D-RR News 22.08.22 – Ergebnislos / Ratlos / Stromlos

Foto: TMV / Gaensicke

Die Zahlen des Tages (RKI)

(RKI: Da am Wochenende weniger Testungen, Labordiagnostik, Meldungen und Übermittlungen stattfinden, ist die Aussagekraft der tagesaktuellen Berichterstattung der Neuinfektionen am Wochenende und zu Beginn der Woche eingeschränkt.)

282,2

(7 Tage Inzidenz pro 100.000 Einwohner )

49

(Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden)

0

(Todesfälle innerhalb der letzten 24 Stunden)

146.504

(Todesfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie)


Ergebnislose Verhandlungen

Foto: Lufthansa

Die Tarifgespräche zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit (VC) waren bisher erfolglos. Dies teilte die Fluggesellschaft am Samstag mit. Es bleibt damit gefährlich in Sachen Streik. VC hatte bereits vor Wochen eine Urabstimmung durchgeführt. Darin hat sich die überwiegende Mehrheit der Piloten für einen Streik ausgesprochen, falls die Gespräche nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Trotz der abgebrochenen Verhandlungen ist man sich wohl näher gekommen in Sachen Gehaltserhöhung. Die von LH angebotenen 5,5% bis zum Jahresende sind wohl akzeptiert. Allerdings stehen da noch der automatische Inflationsausgleich und die Diskussion um die Gründung einer weiteren „City Line-Gesellschaft“ im Raum, die wie schon bei Eurowings und Eurowings Discover schlechtere Gehalts- und Arbeitsbedingungen bedeuten würden. Ziel von LH ist es, mit der zusätzlichen Gesellschaft weitere Flüge von der Hauptairline abzuziehen und günstiger anzubieten.

Problem dabei: Die ohnehin in Sachen Servicequalität ins Gerede gekommene Muttergesellschaft gäbe damit in einem weiteren Teil der Flüge bisherige Qualitätsansprüche auf. Ob diese Rechnung aufgeht, kann derzeit wohl niemand beantworten. Die Piloten bezweifeln dies zumindest und fordern Abstand von dieser Idee, die wohl bereits in den Startlöchern steht.

Ende der Vorkasse bei Flügen?

Foto: Fraport

Das Bundesland Niedersachsen ist vorgeprescht. Man plant einen Gesetzesantrag, der vorsieht, dass Flüge künftig erst beim Check-in bezahlt bzw. der Kreditkarte belastet werden dürfen. Grundlage für die Initiative der Landesregierung in Hannover ist die um ein Vielfaches gestiegene Zahl an Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Der Flugverkehr mache dabei die Mehrzahl der Beschwerden aus.

Wenn das niedersächsische Landeskabinett dies beschließt, könnte das Thema bei der nächsten Sitzung des Bundesrats, Mitte September, auf der Tagesordnung stehen.

Erfolgsaussichten?

Ob ein solcher Vorstoß im Bundesrat erfolgversprechend ist, lässt sich noch nicht absehen. Eine direkte Zahlungsabwicklung am Airport-Counter wird, nicht nur von Fachleuten als unrealistisch angesehen. Daraus ergäben sich zudem zusätzliche Wartezeiten bzw. höherer Personalbedarf. Falls diese Regelung zum Gesetz würde, müsste dann der komplette Zahlungsverkehr mit Airlines und über Reisebüros völlig neu organisiert werden.

Neue Probleme liefern Argumente

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Der lockere Umgang mit Flugstreichungen leistet der Forderung allerdings neue Nahrung. Erst am Freitag hat zum Beispiel LH weitere Flugstreichungen für den Winterflugplan bekanntgegeben. Die Argumentation von LH liefert den Befürwortern eines kundenschützenden Gesetzes neue Nahrung. Heißt es doch, man streiche Flüge um Fluggästen einen verlässlichen und planbaren Flugplan anbieten zu können. Alle LH-Kunden, deren geplante Flüge im Winterhalbjahr 22/23, gerade gestrichen wurden, dürften das anders sehen.

Lufthansa sieht sowohl Streichungen, als auch Flugzeitenänderungen vor. Betroffen sein werden vermutlich hauptsächlich innerdeutsche und europäische Verbindungen. Die Details sind noch nicht bekannt, sollen aber sukzessive in den Flugplan eingearbeitet werden. Dies wiederum ruft den Protest von Reisebüros und Flugportalen auf den Plan.

SAS

Foto: SAS

Auch die skandinavische SAS hat die Streichung von 1.600 innereuropäischen Flügen bekanntgegeben. Der Grund liegt hier aber in den Bestrebungen einer finanziellen Konsolidierung. SAS fliegt derzeit unter dem Schutz der amerikanischen Insolvenzparagraphen (Chapter 11), die eine Neustrukturierung in Eigenregie ermöglicht.

Probleme in Kuba

Trinidad/Cuba – Foto: oldcarshavana.com

Die Karibikinsel hat derzeit große Probleme in der Infrastruktur, die nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen betrifft. Das Auswärtige Amt weist in seinen Sicherheitshinweisen auf mehrere Dinge hin, die Besucher wissen sollten.

Dazu gehören

  • erhebliche Verspätungen und Ausfälle sowohl im innerkubanischen Flug- als auch Busverkehr
  • Stromausfälle, die dazu führten, dass Geschäfte und Tankstellen geschlossen sind
  • komplett ausgefallene Geldautomaten oder gestörte Geräte, die keine Anbindung mehr an internationale Zahlungsnetze mehr haben

Weitere Details stehen in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts.

Kampf um Besucher

Stetiner Haff – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben Probleme. Aufgrund des großflächigen Fischsterbens in der Oder bleiben die Gäste aus oder stornieren wieder. Einige Betriebe reden schon vom plötzlichen Abbruch der Hauptsaison. Campingplätze beklagen das Ausbleiben von Gästen. Hotels erhalten Stornierungen.

Auch wenn bisher in Mecklenburg-Vorpommern keine Fischkadaver gefunden worden sind und die Wasserwerte in Ordnung sind, raten die Gesundheitsbehörden vom Baden in den betroffenen Gewässern derzeit ab. Die Oder fließt ins Stettiner Haff und bei Świnoujście (Swinemünde) in die Ostsee. Aufgrund der Größe der Wasserfläche des Haffs sind damit auch Badegebiete im Achterland der Insel Usedom betroffen.

Auch Brandenburg ist betroffen. Die Regionen Seenland Oder/Spree und der Spreewald registrieren zunehmend Kundennachfragen oder Stornierungen.

Eine Ursache des Fischsterbens liegt nach wie vor nicht vor.

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