Reise News 19.03.26 – Schiene, Streiks & Attraktionen

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Reise- und Tourismus News vom 19.03.26

EUGH und der Schienen-Preisdeckel 

Die letztes Jahr beschlossene Kostendeckelung für die Nutzung des deutschen Schienennetzes verstößt laut einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die Vorgaben EU.

Folge: Die Preise für die Nutzung des DB-Schienennetzes könnten für regionale Verkehrsunternehmen erheblich steigen. Der Bundesverband Schienennahverkehr spricht von Belastungen in Milliardenhöhe.

Damit drohen erhebliche Preiserhöhungen, oder alternativ eine großflächige Einstellung von Verbindungen durch private Bahnanbieter.

Europ. Gerichtshof in Luxemburg – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Trassengebühr oder Schienenmaut

Die Schienenmaut ist eine Gebühr, die Verkehrsunternehmen an die Infrastruktursparte der Deutschen Bahn (DB InfraGo) für die Nutzung des deutschen Schienennetzes zahlen.

DB InfraGo muss deren jeweils von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Im vergangenen Jahr kürzte die Bundesnetzagentur allerdings den beantragten Preis und erhöhte stattdessen, die Preise für den Güterverkehr. Dagegen klagten DB InfraGo und DB Regionetz beim Verwaltungsgericht in Köln. Dieses verwies die Klage nach Luxemburg zum EuGH. Der Gerichtshof in Luxemburg kam heute zu seiner Entscheidung.

Streikrecht neu bewerten

Foto: Michael Fritz / Flughafen München

Streiks häufen sich derzeit in der deutschen Luftfahrt. Die Auseinandersetzungen zwischen Airlines, Flughäfen und Dienstleistern auf der einen und unterschiedlichen Gewerkschaften auf der anderen Seite haben zu mehreren Streiktagen mit hohen wirtschaftlichen Ausfällen geführt. Weitere Streikmaßnahmen stehen vor der Tür.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fordert deshalb eine Neubewertung des Streikrechts für „kritische Infrastrukturen“. Im Klartext heißt es vom Branchenverband:

Der BDL appelliert deshalb eindringlich an die Arbeitnehmervertreter, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Es braucht tragfähige Lösungen am Verhandlungstisch und nicht Sturheit auf der Straße.

Um die Rahmenbedingungen für den Luftverkehr zu verbessern, ist auch die Politik gefragt. Der BDL appelliert nachdrücklich an die Bundesregierung jetzt mit den zugesagten Entlastungen Ernst zu machen. Dazu gehört die Absenkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli. Damit gäbe es wenigstens einen ersten Schritt, um deutsche Airlines im europäischen Vergleich nicht noch weiter abzuhängen.

Vereinigung Cockpit reagiert

Eine Stellungnahme der Vereinigung Cockpit spricht dagegen von der Forderung einer gefährlichen Einschränkung des Streikrechts.  VC-Präsident Stefan Herth sagt:

Die aktuelle Auseinandersetzung und die Warnstreiks sind Folge übertriebener finanzieller und personeller Sparpolitik im Luftverkehrssektor. Die Unternehmen können aufgrund des Missmanagements der vergangenen Monate nicht mehr adäquat auf die zurückgekehrte Nachfrage reagieren. Das ist eindeutig nicht die Verantwortung der Beschäftigten oder der Gewerkschaften, sondern Folge des langjährigen, eigenen Handelns im Zuge der unternehmerischen Freiheit. Bei den aktuellen massiven Reallohnverlusten und der gleichzeitig stark steigenden Arbeitsbelastung wegen Personalmangels ist die logische Folge, dass die Beschäftigten sich wehren.

Die Forderung nach Einschränkungen des Streikrechts seitens der Arbeitgeber seien ein billiges Ablenkungsmanöver vom eigenen Versagen. Statt Grundrechte anzugreifen, sollten Arbeitgeber auf die realen Probleme der Belegschaften eingehen.

