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Was Nena mit dem „Herzen von Nord-Holland“ zu tun hat und warum man ein Held wird, wenn man sein Schiff in die Luft sprengt. All das verbirgt sich in diesem Podcast.

Um die erste Frage gleich zu beantworten: Einer der großen Hits von Nena hat mit einem Leuchtturm zu tun. Der “Vuurtoren” (niederländisch für Leuchtturm) wurde nach einem Seefahrer benannt, der als großer Held in die Geschichte der “holländischen” Seefahrt einging. Die Geschichte dazu wartet im Podcast.
Holländische Geschichten
Ich war gerade in den Niederlanden, genau im „Hart van Noord-Holland“, also im Herzen der Provinz Noord Holland. Da ist die Nordsee nicht weit und wie es sich gehört, steht am Strand von Egmond aan Zee ein Leuchtturm. Den erklimmen wir, gemeinsam mit Piet Kager und einigen Journalisten-Kolleg:innen und es gibt viel zu erfahren in Sachen Leuchtturm und Seenotrettung.

Jan van Spijk und die Heldentat
Der Leuchtturm ist nicht nur ein ganz schöner, sondern auch ein ganz schön Alter. Und er hat viel mit der Geschichte der niederländischen Seefahrt zu tun. Benannt ist er nach einem Nationalhelden des 19. Jahrhunderts und der hieß Jan van Speyk. Hier beginnt unsere Tour und die abenteuerliche Geschichte, die Piet für uns hat.

Der Leuchtturm Jan van Speijk
Dass der Leuchtturm mit einer Denkmalsumrandung für einen niederländischen Leuchtturm zu den wirklich schönen Exemplaren gehört ist unbestritten. Er ist ein nationales Denkmal und steht auf einem Sandsteinsockel, auf dem ein bronzierter Eisenlöwe steht. Er ist einer der ältesten funktionierenden Leuchttürme der Niederlande. Das Denkmal wurde 1834 errichtet und um den bereits 1833 errichteten Leuchtturm herumgebaut.
Der „Vuurtoren“ ist 28 Meter hoch. Bei der Zahl der Treppenstufen schwanken die Zahlen, Sie liegt wohl irgendwo zwischen 127 und 137 Stufen. – Der Turm ist strahlend weiß. Warum das so ist, erklärt uns Piet im Podcast. Tipp: Es hat sehr viel mit der nautischen Sicherheit zu tun.

Piet arbeitet ehrenamtlich für die Königlich Niederländische Rettungs-Gesellschaft und weiß ganz viel über die Leuchttürme seiner Heimatstadt und auch über Seenotrettung. Was aus dem zweiten Leuchtturm von Egmond aan Zee wurde erklärt er ebenfalls, hoch oben am Arbeitsplatz, wo bis in die 1990er Jahre ein Leuchtturmwärter saß. Inzwischen ist die Leuchtfunktion automatisiert, wie bei fast allen anderen Türmen auch. GPS und andere Navigationssystem haben ein Übriges dafür getan, dass Leuchttürme heutzutage eigentlich überflüssig sein können. Aber wer weiß? Ein Satellitenausfall oder eine Stromstörung könnten diese Ansicht schnell zunichtemachen. Dann muss man zurück zum traditionellen Leuchtturm, auch für die Seenotrettung.

Der Fortschritt und die Romantik

Im Podcast erfahrt Ihr von Piet Kager auch, dass er ein großer Freund von Romantik ist. Bei Leuchttürmen bezieht er sich dabei auf die gute alte Glühbirne, die früher im „Leuchtkasten“ mit den vielen Spiegeln untergebracht war. Heute sind da LEDs eingebaut und Ihr dürft dreimal raten, was diese mit der Romantik machen. Marginal aber nachvollziehbar.

Immerhin, der Leuchtturm wird bleiben, gerade weil er zum Nationalen Denkmal wurde. Danke, Jan van Speijk.
Die Retter und das Meer
Jetzt, im Herbst gibt es keine Rettungsbrigade am Strand mehr, auch wenn viele Menschen dort zum Spazierengehen unterwegs sind. Die wenigen Kitesurfer wissen, was sie tun (sag ich mal so!) und stürzen sich trotzdem in die „Wilde See“, die es für diesen Sport braucht.

