Reise News 28.07.26 – Umwelt, Politik, Protest & Warnung

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reiseradio-Kommentar: Brände, Hitze & Erkenntnisstau

Rüdiger Edelmann – Foto: ttb-media TON-TEXT-BILD

Selten ist es ein Phänomen, das aufrüttelt. Derzeit kommt es aber eher knüppeldick. Denn: Wer jetzt noch behauptet, der Klimawandel sei ein Hirngespinst, „Grün-Links Versiffter“, sollte sich dann doch mal mit den Fakten auseinandersetzen. Vor einigen Wochen gab es Hitze bis zu 40 Grad bei uns in Deutschland. Gleichzeitig stieg das Thermometer in Spanien bis auf 49 Grad an. Inzwischen brennen Wälder in Spanien und Südfrankreich. Bei uns gab es heftige Waldbrände in Mecklenburg-Vorpommern in der Müritz-Region. Gemessen an den Ausmaßen der Brandkatastrophe rund um Bordeaux war das eine Kleinigkeit. Trotzdem hielten alle Menschen und besonders die Bewohner im Nordosten Deutschlands hörbar die Luft an.  

Frankreich

Südfrankreich: Eine Fläche von der drei- bis vierfachen Größe der Hauptstadt Paris ist inzwischen verbrannt. Rund 100.000 Hektar sind es seit Jahresbeginn und 420 Quadratkilometer in der direkten Umgebung der Großstadt Bordeaux. Die Feuer sind nur noch 15 Kilometer von der Stadt entfernt. Über 220.000 Menschen (Urlauber inklusive) mussten evakuiert werden.

Spanien und Portugal

Dort verbrannten bisher etwa 80.000 Hektar Land. Mehr als 300.000 Menschen mussten auf der iberischen Halbinsel evakuiert werden. Inzwischen haben die Brände auch auf Portugal übergegriffen. Besonders gefährdet ist dort der Norden in der Großregion zwischen Braga im Nordwesten und Braganca im Nordosten.   

Die Löscharbeiten wirken inzwischen; langsam. Das Land aber ist verbrannt und wird sich davon nicht so schnell erholen.  

Neue Hitzewelle

Die Hitze bleibt und zieht in den nächsten Tagen, langsam aber sicher auch wieder nordöstlich und damit zu uns. 35 bis 37 Grad warten am Donnerstag und Freitag wohl auf uns. Danach werden wir wieder über gestiegene Zahlen in der Todesstatistik diskutieren. Um mobile Klimaanlagen muss man nicht mehr reden. Die meisten sind erst ab Oktober wieder lieferbar.

Politik

Inzwischen hat der Bundestag den vom Wirtschaftsministerium entwickelten „Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung des Gebäude Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes und zur Änderung weiterer Vorschriften im Wärmebereich mehrheitlich beschlossen. Die fossile Lobby reibt sich die Hände, der nicht finanzkräftige Bürger hat absehbar das materielle Nachsehen. Die Klimaschutzbemühungen sind im Eimer.

Hatten Gutgläubige gehofft, dass während der seltsamen Postenschieberei des Bundeskanzlers, auch ein Stühlerücken im Wirtschaftsministerium stattfindet, so sehen sie sich getäuscht. Klimaschutzgelder wurden zugunsten anderer Projekte verschoben und die AfD feixt öffentlich über die Prognosen der anstehenden Landtagswahlen, angesichts des politischen Chaos in Berlin.

Wird sich erst etwas tun, wenn das Sauerland abgebrannt ist? – Danke für nix lieber Herr Bundeskanzler Merz und Frau Bundeswirtschaftsministerin Reiche! 

Kanzleramt, Berlin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Verkehrsminister: Herausforderungen warten 

Innerhalb des Stühlerückens in Berlin bekommt die Republik einen neuen Verkehrsminister. Wir wissen: Mobilität und Tourismus haben viel miteinander zu tun. Es warten schwierige Aufgaben.

Neuer Verkehrsminister: Steffen Bilger – Foto: Tobias Koch

Steffen Bilger (CDU) steht vor einem Aufgabenberg. Dieser ist wiederum mit finanziellen Anforderungen bestückt. Die Mittel dafür fehlen.

Was also wird aus der Bahnstrategie? Was aus der Diskussion um die sogenannten „Trassenpreise“, die nach EU-Vorgaben eigentlich erhöht werden müssen. Was wird aus dem Deutschlandticket, den maroden Brücken, der Sanierung der Bahnstrecken? Der Bundeskanzler fordert eine schnelle Modernisierung der Infrastruktur und Finanzminister Klingbeil stülpt die leeren Hosentaschen um. Das wird kein Spaziergang.

30. Juli: Erdüberlastungstag

Der globale Erdüberlastungstag fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli. An diesem Tag hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Ökosysteme der Erde innerhalb eines Kalenderjahres regenerieren können. Der BUND Deutschland sagt:

Für den Rest des Jahres plündern wir eine Zukunft, die uns nicht gehört.

