D-RR News 08.09.21: Erdbeben / 2 & 3G / Maskenende / Kuba / Schweden

Rüdiger Edelmann

Es ist im Moment das permanente Schwanken zwischen Katastrophe und Optimismus, zwischen ängstlichen Prognosen und dem geschäftlich vorgegebenen Kampf ums Überleben, Weiterleben, Leben.

Die Frage, die sich Urlauber stellen, heißt seit März 2020 ohnehin immer nur: Ja, was denn jetzt? Es geht um die Suche nach dem vertrauen können. Kann ich meiner Airline vertrauen, die mich in den Urlaub bringt? Kann ich den Vorgaben und den Gesundheitsbehörden am Zielort vertrauen. Vertrauen, dass alles Mögliche für meine Gesundheitssicherheit getan wird? Kann ich meinem Reiseveranstalter vertrauen, der neben der anerkannten Fürsorge, natürlich daran interessiert ist, dass ich Urlaub mache und diesen bei ihm buche? – Wer schlägt was: Wirtschaft die Gesundheit oder umgekehrt?

Die Wahrheit gibt es nicht, denn wir tappen in Sachen Zukunft nach wie vor im (Halb-)Dunkeln. Trotzdem ist es verständlich, dass die Menschen rauswollten und wollen. Trotzdem ist auch den Reiseanbietern klar, dass sie sich auf korrektes Verhalten ihrer Kundschaft nur bedingt verlassen können. – Daraus lassen sich weder gegenseitige Vorwürfe noch bösartige Hintergedanken ableiten.

Was wissen wir schon verlässlich, wenn es um die Zukunft geht, die Gesundheit, die Reiseplanung, das wirtschaftliche Überleben. Da hilft nur durchhalten, impfen und weiterhin vorsichtig wie umsichtig zu sein.

Erdbeben in Mexiko

An der Westküste hat sich gestern Abend (Ortszeit) in der Nähe des Urlaubsorts Acapulco ein schweres Erdbeben ereignet. Die Stärke wurde mit einem Skala Wert zwischen 7 und 7,1 angegeben. Bisher wurden nur wenige Todesopfer registriert. Die Schäden sind aber offensichtlich groß. Das amerikanische Tsunami-Warnsystem hatte einen Alarm ausgelöst, der aber inzwischen wieder zurückgenommen wurde.

2G auch in Hessen?

Bald 2G? – Hessen will nächste Woche entscheiden

Nach Hamburg soll in der hessischen Gastronomie jetzt ebenfalls die sogenannte „2 G-Regel“ (geimpft, genesen) zur Anwendung kommen dürfen. Die Freiheit so zu verfahren liegt bei den Betrieben. Möglich wird das nicht nur in der Gastronomie sein, sondern auch bei Veranstaltungen, sowie bei den körpernahen Dienstleistungen, wie Friseuren. Öffentliche Bereiche und Behörden seien davon selbstverständlich ausgenommen. Hier, so Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, gelte nach wie vor 3G. Noch ist nichts beschlossen. Die Verordnung kommt wohl Anfang nächster Woche ins hessische „Corona-Kabinett“. Das Echo in der Gastronomie ist offensichtlich nicht sehr euphorisch. Im Gegensatz zu Hamburg, halten mehr als zwei Drittel der Gastronomen nichts von der Einführung der 2-G-Regeln.



Keine Maskenpflicht bei 3G in Schleswig-Holstein

Mit 3G aber ohne Maske – Neustadt/Holstein (Lübecker Bucht)

Die Landesregierung will die Verpflichtung zum Tragen der Gesichtsmasken in allen Bereichen, in denen die „3G-Regeln“ gelten, zum 20. September abschaffen. Bei Veranstaltungen, im Kino, Theater, Sport und Gastronomie sollen dann auch bestehende Kapazitätsbeschränkungen ein Ende haben. In öffentlichen Bereichen (Einzelhandel, ÖPNV), die nicht durch „3G“ abgesichert seien, bleibe es allerdings bei der Maskenpflicht, sagte Ministerpräsident Daniel Günther.

Geschäftsreisen

Eurowings Maschine am Airport Düsseldorf (Archivbild)

Diese Branche war besonders gebeutelt. Hier spiegelt sich genau dieses im Editorial erwähnte Schwanken wieder.

Eurowings hat im Sommer gute Geschäfte gemacht und verbreitet jetzt Optimismus in Sachen Business-Trips. Damit will die Airline auch im Herbst weiter an der Geschäftsbelebung arbeiten. Die Geschäftsreiseziele sollen verstärkt in den Flugplan, sagt Eurowings-Chef Jens Bischof.

Parallel zu dieser Offensive verkündet der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR), dass aufgrund einer selbst durchgeführten Umfrage rund 80 Prozent der größeren Unternehmen und 72 Prozent der Mittelständler, dauerhaft Geschäftsreisen reduzieren wollen. Trotzdem sei das nicht das Ende der Geschäftsreisen. Allerdings werde es Verschiebungen geben. Viele Flugtrips werden wohl bei Inlandsreisen dauerhaft auf die Bahn verlegt.

Dieser Wirtschaftszweig ist noch nicht übern Berg. Das bekommen auch die Hotels zu spüren. Der VDR jedenfalls geht davon aus, dass der Geschäftsreisemarkt auch 2021 um ein knappes Drittel im Vergleich zu krisenfreien Zeiten sinken wird.

Kuba setzt auf Öffnung

Bald wieder entspannter nach Kuba? – Fotocredit: oldcarshavana.com – Annie Ehringhaus

Grund dafür ist eine hohe Impfquote im Land. Bis Mitte November soll die Bevölkerung zu 90 Prozent komplett geimpft sein. Gerade hat das Land mit der Impfung von Kindern im Alter zwischen 2 und 11 Jahren begonnen.

Ab 15.11. könnten dann auch wieder Einreiseerleichterungen greifen. Derzeit gilt bei Einreise für Alle die Vorlage eines negativen, gültigen und aktuellen PCR-Tests. Die Impfbescheinigungen anderer Länder werden anerkannt. Für Pauschalreisende war es das. Personen, die das Land individuell bereisen möchten, unterliegen allerdings einer Quarantänepflicht.

Schweden entspannt bereisen

Nach Dänemark wird jetzt auch Schweden die bisherigen Corona-Einschränkungen beenden. Personenbeschränkungen bei öffentlichen Veranstaltungen, Sport aber auch privaten Eventsgehören ab 29. September der Vergangenheit an.

Die Impfquote in Schweden liegt inzwischen bei rund 70 Prozent. 82 Prozent der Bevölkerung über 16 hat eine Impfdosis erhalten. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass Geimpfte ab dem Stichtag wieder ein normales Leben führen können. Für Ungeimpfte bestehe allerdings weiterhin eine hohe Infektionsgefahr und die Wahrscheinlichkeit von schweren Erkrankungen.

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