Trotzdem, erzählt Piet Kager, sei die Seenotrettung immer in Bereitschaft. Auf seiner Windjacke ist ein Aufnäher mit der Abkürzung KNRM. Das bedeutet: „Koninklijke Nederlandse Redding Maatschappij“, frei übersetzt die Königliche Niederländische Seenotrettungs-Gesellschaft. Er kennt sich aus im Rettungswesen und erzählt im Podcast über die offizielle Trennung der Seenotretter und den Rettungsbrigaden am Strand.
Feine, große Unterschiede
Strand ist Gemeindeangelegenheit. Alle Kosten, die da entstehen, tragen die zuständigen Gemeinden. Das Meer und die hohe See ist Job der Seenotretter, die sich ausschließlich aus Spenden finanzieren müssen. Das geht in beiden Fälle nur, weil die Leute, die das machen Ehrenamtliche sind. Freiwillig im Dienst für die gute Sache, aber durchaus mit ganz getrennten Aufgaben, zwischen Hoher See und Strand. Das macht neugierig. So einen Seenot-Rettungskreuzer mal aus nächster Nähe zu sehen, wäre schon toll.

KNRM
Die klare Folge ist eine Einladung und wir gehen wir mal rüber in die Station. Vom Leuchtturm sind es nur einige hundert Meter in Richtung Strand zur Rettungsstation der KNRM. Im Podcast könnt Ihr Besichtigung, Erklärung der Arbeit und – natürlich – die „Inspektion“ der vielen Rettungsgeräte und des noch ziemlich neuen Rettungsboots.

Der Streit um Strand und Meer
Ganz nebenbei erklärt Piet auch noch, dass Egmond aan Zee zum Vorreiter einer gemeinsamen Arbeit von lokaler Strandrettung und KNRM in den Niederlanden geworden ist. Der Ausgangspunkt war ein Streit, seine Lösung ein Zusammenschluss. Aber hört selber.

KNRM – was man wissen muss
Achtung, das sind Zitate aus dem Film über die KNRM, den wir auch noch gesehen haben:
KNRM verbindet 200 Jahre Erfahrung mit der bestmöglichen Ausstattung. Sie sind die Spezialisten für maritime Rettungsaktionen. Die Einsatzschiffe sind unterschiedlich groß, je nach Bedarf aber technisch genau auf die Anforderungen zugeschnitten, die benötigt werden.
Die KNRM erreichen etwa 2.000 Hilfeanforderungen pro Jahr von allen in Seenot. Der Grund ist für die Retter nicht entscheidend. Jeder der Hilfe braucht, bekommt Hilfe! Und das bei jedem Wetter.
Wichtig bei allen Investitionen: Sie dienen immer dazu den besten Job zu machen bei der Rettung von Menschen. Das personelle Rückgrat der KNRM sind die vielen Freiwilligen.

Redding Egmond
Die Station in Egmond hat ein kleines Boot, das auch immer erst mit einem schweren Traktor und dem Bootsauflieger über den Strand zum Wasser gebracht werden muss. Aber das geht schnell, meint Piet und ich kann ihm da nur zustimmen. Ich habe mal vor Jahren ein Training der Seenotretter von Egmond beobachten können. Was da in Höchstgeschwindigkeit ablief war atemberaubend. Die Bilder geben das nicht so wieder, aber jeder, der die Wellen sieht, weiß, dass das schon eine Herausforderung ist. Denn wie heißt es doch schön: Bei Jedem Wetter!
Seenotrettungs-Training an einem Dienstag im September 2017




Infos & Links
Vuurtoren Jan van Speijk – Die Leuchtturmseite
Vuurtoren Jan van Speijk – Die Egmondseite
Meine Erinnerungen an Egmond aan Zee
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Tourismus “Ontdek Hart van Noord-Holland”, Niederlande. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst.


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