D-RR News 19.04.23 – Streiks / Nachtzug / Oman / Arlberg

D-RR-Archivbild - Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Die Corona-Zahlen des Tages (RKI)

15,1

(7 Tage Inzidenz pro 100.000 Einwohner)

2.721

(Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden)

129

(Todesfälle innerhalb der letzten 24 Stunden)

172.215

(Todesfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie)


Warn – Streiks zurück

Es sind immer noch Warnstreiks, die auf uns zukommen. Der Schlichtungsvorschlag für den öffentlichen Dienst vom Wochenende bezog sich nur teilweise auf die Tarifparteien. Die Gewerkschaften lehnten die Vorschläge der Schlichter weitgehend ab. Dies betrifft ver.di, genauso wie die Bahngewerkschaft EVG. Die Lage bewegt sich damit immer weiter auf einen länger anhaltenden Arbeitskampf zu.

Für die nächsten Tage riefen die Gewerkschaften jetzt zu weiteren Warnstreiks auf.

Ver.di und die Flughäfen

Flugzeug am Gate in Düsseldorf (Symbolbild) – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Es geht um die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg und kann eine etwas längere Angelegenheit werden. Hier gilt der Aufruf zum Warnstreik, mit Beginn bereits in der kommenden Nacht. Er soll sich bis in die Nacht zum Samstag hinziehen. Betroffen sein werden der Luftsicherheitsbereich, damit auch die Fluggastkontrolle, sowie weitere Servicebereiche.

Die Gewerkschaft fordert den Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) gleichzeitig auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

Die Lage wird in den nächsten Tagen, zumindest in diesen Regionen, endgültig eskalieren da es auch diesmal am Freitag eine koordinierte Aktion der Gewerkschaften geben wird.

EVG und die Bahn

Foto: Volker Emersleben / Deutsche Bahn

Die Eisenbahnergewerkschaft hat für Freitag zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Kundenfreundlichkeit will damit belegen, dass der Streik von 3 bis 11 Uhr gelten soll. Danach sollen Züge und Busse wieder fahren. Ob diese Großzügigkeit vom bis dahin entstanden Chaos aufgesogen wird, bleibt abzuwarten. Die Tarifvorstände verlauteten, die Maßnahme sei notwendig, um klar zu machen, dass der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden müsse,

…die glauben, die Forderungen ihrer Beschäftigten ignorieren zu können und stattdessen Tarifverhandlungen nach Gutsherrenart führen wollen.

Der Schlichtungsvorschlag für den öffentlichen Dienst, wird von der Bahn akzeptiert, die Gewerkschaft EVG bezeichnete ihn als ungenügend.

Streik auch in Frankreich

Auch bei unseren Nachbarn gehen die Streiks weiter. Hier ist es der politische Protest gegen die Rentenreform, die immer wieder zu Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen führt.

Der nächste Streiktag ist Morgen (20. April). Gewerkschaften und Sozialverbände haben zu einem nationalen Streiktag aufgerufen. Auch hier konzentrieren sich die Protestierenden auf verkehrstechnische Lebensadern. Betroffen sein wird wohl der Flugverkehr hauptsächlich an den beiden Pariser Airports.

Im Zugverkehr, hauptsächlich bei den TGV-Verbindungen (auch nach Deutschland), ist mit Zugausfällen bzw. erheblichen Verspätungen zu rechnen.

Weiterhin soll der ÖPNV in Großstädten bestreikt werden. Die Fähren nach Großbritannien und auch nach Korsika werden nicht fahrplanmäßig fahren können.

Außerdem werden eine Vielzahl von Tankstellen bestreikt. Treibstoff ist in einigen Regionen durch Streiks in Häfen ohnehin schon knapp. In den letzten Tagen hatte sich die Spritsituation im Land aber wieder etwas entspannt.

IT-Panne bei Southwest Airlines  

Southwest Airlines: Anflug auf San Diego-Airport – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Wenn ein großer Carrier von einer Datenpanne betroffen ist, kann es zu erheblichen Verspätungen und Flugausfällen kommen. Den Beweis lieferte gestern Southwest in den USA. Kurzzeitig durften alle Maschinen dieser Gesellschaft nicht starten. Die Folge des Stopps von 40 Minuten waren rund 1.800 verspätete Flüge, die zu größerem Chaos führte. Als Grund wurde der Ausfall einer „Firewall“ im IT-System angegeben. Das Startverbot war mit der Luftaufsichtsbehörde FAA abgestimmt. Es führte aber dazu, dass 68 Prozent aller Southwest-Flüge verspätet waren, berichtet das Flugportal „Flight Aware“.

