D-RR NEWS 21.04.21 – Beratungshonorar / Reiseabsicherung / Bahnbau / Camping

Beratungshonorar kommt

Lange gefordert von Reisebüros, wird es jetzt einen weiteren Schritt in Richtung Beratungsgebühren geben. Nach der DER-Touristik sieht jetzt auch Deutschlands größter Veranstalter solche Entgelte vor. Von Mitte Mai an berechnen die TUI-eigenen Reisebüro-Filialen Servicepauschalen zwischen 15 und 39 Euro pro Buchung. Bei den Franchisepartnern wurde dies bereits realisiert. Den Vertriebspartnern steht es allerdings frei, den Aufpreis zu kassieren oder auch nicht.

Jetzt auch TUI mit Beratungsgebühr – Foto: TUI Group

Die Beratungs-Pakete und was sie bieten

Die Pauschalen sind nach Beratungsaufwand und Reisepreis gestaffelt. Das Standard-Paket umfasst laut TUI neben einer fundierten Bedarfsanalyse und Angebots-Ausarbeitung auch Angebots- und Leistungsvergleiche in professionellen Buchungssystemen, Auskunft und Informationen zu geltenden Einreisebestimmungen sowie die Anmeldung von Sitzplatzreservierungen für den Flug. Der Preis für das Standard-Servicepaket richtet sich nach dem Reisepreis. Bis 499 Euro liegt die Gebühr bei 15 Euro. Ab 500 Euro werden 29 Euro berechnet.

Darüber hinaus gibt es ein Premium-Servicepaket mit zusätzlichen Leistungen wie der Anmeldung von Zusatzgepäck, dem Online-Check-In für den Hinflug, sowie der Reservierung von Sport- und Wellness-Aktivitäten im Hotel. Für Kreuzfahrer ist die Unterstützung beim Ausfüllen des Bordmanifests sowie die Buchung von Ausflügen inkludiert. Im Paket ist auch die Unterstützung bei Schadensmeldungen an Versicherungen, der Ausdruck von Reisedokumenten und die Unterstützung bei der Realisierung von Sonderwünschen vorgesehen. Hier betragen die Gebühren 25 Euro bei Reisepreisen bis 499 Euro und 39 Euro bei Buchungen ab 500 Euro aufwärts.

Hubert Kluske, Vertriebs- und Marketinggeschäftsführer bei TUI Deutschland sagte dazu:

In anderen Dienstleistungsbranchen ist es mittlerweile etabliert, dass guter Service honoriert wird. In der Touristik ist diese Form der Wertschätzung bislang noch eine Ausnahme

Dies ist eine neue Aussage zu den Gebühren, gegen die sich insbesondere TUI lange gesperrt hatte.

Impftourismus

In Moskau sind mittlerweile mehrere Reisegruppen mit dem Impfstoff Sputnik V geimpft worden. Das Angebot stammt von einem skandinavischen Reiseveranstalter, der seit einer Woche Gruppenreisen durchführt in denen der Impftermin inkludiert ist. Dazu gehören auch längere Rundreisen, die damit auch die Zweitimpfung auf deiner Reise möglich machen.

Auch der US-Bundesstaat Alaska will während der Hauptsaison im Sommer Impfungen bei der Einreise anbieten. Hier setzt man auch auf das Marketinginstrument Impfung um das Reiseziel attraktiver zu machen.

Die Malediven planen ebenfalls Impfangebote.

In Serbien waren die Impfangebote bereits fester Bestandteil des Reisegeschäfts. Hier war sogar ein Impfstoffmix im Einsatz. Sowohl Sputnik V als auch Biontech und Astra-Zeneca wurde „verimpft“. Dies wurde inzwischen von der dortigen Regierung wieder gestoppt. Man habe die Impfungen nur angeboten um Vakzine nicht verderben zu lassen. Diese Gefahr drohte bei über 20.000 Impfdosen.

Bahn sperrt ICE-Strecke

Vom 24. April bis zum 16. Juli tauscht die Deutsche Bahn auf der ICE-Strecke zwischen Kassel und Göttingen insgesamt 75 Kilometer Gleis, 72.000 Schwellen, 95.000 Tonnen Schotter und 48 Weichen aus. Das Ganze kostet rund 114 Millionen Euro und soll die Strecke wieder fit machen.

