DRR Check – Planespotting at LAX

Freizeitcheck an Runway 24

Was macht man(n), wenn er viel zu viel Zeit hat und eigentlich nichts tun muss. Okay, ist man(n) für eine Übernachtung am Airport in Los Angeles und hat nix, aber auch gar nix zu tun, dann macht er sich auf den Weg in Richtung LAX-Start- und Landebahn. Nicht, dass mir das von ganz allein eingefallen wäre, aber mein lieber Kollege Ingo Busch (www.reise-wahnsinn.de) flippte sofort aus, als er von meiner Zeit in Los Angeles hörte. Sein Tipp war heute mein Ziel: Das Ende bzw. der Anfang einer der vielen LAX-Start- und Landebahnen.

Zu Fuß gemacht, von meinem Hotel, das mir vermutlich heute Nacht die Frage beantworten wird, ob man gegen landende Maschinen „anschlafen“ kann, die in einer Höhe von etwa 300 bis 400 Metern übers Dach brausen.

Vorhin aber schien die Sonne, es war angenehm warm und es stellte sich gegen 16 Uhr ein leichtes Hungergefühl ein. Dann also Ingos Rat befolgen, denn da wo es landende Maschinen gibt, gibt es auch trendy Fastfood bei „In-N-Out-Burger“

Nahrung für Flugfreaks: In-N-Out-Burger ist Kult in den Staaten

Unterwegs

So wie die diversen Flugzeuge übers Hoteldach rauschen, so begleiten sie mich auch auf dem Weg zur Kreuzung South Sepulveda Boulevard / 92. Straße West in L.A.‘s Stadtteil Westchester. Es ist Sonntag und dementsprechend nicht so viel los im kleinen Park der Plane-Spotter. Zwei drei Jungs stehen bereit, um mit dem Mobiltelefon Videoaufnahmen zu machen, eine Familie mit vier Kindern macht Picknick auf dem Rasen, mit Tüten, die man vorher auf der anderen Straßenseite eingekauft hat. Heißt ja „In-N-Out-Burger“ oder konkret: Hier essen oder mitnehmen.

Hawaiian im Anflug aus Honolulu
Sonntags statt Park: Senioren Plane-Spotter

Wer „spottet“?

Und da sitzt auch noch ein Rentnerpaar in den ausgeklappten Campingstühlen. Ausgerüstet mit Thermoskanne und selbstgemachten Snacks vertreiben sie sich offenbar den Sonntagnachmittag. Später belausche ich ihr Gespräch mit einem „dazugekommenen“ Senior Citizen und korrigiere: Nein, Sie kommen nicht nur am Sonntag, sondern täglich. Der Nachmittag gehört dem Flughafen. Die Lady hat ein Fernglas dabei. Ihr Mann auch einen kleinen Fotoapparat. Bald fliegt die „German Lufthansa“ höre ich noch und schau mal lieber in Richtung Startbahn, auf der tatsächlich eine Boeing 747-8 heranrollt. Das muss die Maschine nach Frankfurt sein.

LH 747-8 vor dem Start nach Frankfurt
Air France Airbus A 380

Diese großen „Vögel“ sind schon ziemlich gewaltig. Kurz vorher hob bereits ein Airbus   A380 der Air France ab. Insbesondere wenn man die Maschinen von vorn sieht, gerät man in grenzenlose Bewunderung. Gut 68 Meter Spannweite weist die 747-8 aus, der A380 knapp 80 Meter.

Spannweitenvergleich zwischen 747-8 und…
…A 380

LAX alles andere als lax

Der Internationale Airport von Los Angeles (Drei-Buchstaben-Code LAX) hat vier Start- und Landebahnen und ist mit fast 88 Millionen Passagieren der zweitgrößte Airport der USA nach Atlanta/Georgia im Osten. Es ist viel los hier, sogar am Sonntagnachmittag. Als unprofessioneller „Plane-Spotter“ muss ich mich organisieren, denn es kommen zum Teil parallel auf Bahn 24R (rechts) Flugzeuge an, während auf der danebenliegenden Bahn 24L Maschinen starten. Es ist also permanent was los auf den Runways.

Hochbetrieb in LAX

Klar ist auch, wer Platzhirsch in LAX ist: Die großen US-Gesellschaften American, Delta und United beherrschten am Nachmittag das Bild. Im Westen ist traditionell auch „Alaska Airlines“ stark vertreten.

