte impfen sollen.

Impfpriorisierungen werden zunehmend aufgehoben, gleichzeitig stellen 69-Jährige der „Impf-Prio-Gruppe 3“ fest, dass sie von 35-Jährigen überholt werden, da jetzt Termine per Zufallsprinzip vergeben werden. So läuft das wenigstens in meinem Bundesland.

Es gibt auch Erfreuliches. Schleswig-Holstein macht der Republik vor, wie das mit Urlaub in Deutschland funktionieren kann. Die Modellregionen wurden vor einer Woche aufs ganze Land ausgedehnt. Wünschen wir dem Norden den Bestand des Erfolgs, den sie jetzt bereits eingefahren haben mit klugen Entscheidungen und konsequentem Handeln.

Bilanz? Ernüchternd und Mut machend. Dies parallel und begleitet von Versagen, Erfolgen, Ängsten, Vorfreude, Existenzangst. Begleitet von Pessimisten, Optimisten, Quer(nicht)denkern, Ignoranten, Mutanten, Politikern, Virologen (echte und selbsternannte), und Kämpfern für unsere gesundheitliche Versorgung. Für Letztere haben wir vor 12 Monaten geklatscht. Als es um die Erhöhung von Gehältern in der Kranken- und Altenpflege ging, bekamen dieselben eine Klatsche.

Wenn ich das alles lese, dann… – Nein, ich verstehe es nicht und ich will und muss Vieles auch nicht verstehen.

Mecklenburg – Vorpommern: Vorgezogene Öffnung

MV bald wieder für Alle – Foto: Mike Scharfscheer / Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern

Auf der offiziellen Tourismusseite Mecklenburg-Vorpommerns ist noch nichts nachzulesen, aber andere Medien berichten bereits. Die endgültige Entscheidung soll heute beim Tourismusgipfel des Landes fallen.

Hatte man sich im Nord-Osten bisher sehr bedeckt gehalten in Sachen Öffnung für den Tourismus, so soll es jetzt schnell gehen., dank niedriger Inzidenzzahlen. Der aktuelle Wert im Land liegt bei 23,5. Die Öffnungstermine sollen vorgezogen werden, wird Ministerpräsidentin Manuela Schwesig vom Webportal „Hogapage“ zitiert. Zumindest wollten sie und Wirtschaftsminister Harry Glowe dies vorschlagen. Dies würde bedeuten, dass Urlaub von Bürgern des eigenen Bundeslands ab dem kommenden Freitag und nicht erst ab 7. Juni möglich sein soll. Dieser Verlegung zufolge müsste dann der MV-Urlaub für Alle vom 14.06. auf den 04.06. vorverlegt werden.

Die vorsichtige Vorgehensweise teilt M-V mit dem Nachbarland Schleswig-Holstein: Vorlage eines negativen Tests bei Anreise und zwei weitere Tests pro Woche während des gesamten Aufenthalts. Abstands- und Hygieneregeln gelten weiter. Die Maskenpflicht bleibt in Kraft. Eine Obergrenze bei den Hotelbelegungen soll es nicht geben. Die Gastronomie im Land durfte bereits zu Pfingsten öffnen.

Lieblingsziel Ostsee – Hier: Benz / Usedom

Tourismusöffnung von USA und Canada fraglich

Eigentlich sah das schon sehr gut aus. Das Land hat, dank neuer Gesundheitspolitik riesige Fortschritte gemacht. Die Impfquote der USA steht inzwischen top da, die Inzidenzwerte sinken weiter. Roger Dow, Präsident und CEO der US Travel Association sprach schon relativ laut von einer bevorstehenden Öffnung bei seinem politischen Vorstoß. Die EU hat mit der Verabschiedung des gemeinsamen Impf- und Testpasses zusätzlich Hoffnung gemacht.

Allerdings gilt nach wie vor die Reisewarnung des Auswärtigen Amts für die USA und jetzt schüttet offensichtlich Canada, sehr viel Wasser in den Hoffnungswein. Die Grenze zwischen den beiden Staaten ist nach wie vor geschlossen. Die US Regierung ist der Meinung, dass die touristische Öffnung für ganz Nordamerika gelten soll, sprich für beide Staaten. Dies setzt aber eine offene Grenze zwischen beiden Staaten voraus.

Marsha Walden, Präsidentin & CEO von „Destination Canada“ erklärte kürzlich auf der digital stattgefundenen jährlichen Fachmesse „Roundup“, dass eine Lockerung der Grenzbestimmungen durch kanadischen Behörden erst dann möglich werde, wenn drei Viertel aller Kanadier die erste und mindestens 20% der Bevölkerung die zweite Corona-Impfung erhalten haben. Nach den Daten der Tourismusorganisation gehe man davon aus, dass dieses Ziel frühestens im Herbst erreicht werde.

USA und Canada-Planungen für die Sommersaison könnten sich, bei Beibehaltung dieser Regel, als nichtig erweisen.

Deutsche Bahn ermöglicht Entschädigungen online

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG – Foto: Oliver Lang / Deutsche Bahn

Der DB-Vorstandsvorsitzende Richard Lutz erklärte, dass man das gemachte Versprechen ab 1. Juni einlösen wolle, dass Verspätungsentschädigungen digital abgewickelt werden. Der Vorgang dauere nicht länger als fünf Minuten und könne wahlweise über die Kundenkonten auf bahn.de oder die APP „DB Navigator“ abgewickelt werden.  Das Einreichen der Fahrkarten entfalle damit. Die Möglichkeit sei durchaus kundenfreundlich, da inzwischen der Großteil der Ferntickets digital erworben würden. Alleine die Bahn-APP sei von über 50 Millionen Kunden heruntergeladen worden.

Das Nachsehen haben ältere, nicht vernetze Bahnkunden. Sie müssen nach wie vor das analoge Formular, inklusive des dazugehörigen Papierkriegs benutzen. Dies sei, so Richard Lutz inzwischen aber eine Minderheit.

Herdenimmunität auf Malta

Malta mit Herdenimmunität

Das dortige Gesundheitsministerium verkündete stolze Zahlen. Eine Erstimpfung hätten inzwischen 70 Prozent der Bevölkerung erhalten. Komplett geimpft seien 42 Prozent aller Malteser über 16 Jahren. Die Inselgruppe im Mittelmeer hat 500tausend Einwohner und seien inzwischen 475tausend Dosen Vakzin verimpft worden, erklärte Gesundheitsminister Chris Fearne.

Bei weiteren Fortschritten will Malta auch über eine Reduzierung der Maskenpflicht zum 1. Juli nachdenken. An den Ständen soll die Maskenpflicht bereits am 1. Juni entfallen. Aktuell wird die Maskenpflicht auf Malta sehr streng gehandhabt. Sie gilt sowohl in Innenräumen, als auch unter freiem Himmel in der Öffentlichkeit.

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