D-RR News 10.09.21 – Bahn / 2G-3G / Österreich-Schweiz-Namibia / E-Mobil

Bahn – GDL: Neues von der Tariffront

Noch steht die Rückkehr der Tarifparteien an den Verhandlungstisch in den Sternen. Die Bahn hat gestern mitgeteilt, dass sie zum Wochenende ein neues Angebot vorlegen will. Die GDL hatte, nach dem Ende des zweiten Streiks am Dienstag, betont, dass es schnell zum nächsten Streik kommen könne, falls sich nichts bewege. Die Rede war dabei von einem „verhandlungsfähigen Angebot“. Was die Gewerkschaft darunter versteht, geht aus den Äußerungen von GDL-Boss Claus Weselsky nicht konkret hervor.

Kurios bleibt die Tatsache, dass die beiden Angebote sehr dicht beieinanderliegen und eine weitere Verhandlungsrunde sogar zu einem Ergebnis kommen könnte. Erschwert wird die verfahrene Situation letztlich durch die Konkurrenzsituation von zwei Gewerkschaften. Die größere EVG hatte zu Beginn der Woche mit Protesten gedroht, falls das Bahnmanagement einen einseitig besseren Tarifabschluss zugunsten der GDL zusage. Die GDL wiederum will durchsetzen auch für Bahnmitarbeiter verhandeln zu dürfen, die bisher tariftechnisch von der EVG vertreten werden.

Streikunverständnis

Die Maßnahmen der GDL mögen erfolgreich sein. Das Image der Gewerkschaft hat allerdings in der breiten Bevölkerung stark gelitten. Über die Hälfte der deutschen Bevölkerung (53%) hat kein Verständnis für die Streikmaßnahmen, so eine GOV-Umfrage, die von der Nachrichtenagentur dpa in Auftrag gegeben worden war.

Namibia-Reisen mit Test-Auflagen

Safari – D-RR-Archivbild

Die Behörden haben für das als Hochrisikogebiet eingestufte Land jetzt neue Einreisevorgaben beschlossen. Erforderlich ist jetzt zum Betreten des Landes die Vorlage eines gültigen PCR-Tests. Auch bereits vollständig geimpfte Personen müssen sich testen lassen. Ausnahmen gibt es nur für Kinder unter fünf Jahren und für die eigenen Staatsangehörigen.

Weiterhin gibt es Reisebeschränkungen. Bei Einreise muss ein zusätzliches Gesundheitsformular ausgefüllt werden. Touristen müssen einen fest gebuchten Reiseplan vorlegen, sowie den Nachweis einer Reisekrankenversicherung, die im Falle einer Covid-19-Infektion für Behandlungskosten aufkommt.

Schweiz und Österreich setzen auf 3G

Ab 13. September gelten in der Schweiz neue Regeln. Vorgeschrieben wird eine neue Zertifikatspflicht für Innenräume. Betroffen sind Restaurants, Freizeiteinrichtungen, Kulturangebote und Veranstaltungen, die in geschlossenen Räumen stattfinden. Diskutiert wird zudem eine Einreisevorgabe nach dem 3g-Prinzip (Geimpft, Genesen, Getestet).

Der Schweizer Bundesrat spricht weiterhin von der „Etablierung eines wirksamen Einreiseregimes“. Dabei wird auch die Testpflicht für nicht geimpfte Personen diskutiert. Tests seien dabei kostenpflichtig. Die Entscheidung steht noch aus. Sie soll in der nächsten Woche diskutiert und verabschiedet werden.

Österreich diskutiert einen Stufenplan. Bei starker Belastung der Kliniken nach erhöhter Infektionszahl könnten in der Wintersaison der Nachweis einer Impfung oder aber kostenpflichtige PCR-Tests anstehen. Tourisitiker warnen bereits vor den wirtschaftlichen Auswirkungen eines möglichen Lockdowns. Die Regierung weist darauf hin, dass nur die Impfung der Schlüssel für eine Problemlösung sein könne.

Erste Maßnahmen gelten bereits ab 15. September. Bei einer Auslastung der Intensivbetten über 10% gilt für Ungeimpfte wieder die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske beim Einkaufen, für Geimpfte wird sie empfohlen. Die Geltungsdauer von Antigen-Schnelltests wird zudem von 48 auf 24 Stunden reduziert. Ab 15% Intensivbetten-Auslastung könnte zudem in vielen Bereichen eine 2G-Regel (Geimpft, Genesen) eingeführt werden.

Griechenland setzt auf Last Minute

Erste Maßnahme um kurzfristige Reisen zu ermöglichen ist die Verkürzung der Anmeldefrist. Das verpflichtende Passenger Locator Form (PLF) für die elektronische Registrierung kann ab 10. September auch noch am Tag der Anreise ausgefüllt werden.