Bauarbeiten verlängern Zugfahrt – Grafik: Deutsche Bahn

Fernverkehrszüge werden über Eichenberg umgeleitet. Die Fahrzeit verlängert sich deshalb um bis zu 40 Minuten. Züge in Richtung Hannover/Hamburg sowie Braunschweig/Berlin kommen nach der Umleitung in den Bahnhöfen nördlich von Kassel später an bzw. müssen dort in der Gegenrichtung nach Süden früher abfahren als sonst. Die veränderten Fahrzeiten sind in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.

Streit um Reisesicherungsfond

Lange Zeit schien klar, dass Pauschalreisende durch den sogenannten „Reisesicherungsschein“ der Insolvenzversicherungen, ausreichend gegen finanzielle Risiken bei Veranstalterpleiten geschützt sind. Spätestens seit der „Großpleite“ von Thomas Cook im Herbst 2019 diskutiert die Branche über eine Neugestaltung. Diese war zwar von der EU-Kommission schon lange gefordert, aber von Seiten der Bundesregierung verschleppt worden war. Seitdem streiten sich Reisebranche und Bundesregierung um das richtige Konzept. Knackpunkt sind u.a. die Zahlungsverpflichtungen der Veranstalter, die insbesondere kleine und mittlere Reiseanbieter in finanzielle Bedrängnis bringen könnte, so die Reisebranche.

Der Streit dreht sich um die Pflichtmitgliedschaft im neu geplanten Fond. Jetzt stehen die Beratungen im Rechtsausschuss des Bundestages an und der Deutsche Tourismusverband hat noch einmal dazu Stellung bezogen.

Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbands

DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz forderte gestern in einer Medienmitteilung Nachbesserungen des geplanten Gesetzes:

Aktuell wird er den klein- und mittelständischen Anbietern von Pauschalreisen innerhalb Deutschlands nicht gerecht. Diese haben ein deutlich geringeres Risiko im Insolvenzfall und können sich auch weiterhin über eine Versicherung am Markt problemlos versichern. Im Gesetz muss deshalb eine deutliche Erhöhung der Umsatzgrenze für die Mitgliedschaft im Fonds verankert werden. Zudem müssen die Risikofaktoren im Gesetz klar benannt und berücksichtigt werden. Pauschalreiseanbieter im Deutschlandtourismus, das sind beispielsweise Busunternehmen, Freizeitparks mit eigenen Ferienparks oder auch Städte mit Pauschalreisepaketen. Deshalb muss im Gesetz der Grundsatz gelten: Wer niedrige Risiken hat und sich am Markt versichern kann, sollte nicht in den Reisesicherungsfonds gehen müssen. Gerade in der aktuellen Lage, in der es noch immer keine Strategie und keine Perspektive für die Akteure im Deutschlandtourismus gibt, müssen zusätzliche und ungerechtfertigte Belastungen vermieden werden. Eine weitere Belastung können die Akteure der Branche nicht mehr hinnehmen. Es stehen Existenzen, Betriebe und Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Folge für den Verbraucher wären zusätzlich der Anstieg der Reisepreise, da die Beiträge in den Fond von den Veranstaltern finanziert werden müssen.

Camping auch 2021 der Hit?

Campingboom in Corona-Zeiten – Foto: Camper Days

Das Verreisen mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil erlebte im vergangenen Jahr einen nie da gewesenen Boom. Experten gehen davon aus, dass dies auch in diesem Jahr nicht anders sein wird. Die bange Frage, die sich viele Camper stellen, ist allerdings, wo Campingplätze geöffnet sind und welche Restriktionen in den Zielgebieten und Zielländern gelten. Das Online-Magazin Travelbook hat jetzt die Angebotspalette zusammengefasst, beginnend mit der Frage, wo überhaupt Campingurlaub möglich ist. Ergebnis: Es geht wesentlich mehr, als man gemeinhin annehmen würde. Offene Plätze gibt es in vielen europäischen Ländern, die Bedingungen unterscheiden sich jedoch erheblich. Interessierte können die Details online bei Travelbook nachlesen.

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