D-RR175 – Sachsen-Dresden-Weiße Dampfschiff-Flotte

Jede Stadt ist stolz auf ihre Sehenswürdigkeiten und auf die Aktivitäten, die sie für Besucher im Angebot hat. Auch in Dresden sind sie unverzichtbar.

Die Dresdner sind, neben vielen anderen Dingen, zurecht stolz auf ihre „Weiße Flotte“. Die Schiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt gehören einfach dazu. Kein Dresdner will sich vorstellen, dass die Flotte und vor allem die historischen Raddampfer nicht mehr fahren. Umso tragischer, dass es im letzten Sommer und nach 185 Jahren Industriegeschichte so aussah.

Anleger der Dampfschifffahrt an den Elbterrassen in Dresden

Wenn jetzt, im August 2021, die Dampfpfeife des Raddampfers Wehlen durchs Elbtal bei Radebeul tönt, die Sonne scheint und am Anleger Touristen auf den Stopp und die Fahrt flussabwärts nach Meißen, Seußlitz und Diesbar warten, dann ist alles wie immer. Allerdings wäre es beinahe anders gekommen.

Warten auf den Wehlen: Passagiere am Anleger Radebeul

Die Schieflage des Jahres 2020

Im letzten Jahr musste die glorreiche „Weiße Flotte“ Insolvenz anmelden. Die Jahre des Niedrigwassers, gefolgt von der Corona-Pandemie, hatten dem Geschäft wirtschaftlich das Genick gebrochen.

Dass die Dampfer jetzt wieder fahren, ist dem Schweizer Robert Straubhaar und seiner Firma United Rivers AG zu verdanken. Die Gesellschaft betreibt über 100 Passagierschiffe auf europäischen Binnengewässern. Der Schrecken der Dresdner aber saß tief, als United Rivers am 1. September des letzten Jahrs die Sächsische Dampfschifffahrt kaufte. Was würde passieren? Würden etwa die historischen Raddampfer ausgemustert und abgewrackt? Wären 185 Jahre Industriegeschichte, Sachsens Stolz, zu Ende? Hätte nicht die Sächsische Landesregierung finanziell noch einmal einspringen müssen? Schweizer Flagge an sächsischen Schiffen, eine Schmach?

Beliebtes Ziel: Der Anleger in Pillnitz

Der Neustart 2021

Glücklicherweise wird Vieles nicht so heiß gegessen, wie es angekocht wurde und langsam aber sicher weichen die Bedenken einem zaghaften Optimismus. Seit Juni sind die Schiffe wieder im Einsatz und auch auf die traditionelle Flottenparade musste Dresden nicht verzichten. Verspätet, aber prachtvoll wie immer, fand sie im Juli statt.

Die alte Herrlichkeit ist sicher noch nicht eingekehrt. Noch ist die Lage angespannt, aber der neue Besitzer legt Wert auf die Feststellung, dass man ganz bestimmt und sehr bewusst an Traditionen festhalten wird.

Raddampfer „Stadt Wehlen“ in Meißen

Eine Fahrt mit dem Dampfschiff „Stadt Wehlen“ im Sommer 21

Selbstverständlich gehörte auch eine Dampferfahrt zu meinem Recherchebesuch im Dresdner Elbland. Fast selbstverständlich habe ich den Trip flussabwärts von Radebeul nach Meißen genossen und genauso selbstverständlich habe ich bei den „Elbschiffern“ auch nachgefragt, ob sie sich auf gutem Weg fühlen.

Auf Hochglanz: Maschinenraum des „Wehlen“

Davon ist in diesem Podcast die Rede. Aber ich habe auch mit Passagieren gesprochen, fasziniert das Absenken des Schornsteins beobachtet, den Kapitän besucht und einen Sächsisch-Sprachkurs gemacht. Die ehemalige Geschäftsführerin Karin Hildebrandt kommt auch noch einmal zu Wort. Mit ihr hatte ich im Herbst 2018 gesprochen. Da schien die Krise noch weit weg.

Wenn mich jemand sucht, bin ich aufm Sonnendeck

Auf der Elbe wird es immer wieder einmal Niedrig- oder Hochwasser geben. Alte Handicaps werden immer wieder einmal auftauchen. Jetzt hoffen erst einmal alle Mitarbeitenden der Flotte, dass es wieder bergauf geht.

Auch im Sinne aller Besucher wünsche ich der Sächsischen Dampfschifffahrt viel Glück: Ohne Eure Dampfer würde etwas Wichtiges fehlen!


Info:

Sächsische Dampfschifffahrt

Dresden-Elbland-Tourismusinformationen


Redaktioneller Hinweis:

Die Elbland-Recherchereise wurde unterstützt von der Dresden Marketing GmbH (dmg). Dies hat keinen Einfluss auf eine objektive Berichterstattung. Meine Meinung gehört mir!



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