Auch Amerikas größter Billigflieger „Southwest“ ist überproportional präsent. Diese Gesellschaft ist an über 100 US-Flughäfen vertreten und auch LAX gehört zu den starken Airports des Billigfliegers. Dementsprechend hätte ich den Eindruck gewinnen können, dass „Southwest-Airlines“ am meisten in Los Angeles vertreten ist.

Burger Paradies

Ach ja, das Hungergefühl hat mich dann noch zu „In-N-Out“ geführt. Auf den ersten Blick war mir nicht so ganz klar, warum diese Restaurantkette so angesagt ist. Die Karte über der Bestelltheke ist klein und überschaubar. Hamburger, Cheeseburger und das ganze jeweils in doppelter Ausführung, Fritten satt und Softdrinks. That’s it. Aber der Laden ist „knalle voll“. Man bestellt, bezahlt und kriegt eine Quittung mit Bestellnummer. Jetzt muss man nur noch warten, bis man aufgerufen wird. Das dauert in meinem Fall rund 10 Minuten. Also nix mit „FAST-Food“. Das, was dann in meinen Pappschachteln liegt, ist ganz frisch und dementsprechend lecker. Der Eisbergsalat kommt so knackig rüber, wie die rohen Zwiebeln. Die Tomaten sind frisch. Das Fleisch schmeckt. Der Käse, na ja der schmeckt eben, wie immer in den USA, irgendwie nach Scheibletten. Der Innenraum ist voll. Vor dem „Drive Through“ ist Dauerstau. Vor dem Lokal sind nochmal reichlich Plätze im Freien. Hier „müffelt“ sich’s gut, wenn man gleichzeitig die Runways im Blick behalten will. Kurz: In-N-Out ist lecker und letztlich fast billiger als die Konkurrenz.

Cheeseburger, Fries and Diet-Coke
Kreuzung South Sepulveda Boulevard / 92. Straße West

Schwer was los

Inzwischen stauen sich die Maschinen vor der Startbahn und auf Bahn 24R landet im Schnitt alle drei bis vier Minuten eine Maschine. Draußen steht ja nun nicht drauf, woher der Flieger kommt. Aber bei den Ausländern lässt sich schon nachvollziehen, dass hier am Flughafen von L.A. die ganze Welt zu Gast ist. Saudia startet, Air New Zealand landet. Iberia fliegt ab und Air Italy landet nach dem Überflug des „In-N-Out“ Schilds. Hier kommt die Galerie, der weiteren Gesellschaften, die während meines Aufenthalts am Traumplatz für Plane-Spotter gestartet oder gelandet sind.

British Airways
Austrian

Wichtig

Abends und in den Nachtstunden sollte man diesen Traumplatz eher meiden. Vorm Spaziergang im Dunkeln sei ebenfalls gewarnt. „Nicht sicher“, heißt die Devise.

Nachtrag

Die Nacht im „Super8-Motel-LAX-Airport“ war ruhiger als gedacht. Zumindest für mich oder alle, die sich erst gegen Mitternacht aufs Ohr legen. Dann nimmt der Anflugverkehr nämlich ab, wenngleich er natürlich nicht gänzlich aufhört, wie an deutschen Flughäfen. Im Viertelstundenabstand kommt dann doch immer mal wieder eine landende Maschine direkt übers Dach.

Super (8) – Motel direkt in der Anflugschneise

Mit einigen Unterbrechungen hab ich dann doch recht gut geschlafen. Um 5 Uhr allerdings war die Nacht zu Ende. Einmal begann der Morgenbetrieb in LAX und zum anderen wartete um 6 Uhr 30 mein Flughafenshuttle. Der Fahrer erzählte mir übrigens, dass das Gebiet, indem jetzt noch das Motel steht, spätestens in zwei Jahren vom Airport geschluckt und die Hauptstraße untertunnelt werden soll. Ob’s stimmt, konnte ich noch nicht gegenchecken.

Mein Flug von Los Angeles über Denver nach Frankfurt war ansonsten sehr entspannt und vor allem überaus pünktlich von Beginn bis Ende. Das ist ja in diesen Zeiten leider nicht mehr selbstverständlich.

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