Kerosinpreise verdoppelt

Wir berichteten über die Flugplaneinschränkungen von Air New Zealand aufgrund der weiter kletternden Preise für Flugbenzin.

Jetzt folgt die skandinavische Airline SAS mit der Streichung zahlreicher Flüge aus dem Angebot. Besonders betroffen sind Flüge von und nach, sowie insbesondere in Norwegen. Begründung: Der Kerosinpreis habe sich innerhalb weniger Tage fast verdoppelt.

Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Im April sollen rund 1.000 Flüge ausfallen, wenn sich an der Situation nichts ändere, heißt es bei SAS.

Das Thema ist allerdings zusätzlich in Sachen Konkurrenz interessant. Der Billigflieger Norwegian hat nach der SAS-Absage 120 zusätzliche Flüge angekündigt. Man wolle der verstärkten Osternachfrage der Kundschaft gerecht werden.

Norwegian Maschine am Visby Airport – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Hamburg: Hafengeburtstag

Der jährlich traditionell stattfindende Hafengeburtstag in der Hansestadt ist auch ein touristischer Renner. Hamburg rechnet auch in diesem Jahr zum 837. Hafengeburtstag zwischen 8. und 10. Mai mit rund einer Million Besuchern.

Hafen Hamburg mit Sonnenuntergang – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Das Top-Event hat sich in vielen Jahren zu einem großen Volksfest gemausert, das insbesondere maritimen Themen in jeder Hinsicht gerecht wird.

Das ist nicht nur ein großer Anziehungspunkt für die Hamburger. Die Tourismusstatistik der letzten Jahre spricht davon, dass knapp zwei Drittel der auswärtigen Gäste in Hamburg übernachten. Dies übrigens gleich mehrere Tage.

Kuba: Krise und AA-Reisehinweis

Oldtimer vor dem Capitol in Havanna – Fotocredit: oldcarshavana.com – Annie Ehringhaus

Jenseits politischer Einstellungen können einem die Kubaner derzeit leidtun. Die Energiekrise durch das nicht mehr gelieferte Öl aus Venezuela hat sich verschärft. Schlechte Mobilität und Stromversorgung sorgen für Probleme im ganz normalen Alltag.

US-Präsident Trump und seiner Administration ist die Energiekrise zu verdanken. Gleichzeitig spricht Trump, einmal mehr, davon, die Karibikinsel jederzeit einnehmen zu können. Der Tourismus, der über lange Jahre gesicherte Einkünfte brachte, ist weitgehend zusammengebrochen. Mangelndes Kerosin an den kubanischen Flughäfen hat seit Anfang Februar dafür gesorgt, dass internationale Fluggesellschaften ihren Flüge auf die Insel eingestellt haben.

Ungeachtet der Tatsache, dass Kuba als Pauschalreise derzeit so gut wie nicht möglich ist, hat das deutsche Auswärtige Amt, den bestehenden Reisehinweis noch einmal verschärft. Dort heißt es u.a.:

Im gesamten Land sind seit längerem mehrstündige, tägliche Stromabschaltungen mit Auswirkungen auf die Wasser- und Lebensmittelversorgung die Regel. Öffentlicher Nahverkehr, Straßenbeleuchtung, Ampeln, Geldautomaten, Kommunikations- und Sicherheitssysteme sind bereits stark eingeschränkt oder können ausfallen. In der Folge kommt es immer wieder zu vereinzelten Protestaktionen der Bevölkerung. 

  • Lassen Sie besondere Vorsicht walten und achten Sie auf Ihre individuelle Krisenvorsorge!
  • Bereiten Sie sich auf erhebliche Beeinträchtigungen vor, insbesondere auf Knappheit von Diesel und Benzin, Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten, sowie eine weitere Einschränkung der medizinischen Notfallversorgung.
  • Informieren Sie sich vor Reiseantritt bei Ihrem Reiseveranstalter, ob gebuchte Unterkünfte und Flüge tatsächlich zur Verfügung stehen und welche Vorkehrungen für die Gewährleistung Ihrer Rückreise getroffen wurden.
  • Seien Sie sich bewusst, dass Sie als Individualreisende für notwendige Änderungen Ihrer Buchungen selbst verantwortlich sind, und prüfen Sie Ihre Reisepläne angesichts der bereits jetzt bestehenden erheblichen Einschränkungen in Kuba vor Abreise kritisch. Im Falle von Flugstornierungen prüfen Sie auch alternative Reisewege, ggf. über Drittstaaten.
  • Meiden Sie Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig.