Für eine Einreise gilt die 3G-Regel. Zugelassen sind PCR-Tests (maximal 72 Stunden alt) oder Antigen-Tests (maximal 48 Stunden alt). Kinder unter zwölf Jahren müssen nicht getestet werden. Die Kontrollen erfolgen in Form von Stichproben. Kommt es beim Einreisetest zu einem positiven Ergebnis müssen geimpfte Personen sieben Tage, Ungeimpfte zehn Tage in Quarantäne. Erst dann ist ein weiterer Test möglich.

Gesünder mit Test

„Tests vor dem Flug verringern Covid-19-Infektionen an Bord signifikant.“

Das ist das Ergebnis von Versuch und Studie, die die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines im Herbst vor einem Jahr durchführte. – Auf allen Verbindungen zwischen den USA und Rom gab es eine Testpflicht für Passagiere. Ergebnis: Die Tests reduzierten das Risiko einer Covid-19-Infektion auf rund 0,05%. Zu dieser Zeit lag die durchschnittliche Infektionsrate ohne Test auf Flügen bei 1,1%.

Delta hatte dies auf den Flügen zwischen New York (JFK) und Atlanta nach Rom-Fiumicino getestet. Fast 10.000 Flugreisende waren an diesem Test beteiligt. Durchgeführt wurde die Studie vom Georgia Department of Health und der Mayo Clinic. Veröffentlich wurde das Ergebnis jetzt im Fachblatt „Mayo Clinic Proceedings“.

Delta Air Lines zeigt sich überzeugt vom Testkonzept. So sei zum Beispiel auch ein verstärkter, risikoarmer, internationaler Flugbetrieb wieder möglich. Henry Ting, Chief Health Officer von Delta Air Lines sagte zu den Ergebnissen, dass zwar viele weitere Faktoren wie Maskenpflicht und auch Inzidenzen am Abflugort eine große Rolle spielten. Er betonte aber:

Die in dieser Studie gesammelten Daten zeigen, dass die routinemäßige Anwendung eines einzigen PCR-Tests innerhalb von 72 Stunden vor einer internationalen Reise bei ungeimpften Personen das Risiko, während einer Flugreise Covid-19 ausgesetzt zu sein, deutlich verringert.

Dies spricht zumindest für die Zuverlässigkeit der Tests und einen sorgsamen Umgang mit der Gesundheit von Passagieren, auch wenn sich das Ansteckungsrisiko durch die Delta-Variante des Virus erhöht hat.

Deutschland“boom“ nur Fata Morgana?

Auch wenn landauf – landab vom Boom des Deutschlandtourismus die Rede war, scheint sich dies nicht in wirtschaftlichem Erfolg niedergeschlagen zu haben. Die Zahl der Inlandsgäste hat zwar, trotz langen Lockdowns, um 7 Prozent zugenommen. Unterm Strich steht aber bisher ein Minus von fast 9 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Außerdem fehlten die ausländischen Gäste in den Übernachtungsangeboten von Campingplatz bis Hotel. Hier liegt das Minus bei fast 60 Prozent.

Die extremen wirtschaftlichen Verluste von Januar bis Juli konnten zudem durch eine glanzvolle Hochsaison nicht ausgeglichen werden. Das Statistische Bundesamt hat bei den Zahlen die Übernachtungen in Hotel, Ferienwohnungen, und Campingangeboten mit mindestens 10 Stellplätzen berücksichtigt.

„Leonardo“ setzt auf E-Mobilität

Laden im Hotel – ©Foto: Getty Images/Wirelane

Die Hotelgruppe baut gemeinsam mit dem Partner Wirelane das Netz an Ladestationen für Elektroautos bundesweit aus. Bereits 2022 sollen flächendeckend alle Hotels in Deutschland mit Ladelösungen ausgestattet sein. Zwölf Standorte sind schon einsatzbereit. Italien, Osteuropa, Österreich, Schweiz und Spanien sollen zeitnah folgen.

Yoram Biton, Managing Director der Leonardo Hotels Central Europe sagt dazu: „

Mit dem Ausbau von Ladestationen in unseren Hotels geben wir ein klares Statement hinsichtlich einer Verpflichtung für Nachhaltigkeit ab. Denn das Thema Elektromobilität wird uns in Zukunft stärker begleiten. Es gibt ein stetig wachsendes Aufkommen an E-Autos, auch unter unseren Hotel- und Tagungsgästen sowie Mitarbeitern. Damit gehen wir einer CO2-neutraleren Zukunft sicheren Schrittes entgegen.

Ein Vorteil für Hotelgäste soll die Bezahlmöglichkeit über die Hotelrechnung das Angebot attraktiv machen. Über Leistung der Stationen und Ladetarife finden sich allerdings noch keine Informationen in der Pressemitteilung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*