Der BUND forderte deshalb gestern in einer Presseerklärung den entschlossenen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Im Mittelpunkt müssten die Verringerung von Treibhausgasen und der Ausstieg aus den fossilen Energien stehen. Die globale Erderwärmung wirke wie ein Brandbeschleuniger, wie gerade an den Waldbränden vor allem in Südwest-Europa deutlich zu sehen sei. Die Folgen der Klimakrise, von Dürren, extremer Hitze und Starkregen bis hin zum Artensterben, vernichteten die planetaren Ressourcen und beträfen das Leben vieler Menschen.

Der Forderungskatalog des BUND besteht aus folgenden konkreten Maßnahmen:

  • Ausbau Erneuerbarer Energien und E-Mobilität auf Schiene und Straße
  • Ein Ressourcenschutzgesetz mit einem klaren und verbindlichen Pfad der Reduktion von Ressourcenverbrauch
  • Attraktive und soziale Förderprogramme für Heizungs- und Gebäudemodernisierung
  • Schnelle und ambitionierte Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie

Die Entwürfe des Bundeswirtschaftsministeriums unter Katherina Reiche für eine Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und des Netzanschlusspakets gefährdeten diesen Ausbau.

Mallorca: Proteste

Idylle nur im Reisekatalog: Mallorca – Foto: alltours

Am vergangenen Wochenende gab es eine erneute Großdemonstration der von mallorquinischen Bürgern gegen den Massentourismus auf der Insel.

Die Menschen protestieren gegen Overtourism und vor allem gegen einen weiteren Ausbau der touristischen Infrastruktur zulasten ihrer Lebensbedingungen.

Dazu aufgerufen hatte die Plattform „Menys turisme, més vida” (=weniger Tourismus, mehr Leben). Hinter dem Aufruf stehen knapp 150 Organisationen, von Umweltverbänden über Gewerkschaften bis hin zu kleineren Bürgerinitiativen auf der gesamten Insel.

Die Menschen protestieren gegen den weiteren Ausbau von Straßen und Strände. Sie beklagen Lärm und Umweltbelastungen sowie Wohnungsmangel, bzw. deren Finanzierbarkeit. Hinzu kamen Proteste aus Angst um immer knapper werdende Ressourcen. Sie fordern u.a. auch die Einstellung von Urlaubswerbung für die Insel insbesondere in der Hochsaison.

Overtourism – Foto: GOB

Die Situation auf der Demonstration eskalierte am Sonntagabend. Die Mallorca-Zeitung zieht in ihrer gestrigen Schlagzeile die Bilanz:

Ein Festgenommener, zwölf Verletzte und Empörung über die Polizeigewalt

Die nächste Demonstration ist für den 8. August in Sóller im Nordwesten der Insel geplant.

Reisehinweise: Golfregion

Das Auswärtige Amt hat nach den Reisehinweisen für Qatar, Bahrain und Jordanien vom letzten Freitag inzwischen auch einen entsprechenden Hinweis für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) veröffentlicht.

Aussenministerium-Berlin – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Dort heißt es unter anderem:

Die Sicherheitslage in der Region ist volatil; es kommt trotz der im Juni 2026 zwischen den USA und Iran unterzeichneten Absichtserklärung zur Beendigung der militärischen Auseinandersetzung wieder vermehrt zu militärischen Schlägen gegen Ziele in der Region. Das Risiko der Ausweitung der Kampfhandlungen sowie Sperrungen des Flugverkehrs bleibt bestehen, auch für die Vereinigten Arabischen Emirate. Zudem besteht eine erhöhte abstrakte Gefährdung für terroristische Anschläge unvermindert fort.

Die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere rund um jüdische und israelische Einrichtungen, erhöht. 

Überprüfen Sie generell etwaige Reiseabsichten in oder über die Region. 

Lufthansa: „Hangar One“ für Alle

Lufthansa “Hangar One” – Foto: LH Group

Das neue Besucher- und Konferenzzentrum Lufthansa Group Hangar One am Frankfurter Flughafen öffnet zum 1. August seine Türen für die Öffentlichkeit. Nachdem der Hangar One in den vergangenen Wochen mit ersten Events bereits inoffiziell Premiere gefeiert hat, startet er nun in den Regelbetrieb.

Zur Eröffnung des Hangar One am 1. August gibt es vor Ort zahlreiche Aktionen vom Glücks-Rabatt im Worldshop über Lufthansa Maskottchen Lu zum Anfassen bis hin zur Chance, im Simulator zu fliegen. Zudem wird exklusiv die Lufthansa Jubiläums-Dokumentation „We are the Journey“ zu sehen sein.

Der Eintritt zum Hangar One ist am Eröffnungstag für Besucherinnen und Besucher mit einem vorab erworbenen gültigen Ticket möglich.

Hangar One – Foto: Lufthansa Group

Der Lufthansa Group Hangar One ist zentral am Flughafen Frankfurt und direkt an der A3 gelegen (Airportring Gebäude 367). Die Öffnungszeiten sind jeweils donnerstags und freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr, vorbehaltlich exklusiver Veranstaltungstermine.

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