Sylt: Startklar für die Saison

Die „Promi-Nordseeinsel“ startet mit zahlreichen touristischen Neuheiten in die Saison. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erreichbarkeit, neuen Veranstaltungs- und Erlebnisformaten, aber auch auf nachhaltigen Projekten.

Sylt & Nordseefeeling – Foto: Jan Blaffert / Sylt-Marketing 

Anreise

Ab dem 1. Mai 2026 erhält Sylt den Anschluss an die neue Zuggeneration mit dem ICE-L. Bis zu viermal täglich verbindet der Zug Westerland mit Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Frankfurt und Berlin. Er ermöglicht einen durchgehend stufenlosen und damit barrierefreien Einstieg. Für Reisende im Rollstuhl stehen breitere Türen sowie elektrisch höhenverstellbare Tische zur Verfügung. Die 256 Meter langen Züge verfügen über 562 Sitzplätze, acht Fahrradstellplätze sowie ein Bordrestaurant.

ICE-L – Foto: Tobias Holze / Deutsche Bahn

Im Sommerflugplan verdoppelt Austrian Airlines ihre Direktverbindung zwischen Wien und Sylt und baut die 2025 eingeführte Strecke aus. Zwischen dem 13. Mai und dem 12. September finden die Flüge jeweils mittwochs und samstags statt.

Maritimes Special

Im April und Oktober 2026 bietet der Ankerherz Verlag Segeltörns mit dem Dreimast-Gaffelschoner „Großherzogin Elisabeth“ von Bremerhaven nach Sylt an. Der 1909 gebaute Traditionssegler misst rund 65 Meter und verfügt über mehr als 1.000 Quadratmeter Segelfläche. Mitreisende können sich – sofern gewünscht – aktiv als Teil der Crew einbringen und Wachen übernehmen, am Steuer stehen, Segel setzen oder in der Kombüse helfen. Übernachtet wird in Zwei- und Dreibettkabinen mit Etagenbetten. Wind, Tide und Kurs bestimmen den Ablauf an Bord.

Bunte Ostertage

Eine Premiere erwarten die „Bunten Ostertage am Meer“. Vom 4. bis 6. April 2026 findet ein dreitägiges Osterprogramm für die ganze Familie entlang der Westerländer Promenade statt. Geplant sind ein Osterflohmarkt, eine Oster-Rallye, Kindertheater in der Musikmuschel sowie das Osterkonzert des Westerländer Musikvereins. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche Kreativaktionen und Mitmachangebote. Eine kostenfrei nutzbare Bungee-Spinne sorgt an allen Tagen für zusätzlichen Spaß – Meerblick inklusive.

Naturschutz

Rotes Kliff, Sylt – Foto: Finn Anjes Edling / Sylt Marketing

Das Naturzentrum Braderup geht mit seiner bereits im vergangenen Jahr grundlegend neugestalteten Ausstellung in die Saison. Die interaktive Konzeption gliedert sich in die drei zentralen Themenbereiche Nationalpark Wattenmeer, Braderuper Heide und Morsum Kliff und verbindet Wissensvermittlung mit spielerischen Elementen.

Neben der Basisausstellung zu den ökologisch verbundenen Lebensräumen greifen modulare Elemente aktuelle Fragestellungen und Jahresthemen des Nationalparks auf. Interaktive Stationen, Exponate sowie Licht- und Soundinstallationen ermöglichen einen anschaulichen Zugang zur Sylter Natur – darunter sprechende Schafe, ein begehbares Brandgansnest als Kuschelhöhle oder ein Muschelquiz.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*