…und sanft auf Runway 27 aufsetzen – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD

Bahnfahren wird „sexy“

Das sagen viele Menschen, die sich mit dem Ausbau beschäftigen, genauso wie explizite Bahnfans. Insbesondere Nachtzugverbindungen werden immer beliebter. Platzhirsch beim Nachtzugbetrieb ist inzwischen zweifelsfrei die Österreichische Bundesbahn (ÖBB). Sie betreibt auch die Löwenanteil aller deutschen Nachtverbindungen und will das Angebot perspektivisch ausbauen.

Verdoppeltes Angebot

Foto: ÖBB-Harald Eisenberger

Bekannt wurde jetzt, dass sich das Angebot innerhalb der nächsten drei Jahren fast verdoppeln soll. Möglich machen sollen das neue Züge, die die ÖBB seit Jahren bestellt hat und die jetzt sukzessive in Betrieb gehen werden.

Auch Nachtzugverbindungen in Deutschland werden davon profitieren. So soll es bereits im Sommer eine neue Verbindung zwischen München und Rom geben. Abfahrten nach Brüssel und Paris ab Berlin werden ins „Nightjet“-Angebot aufgenommen.

Engagement in Europa

Nachtzug im Hauptbahnhof Stockholm – Foto: Christian Kruse / Visit Sweden

Auch andere Bahngesellschaften in Frankreich, Schweden und Norwegen bauen weiter aus. Kürzlich wurde die Verbindung der Schwedischen Staatsbahn (SJ) zwischen Hamburg und Stockholm aufgenommen. SNCF hat die Nachtverbindung zwischen Paris und Südfrankreich (Cannes & Toulouse) wieder aufgenommen und auch Trenitalia bietet Nachtzugverbindungen zwischen Nord- und Süditalien bis nach Palermo auf Sizilien. Darüber hinaus stehen mehrere private Startups in den Startlöchern mit neuen Verbindungen.

DB außen vor

Die Deutsche Bahn bleibt bei Fehlanzeige. DB hatte ihre Nachtzüge abgeschafft und die Linienrechte, bereits vor einigen Jahren, an die ÖBB übertragen. Dabei wird es wohl auch erst einmal bleiben.

ITB-Partnerland 2024: Oman

Foto: Messe-Berlin

Die Messe Berlin und das Omanische Ministerium für Kulturerbe und Tourismus haben gestern bekanntgegeben, dass das Sultanat Oman 2024 das offizielle Gastland der der Internationalen Tourismusbörse 2024 sein wird.

Tourismusminister Salim Al Mahrouqi hatte bereits auf der diesjährigen ITB eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit frühzeitig zu besiegeln. Anschließend folgte die offizielle Vertragsunterzeichnung mit David Ruetz, Senior Vice President, Messe Berlin. Dieser sagte gestern:

Oman ist seit vielen Jahren stark auf der ITB Berlin vertreten und wir sind sehr beeindruckt vom touristischen Angebot und der Vielfalt dieses Reiseziels. Wir freuen uns, mit dem Sultanat einen so attraktiven Partner für die Messe im nächsten Jahr gewonnen zu haben.

Senior Vice President David Ruetz – Foto: Messe-Berlin

Als offizielles Gastland der ITB Berlin 2024 wird Oman unter anderem die feierliche Eröffnungsgala am 4. März 2024 im CityCube Berlin ausrichten. Vom 5. bis 7. März präsentiert das Sultanat den Fachbesucher:innen ein vielfältiges Programm.

Arlberg-Tunnel dicht

Arlberg-Schnellstrasse S16 – Foto: ASFINAG

Der Sommer wird in der Arlbergregion zur Herausforderung. Ab 24. April und voraussichtlich bis 6. Oktober werden der Arlberg-Tunnel und damit die Schnellstraße S16 zwischen Vorarlberg und Tirol gesperrt sein.

Der Verkehr wird in dieser Zeit über den Arlberg-Pass umgeleitet. Das bedeutet nicht nur längere Fahrzeiten, sondern auch Fahrzeugeinschränkungen. Sowohl LKW, als auch Campingurlauber mit Wohnwagen sind betroffen. Sie dürfen den Arlbergpass generell bzw. nur zeitlich oder räumlich eingeschränkt benutzen. Dem Fernlastverkehr wird in dieser zeit das Ausweichen über die Strecke von Bregenz über München und Rosenheim nach Innsbruck ans Herz gelegt.

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